Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/dobrindt-a9-soll-teststrecke-fuer-selbstfahrende-autos-werden-1501-111936.html    Veröffentlicht: 26.01.2015 12:17    Kurz-URL: https://glm.io/111936

Dobrindt

A9 soll Teststrecke für selbstfahrende Autos werden

Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) plant eine Teststrecke für selbstfahrende Autos in Deutschland. Dafür soll ein Teilstück der Autobahn A9 in Bayern mit den nötigen Funktionen ausgerüstet werden.

In den USA und in Schweden gibt es schon seit einiger Zeit für Autohersteller die Möglichkeit, im öffentlichen Straßenverkehr Autos zu testen, die sich selbst im Verkehr orientieren können. Das soll nun auch in Deutschland bald möglich werden. Bundesverkehrsminister Dobrindt will dazu eine Teststrecke auf der Autobahn A9 in Bayern freigeben. Das sagte der Bundesverkehrsminister der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Das Pilotprojekt Digitales Testfeld Autobahn soll 2015 beginnen und sieht vor, dass eine Strecke sowohl mit Funktionen zur Kommunikation zwischen Auto und Straße als auch für die Autos untereinander ausgerüstet wird. Diese Maßnahmen sollen für Fahrzeuge mit Assistenzsystemen geeignet sein, die sich noch nicht vollständig allein im Verkehr orientieren können. Später sollen dort auch vollautomatisierte Autos fahren.

Anti-Google?

Google sieht Dobrindt dabei nicht unbedingt als Verbündeten. Das US-Unternehmen kündigte an, mit großen Autoherstellern zusammenzuarbeiten, um die Entwicklung autonom fahrender Autos voranzubringen. Es wäre nachlässig, nicht mit den wichtigsten Unternehmen der Branche zu sprechen, sagte Chris Urmson, Leiter des Roboterauto-Projekts bei Google, der Nachrichtenagentur Reuters.

Nach Angaben von Dobrindt wollen sich die deutschen Autohersteller aber nicht auf Google verlassen, sondern eigene Lösungen entwickeln. Dobrindt warnte vor einer Monopolisierung der Daten und einer Abhängigkeit von den USA und Asien.

Google will mit der Automobilbranche kooperieren

Google hatte nach Angaben der Nachrichtenagentur Reuters internationale Branchengrößen wie Daimler, Ford, General Motors, Toyota und Volkswagen hinsichtlich des autonom fahrenden Autos kontaktiert. Ob es nur Systeme und Software liefern oder auch Fahrzeuge bauen will, sei noch nicht entschieden.

Nachdem Audi zur Elektronikmesse CES 2015 einen A7 weitgehend autonom vom Silicon Valley nach Las Vegas hatte fahren lassen, forderte Audi-Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg ein liberales Regelwerk, damit auch in Deutschland Autos autonom fahren dürften. Audi befürchtet sonst Wettbewerbsnachteile. Auf der CES stellte nicht nur Audi, sondern beispielsweise auch Mercedes seine Vorstellung vom künftigen "pilotierten Fahren" vor, wie es Audi nennt, wenn der Fahrer nicht mehr lenken, bremsen und beschleunigen muss.

Testgebiete in den USA längst vorhanden

Der internationale Vertrag, der bislang in weiten Teilen der Welt verhinderte, dass es autonom fahrende Autos im Straßenverkehr gibt, wurde derweil geändert. Das sogenannte Wiener Übereinkommen über den Straßenverkehr aus dem Jahr 1968 führte bislang in Artikel 8 an, dass ein Fahrzeugführer jederzeit sein Fahrzeug beherrschen müsse. Das sei im Mai 2014 durch die UN geändert worden, berichtet die Zeitung Die Welt. Nun seien Systeme, mit denen ein Pkw autonom fahre, zulässig, wenn sie jederzeit vom Fahrer gestoppt werden könnten. In Schweden, wo der Vertrag ebenfalls unterschrieben und ratifiziert wurde, werden durch Volvo bereits Versuche mit autonomen Autofahrten unternommen.  (ad)


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