Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/2015-web-de-will-ende-zu-ende-verschluesselung-anbieten-1501-111624.html    Veröffentlicht: 12.01.2015 13:05    Kurz-URL: https://glm.io/111624

E-Mail

Web.de will Ende-zu-Ende-Verschlüsselung anbieten

Web.de arbeitet offenbar an einer echten End-to-End-Verschlüsselung, die noch dieses Jahr fertig werden soll. Angaben dazu, wie die Schlüsselverwaltung laufen soll, macht der Betreiber noch nicht.

Web.de will in diesem Jahr Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für E-Mails anbieten. "Es ist unser Ziel, die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung in diesem Jahr massenmarktfähig zu machen. Unsere Techniker arbeiten an der Umsetzung einer entsprechenden Lösung", sagte Web.de-Sprecher Martin Wilhelm Golem.de auf Anfrage. Aktuell könnten keine weiteren Informationen bekanntgegeben werden.

United-Internet-Geschäftsführer Jan Oetjen hatte der Deutschen Presse-Agentur (dpa) erklärt: "Es wird eine große Herausforderung sein, Dienste mit einer einfachen Nutzung dafür anzubieten." Oetjen ist Chef der beiden Webmaildienste Web.de und GMX.

United Internet gehört zu den Anbietern der De-Mail. Der Informatikprofessor und Eco-Vorstandsvorsitzende Michael Rotert kritisierte im Sommer 2014: "Firmen, die mit staatlichen Stellen umgehen, haben sicher Vorteile. Aber bei Privatnutzern wird sich die De-Mail wegen der fehlenden Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nicht durchsetzen".

Hartmut Pohl von der Gesellschaft für Informatik hatte erklärt: "Grundsätzlich begrüßen wir die Möglichkeit eines Kontaktes mit Behörden auf elektronischem Weg. Allerdings bietet die De-Mail in ihrer derzeitigen Form keine wirklich höhere Sicherheit gegenüber der herkömmlichen E-Mail."

Yahoos Sicherheitschef Alexander Stamos hatte auf der Black Hat 2014 angekündigt, dass das Freemail-Angebot des Internetunternehmens künftig mit einer Möglichkeit zur Ende-zu-Ende-Verschlüsselung auf Basis des OpenPGP-Standards ausgestattet werde.

Ein Grundproblem von Verschlüsselungssystemen im Browser ist es, dass der Nutzer darauf vertrauen muss, dass der vom Server gesendete Code korrekt arbeitet. Im ungünstigsten Fall könnten Strafverfolgungsbehörden oder Geheimdienste einen Anbieter dazu zwingen, eine Hintertür in entsprechendem Javascript-Code auszuliefern.  (asa)


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