Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/linux-gnome-werkzeug-soll-fuer-bessere-akkulaufzeiten-sorgen-1501-111773.html    Veröffentlicht: 17.01.2015 12:36    Kurz-URL: https://glm.io/111773

Linux

Gnome-Werkzeug soll für bessere Akkulaufzeiten sorgen

Das Messen der Akkulaufzeit unter Linux und Gnome soll künftig einfacher und präziser werden. Gnome-Battery-Bench soll auch Entwicklern helfen, ihre Anwendungen zu verbessern.

Gnome-Battery-Bench heißt ein neues Werkzeug, das Benutzern und Entwicklern einen besseren Überblick über die Leistungsaufnahme unter Linux geben soll. In den nächsten Versionen von Fedora und Gnome wollen Entwickler dafür sorgen, dass die Akkulaufzeiten verlängert werden. Gnome-Battery-Bench soll dabei helfen und gleichzeitig einige Unzulänglichkeiten des ähnlichen Programms Powertop beheben.

Das Benchmark-Programm soll nicht nur die aktuelle Leistungsaufnahme wiedergeben, sondern auch Langzeitmessungen ermöglichen. Denn kurzzeitige Messungen geben keine realistischen Werte für eine Akkulaufzeit wieder. Gnome-Battery-Bench beobachtet die Nutzung über längere Zeit und speichert sie bei Bedarf. Solche Messungen unter bestimmten Anwendungsszenarien, etwa beim normalen Surfen im Web oder Kompilieren einer Anwendung, sollen später als Vergleich dienen. Damit sollen Kernel- und Softwareentwickler auch messen können, wie sich ihre Änderungen auf die Leistungsaufnahme auswirken.

Präziser als Powertop

Testsequenzen lassen sich beispielsweise an der Kommandozeile erstellen, ohne Beeinflussung durch die grafische Oberfläche. Obwohl die Anwendung ein grafisches Frontend habe, belaste die Wiedergabe die CPU kaum, was eine präzise Messung ermögliche, schreibt der Red-Hat-Entwickler Owen Taylor in seinem Blog. Er hat Gnome-Battery-Bench zusammen mit Christian Schaller entwickelt.

Das sei ein wesentlicher Unterschied zu dem Kommandozeilenwerkzeug Powertop, dessen Messungen meist sehr sprunghaft seien, unter anderem weil es mit seinen Messungen das System belaste. Daher gebe es kaum Möglichkeiten, die Auswirkungen der dort vorgenommenen Einstellungen exakt zu messen.

Erste Ergebnisse

Gnome-Battery-Bench sei weitgehend fertig, schreibt Taylor. Jetzt müssten noch Aufnahmen gemacht werden, die ein präziseres Bild verschiedener Anwendungsszenarien wiedergeben. Die bislang von ihm integrierten Tests seien weitgehend nur Platzhalter. Aus ihnen schließt er aber bereits, dass Distributionen mehr darauf achten sollten, mit bereits eingeschalteten Energiesparoptionen auszuliefern. Das gelte vor allem für die Energieverwaltung des SATA-Stacks, was einige Watt einsparen würde.

Der Quellcode von Gnome-Battery-Bench liegt bei Github zum Download bereit. Eine Readme-Datei beschreibt dessen Funktionsweise und die Installation. Der Daemon des Benchmark-Werkzeugs läuft mit Root-Rechten, deshalb muss ein normaler Anwender das Administratorpasswort kennen, um es zu starten. Dafür sorgt eine Polkit-Regel, die jedoch editiert werden kann.  (jt)


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