Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/edsap-samsung-entwickelt-schlaganfall-frueherkennungssystem-1501-111899.html    Veröffentlicht: 23.01.2015 11:56    Kurz-URL: https://glm.io/111899

EDSAP

Samsung entwickelt Schlaganfall-Früherkennungssystem

Einige Sensoren und ein Smartphone sollen ausreichen, um das Risiko eines Schlaganfalls vorab zu erkennen. Entwickelt wurde das Früherkennungssystem von Samsung-Mitarbeitern, die sich sonst mit ganz anderen Geräten befassen.

Ist es möglich, einen Schlaganfall vorher zu erkennen? Das Early Detection Sensor & Algorithm Package (etwa: Sensor- und Algorithmuspaket zur Früherkennung, kurz EDSAP) soll das können. Entwickelt wurde es von fünf Mitarbeitern des südkoreanischen Konzerns Samsung.

EDSAP erkennt einen drohenden Schlaganfall an Gehirnwellen. Ein Headset mit Sensoren misst die Gehirnaktivität und sendet die Daten an ein Smartphone oder ein Tablet. Auf dem Mobilgerät ist eine App installiert, die die Daten auswertet. Nach etwa einer Minute liegt das Ergebnis vor.

Sensoren im Brillenbügel

Das Headset mit den Sensoren besteht aus einem sehr leitfähigen, gummiartigen Material, das die Samsung-Gruppe um Se-hoon Lim entwickelt hat. Die Sensoren sollen die Hirnströme schneller erfassen als die Sensoren, die üblicherweise für solche Messungen genutzt werden. Zudem sei es nicht nötig, eine leitfähige Kochsalzlösung auf den Kopf aufzutragen, erklären die Entwickler. Die Sensoren müssten auch nicht in einem Headset stecken, sondern könnten in Gegenstände des alltäglichen Lebens integriert werden, beispielsweise in einen Brillenbügel oder in eine Haarspange.

"Wir fragten Neurologen, ob das möglich ist", sagt Projektleiter Lim. "Sie waren abweisend, aber wir wollten es trotzdem probieren. Gesundheitsbezogene mobile Geräte werden immer komplexer, weshalb auch ihre Fähigkeiten immer ausgefeilter werden."

EDSAP kann auch weitere Parameter messen

Die fünf Entwickler, die sonst Smartphones und Waschmaschinen konstruieren, haben gerade den ersten Prototyp von EDASP vorgestellt. Als nächstes muss das System klinischen Tests unterzogen werden, um seine Zuverlässigkeit zu prüfen. Zudem wollen die Entwickler untersuchen, ob sich damit auch weitere Parameter erfassen lassen, etwa Stress oder Schlafmuster.

Auslöser für einen Schlaganfall ist die Unterbrechung der Blutversorgung des Gehirns. Die nicht mehr durchbluteten Hirnzellen sterben dadurch ab. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (World Health Organisation, WHO) bekommen rund 15 Millionen Menschen im Jahr weltweit einen Schlaganfall. Zwei Drittel der Betroffenen sterben oder erleiden bleibende Schäden.  (wp)


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