Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/xeon-e5-2400-v3-10-kern-haswell-erscheint-fuer-drei-jahre-alten-sockel-1501-111800.html    Veröffentlicht: 20.01.2015 09:39    Kurz-URL: https://glm.io/111800

Xeon E5-2400 v3

10-Kern-Haswell erscheint für drei Jahre alten Sockel

Eine aktuelle CPU-Architektur für eine Plattform von 2012, die noch DDR3-Arbeitsspeicher nutzt: Intels Xeon E5-2400 v3 alias Haswell-EN füllen die Lücke zwischen 4-Kern- und 72-Kern-Systemen.

Intel hat ohne Ankündigung die ersten Server-Prozessoren vom Typ Haswell-EN vorgestellt. Die vier Modelle gehören zur Serie Xeon E5-2400 v3 und eignen sich für Zwei-Sockel-Systeme mit LGA 1356. Technisch ähneln die 22-nm-Prozessoren den Haswell-EP (Xeon E5-2600 v3 und Xeon E5-4600 v3), verfügen jedoch über einen anderen Speicher- und PCIe-Controller und Sockel-Support.

Die Haswell-EN teilen sich mit den Haswell-EP grundlegend die gleiche Architektur, bieten jedoch maximal 10 statt 18 Kerne und somit bis zu 25 statt 45 MByte L3-Cache. Erster offensichtlicher Unterschied: Ein Xeon E5-2400 v3 ist nur zum Sockel 1356 kompatibel, nicht aber zum neueren Sockel 2011-3.

Die Xeon E5-2600 v3 arbeiten aufgrund der integrierten Spannungsregler nur auf Boards mit Sockel 2011-3. Die Xeon E5-2400 v3 hingegen sind laut Intels Online-Dokumentation kompatibel zum ursprünglichen Sockel 1356 aus dem Jahr 2012, für den bisher Sandy Bridge-EN und Ivy Bridge-EN erschienen sind. Kunden müssten also keine neuen Platinen kaufen, was wir aber bezweifeln.

Da die LGA-1356-3-Plattform statt DDR4-Speicher mit vier Kanälen nur DDR3-RAM mit Triple-Channel unterstützt, hat Intel in Haswell-EN einen entsprechenden Controller integriert. Die Xeon E5-2400 v3 nutzen DDR3-1600 und adressieren bis zu 384 GByte Arbeitsspeicher pro Prozessor.

Ebenfalls reduziert sind die PCIe-3.0-Lanes, statt bis zu 40 bieten die Haswell-EN nur 24 Bahnen. Beim Funktionsumfang beschneidet Intel die Chips nicht, sie unterstützen übliche Techniken wie AVX2, VT-d, VT-x und AES.

Sehr viel schneller als ihre Vorgänger rechnen die Xeon E5-2400 v3 abseits spezieller Befehlssatzerweiterungen nicht: Sie verfügen weiterhin über 4 bis 10 Kerne und die identische Cache-Menge, auch die Taktraten sind ähnlich.

Zudem hat Intel nur Modelle mit einer TDP von bis zu 70 Watt, nicht aber neue 95-Watt-Prozessoren mit höheren Frequenzen vorgestellt.

Nachtrag vom 20. Januar 2015, 16:17 Uhr

Auf Nachfrage hat uns Intel bestätigt, dass die Xeon E5-2400 v3 wie erwartet den Sockel 1356-3 benötigen. Sie sind aufgrund der integrierten Spannungsregler inkompatibel zu bisherigen 1356-Platinen.  (ms)


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