Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/lantiq-chiphersteller-erwartet-keine-stoerungen-durch-g-fast-1501-111557.html    Veröffentlicht: 08.01.2015 15:59    Kurz-URL: https://glm.io/111557

Lantiq

Chiphersteller erwartet keine Störungen durch G.fast

G.fast störe Powerline sowie UKW und beeinflusse auch den Frequenzbereich von VDSL2+, warnen Experten. Darüber sprach Golem.de mit Hans-Peter Trost, Product Manager für G.fast bei dem Chiphersteller Lantiq, ehemals Infineon.

G.fast verspricht Datenraten von 1 GBit/s und mehr und arbeitet im Frequenzbereich von 2,2 bis 106/212 MHz. Probleme träten darum durch Beeinflussung von VDSL2+ (17/30 MHz) und durch Störungen im Frequenzbereich von Powerline-Internet, den Funkdiensten von BOS (Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben), UKW und Kurzwelle auf, hatte Professor Kristof Obermann von der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) erklärt. "Befürchtungen, G.fast könne Frequenzen für Radio und Funkbetrieb stören, bewahrheiten sich nicht", meint dagegen der Chiphersteller Lantiq.

Hans-Peter Trost, Product Manager für G.fast bei Lantiq, sagte Golem.de: "Die hohen Datenraten bei G.fast ergeben sich durch den erweiterten Frequenzbereich von 2,2 bis 106 MHz und werden durch den Einsatz von Vectoring und Crosstalk Cancellation realisiert. Im Feld werden die Netzbetreiber jedoch darauf achten, den Bereich zwischen 17 und 30 MHz weiterhin für VDSL zu reservieren, um Interferenzen zu vermeiden und eine Rückwärtskompatibilität zu gewährleisten."

Zweite Generation von G.fast für Datenraten von bis zu 2 GBit/s

In der zweiten Generation von G.fast werde der Bereich noch einmal auf 212 MHz erweitert werden, um Datenraten von bis zu 2 GBit/s zu erreichen.

RFI (Radio Frequency Interference) sei ein sehr komplexes Thema, und Chiphersteller wie Lantiq steckten akribische Arbeit in die Systeme, um Interferenzen auszuschließen. "G.fast verwendet eine differentielle Datenübertragung auf verdrillten Telefon-Doppeladern. Dadurch ist die Abstrahlung, ebenso wie die Einkopplung von Störungen, so stark reduziert, dass sie im Feld nicht zu Interferenzen führt", erklärte der G.fast-Manager.

Die befürchteten Störungen seien zudem geringer als heute bei VDSL. Die Sendeleistung von G.fast sei elfmal niedriger und erstrecke sich über ein sechsmal breiteres Frequenzband. Das abgestrahlte Spektrum sei somit wesentlich niedriger als bei VDSL.  (asa)


Verwandte Artikel:
Keymile: Kupfernetze noch mindestens fünf bis zehn Jahre in Betrieb   
(15.02.2018, https://glm.io/132808 )
100 MBit/s: 745.000 Haushalte erhalten Telekom-Vectoring   
(08.03.2018, https://glm.io/133224 )
BSA-Studie: Deutschland ist favorisierter Standort für die Cloud   
(06.03.2018, https://glm.io/133175 )
Telekom-Chef: "Sorry! Da ist mir der Gaul durchgegangen"   
(23.02.2018, https://glm.io/132962 )
Chiphersteller Lantiq: Festnetz-Topologie in Deutschland für G.fast "ungünstig"   
(07.01.2015, https://glm.io/111530 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/