Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/swiftpoint-gt-im-hands-on-neuseeland-maus-macht-den-touchscreen-ueberfluessig-1501-111596.html    Veröffentlicht: 10.01.2015 13:31    Kurz-URL: https://glm.io/111596

Swiftpoint GT im Hands On

Neuseeland-Maus macht den Touchscreen überflüssig

Mit Hilfe der Förderung der Neuseeländischen Regierung hat die Firma Swiftpoint ein Eingabegerät entwickelt, das einen virtuellen Finger bedienen kann. Wir haben uns die Maus angesehen, die so klein ist, dass sie schnell verloren gehen kann. Um das zu verhindern, hat Swiftpoint eine ungewöhnliche Parkstation entwickelt.

Mit der Swiftpoint GT hat die neuseeländische Firma Swiftpoint eine Maus vorgestellt, die die Bedienung eines Touchscreens simulieren kann. Das äußerst filigrane Eingabegerät wird zwischen Zeigefinger und Daumen gehalten. Bei normaler Nutzung verhält es sich wie eine Tastenmaus. Auch das Scrollrad ist normal über den Zeigefinger erreichbar. Die Besonderheit ist das Ankippen, das durch eine Schrägung auf der rechten Unterseite unterstützt wird. In diesem Falle steuert die Maus nicht mehr den Mauszeiger, sondern einen virtuellen Finger.

Swiftpoint arbeitet schon länger an solchen Konzepten. So demonstrierte die Firma, damals noch unter dem Namen Simtrix, auf der Cebit 2008 die Swiftpoint Slider.

Eingewöhnung ist notwendig

Wie nicht anders zu erwarten ist, braucht es einige Eingewöhnung. Zwar gelingt das Kippen der Maus für die Touchscreen-Aktivierung auf Anhieb. Doch der Anwender muss zunächst umdenken. Praktisch ist die Maus zudem für Anwender ohne Touchscreen. Windows bietet beispielsweise für Touchscreen-Anwender Bedienungsmöglichkeiten, die Mausnutzern nicht so komfortabel zur Verfügung stehen. Dazu gehört das schnelle Bewegen von Bildinhalten in alle Richtungen, auch ohne Mehr-Achsen-Mausrad. Die Arbeit in einer großen Tabellenkalkulation oder auch in Bildern wird damit vereinfacht. In der Regel nutzen aber Bildprogramme eine der Maustasten, um ein schnelles Bewegen durch Inhalte zu ermöglichen.

Technisch arbeitet die Maus mit einem Sensor, der über 1.000 dpi bietet. Zudem funkt die Maus auf dem 2,4-GHz-Band, entweder proprietär über einen Dongle oder über Bluetooth Smart alias Bluetooth Low Energy. Altes Bluetooth beherrscht die Maus nicht. Nicht jedes Bluetooth-Classic-Gerät beherrscht den neuen Standard.

Die Akkulaufzeit gibt Swiftpoint mit drei bis vier Wochen an. Dazu muss die Maus rund 90 Minuten lang aufgeladen werden. Wer nur 30 Sekunden Zeit für einen Ladevorgang hat, soll bereits eine Stunde lang mit dem Eingabegerät arbeiten können. Als Ladestation dient das USB-Dongle. Mit einem Magnetmechanismus hält die Maus recht fest an dem kleinen USB-Stick. Alternativ gibt es aufklebbare Pads zum Parken der Maus. Beispielsweise könnte die Maus auf der Rückseite eines Tablets geparkt werden.

Die Maus wird teuer sein. 129 Euro plant Swiftpoint als Preis in Europa. Zudem wird es noch einige Monate dauern, bis sie verfügbar ist. Die Firma sucht derzeit Distributoren für Europa.  (ase)


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