Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/the-witcher-3-hinter-den-kulissen-der-konsolenoptimierer-1501-111956.html    Veröffentlicht: 27.01.2015 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/111956

The Witcher 3

Hinter den Kulissen der Konsolenoptimierer

Rund zwei Dutzend Engine-Programmierer sorgen bei CD Projekt Red dafür, dass The Witcher 3 auf allen drei Plattformen möglichst ähnlich beeindruckend aussieht. Golem.de hat mit dem Team gesprochen - und auf drei besonderen Bildschirmen einen Blick auf alle Versionen gleichzeitig geworfen.

Hinter dicken Türen, in einem der oberen Stockwerke der Firmenzentrale von CD Projekt Red mitten in Warschau, gibt es eine Wand mit drei großen Monitoren. Unter den linken hat jemand einen Zettel mit der Aufschrift "PS4" geklebt, unter dem mittleren steht "XO" und ganz rechts "PC". Jeder der Bildschirme zeigt immer die aktuelle Version des grafisch imposanten The Witcher 3 auf der jeweiligen Plattform.

Die Entwickler können so genau sehen, wie das Rollenspiel auf der Playstation 4, der Xbox One und auf Windows-PC wirkt, welche grafischen Unterschiede es gibt und wo das Team eventuell noch nachbessern muss, damit Hauptfigur Geralt und die riesige Fantasywelt auf allen drei Plattformen möglichst gleich gut aussehen.

"Wir kompilieren den Code fast täglich neu, so dass wir nahezu immer die aktuellste Version unter die Lupe nehmen können", erzählt uns einer der gut zwei Dutzend Engine-Programmierer vor Ort. Dabei gehe es nicht nur um Feinheiten: Es könne durchaus mal sein, dass auf den Bildschirmen plötzlich riesige Unterschiede zu sehen sind.

"Letzte Woche hat irgendetwas mit den Gammawerten nicht gestimmt, ich glaube bei der Xbox-One-Version", erzählt uns der Entwickler. Nach ein oder zwei Tagen sei der Fehler aber auch schon wieder behoben gewesen. Solche Probleme gibt es offenbar auf allen Plattformen immer wieder mal - sie gehören schlicht zum Alltag von Spielentwicklern.

Nach aktuellem Stand wird The Witcher auf der Playstation 4 nativ in einer Auflösung von 1080p (1.920 x 1.080 Pixel) laufen. Auf der Xbox One wird das Programm in 900p (1.600 x 900 Pixel) berechnet und dann hochskaliert. Das letzte Wort ist da aber noch nicht gesprochen: Falls das Team bis zur Veröffentlichung am 19. Mai 2015 die Grafikalgorithmen noch weiter optimiert bekommt, könnte Geralt auch auf der Xbox One in 1080p antreten. Die Bildrate soll auf allen Plattformen bei 30 fps liegen.

Innenräume werden ausgeblendet

Man muss auch aus der Nähe ganz genau hinsehen, um Unterschiede zwischen den drei Versionen zu erkennen - es gibt sie aber. Der Senior VFX Artist Jose Teixeira erklärt uns, dass die Technical Artists im Team gemeinsam mit den Programmierern daran arbeiten, dass The Witcher 3 auf allen Plattformen ausreichend flüssig läuft. Im Rahmen der Optimierungen werde etwa "die Anzahl der Materialien gezielt verringert", so dass es auf Konsolen etwa ein paar unterschiedliche Arten von Leder - beispielsweise für Rüstungen - weniger gibt.

Außerdem sei die Engine inzwischen sehr gut darin, "nicht sichtbare Teile der Welt gezielt auszublenden, etwa das Innere von Gebäuden, die bei uns ja sehr komplex sind", so Teixeira im Interview mit Golem.de. Sobald der Spieler eine Tür schließt, wird das Innere aus dem Speicher des PCs oder der Konsole entfernt, was die Systemressourcen entlastet und zu einer stabilen Bildrate beträgt.

Auch wenn die Unterschiede zwischen den drei Plattformen zum gegenwärtigen Stand der Entwicklung sehr klein sind: Die PC-Version sieht, wenig überraschend, am schönsten aus, sie hat neben der mit Abstand größten Sichtweite die knackigsten Texturen, wirkt kontrast- und farbstärker und verfügt über ein paar mehr Shadereffekte als die Konsolenfassungen.

Zwischen der Xbox One und der Playstation 4 sind die Unterschiede aber kaum zu erkennen. Die Version auf der Microsoft-Konsole wirkt vermutlich vor allem wegen der Auflösung minimal unschärfer. Aber vielleicht ändert sich das ja noch bis zur Veröffentlichung: die drei großen Monitore der Engine-Programmierer werden wohl bis Mai 2015 eingeschaltet bleiben.  (ps)


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