Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/usb-3-1-richtig-schnelle-mangelware-1501-111528.html    Veröffentlicht: 07.01.2015 19:00    Kurz-URL: https://glm.io/111528

USB 3.1

Richtig schnelle Mangelware

Egal ob USB 3.1 oder Anschlüsse vom USB Typ C: Der neue Standard mag zwar zwei SSDs fast ausreizen, bisher setzten ihn aber nur wenige Mainboard-Hersteller wie MSI ein. Intels kommende Skylake-Generation dürfte die Verbreitung immerhin beschleunigen.

Jeff Ravencraft, Präsident des USB Implementers Forum, freut sich immer uns zu sehen. Gibt es neue Stecker, neue Demos, aber auch neue Produkte? Offenbar die falsche Frage - Jeff freut sich nicht mehr ganz so sehr, denn der USB-3.1-Standard setzt sich bisher nur sehr, sehr langsam durch.

Die finalen Spezifikationen sind seit anderthalb Jahren bekannt, der USB-Stecker Typ C bereits seit Sommer 2014 final. Passende Controller-Chips für Mainboards in Desktop-Rechnern oder Notebooks fertigen Asmedia und andere ebenfalls schon seit Monaten. Damit sind Geschwindigkeiten von bis zu theoretisch 1.212 und praktisch über 800 MByte pro Sekunde möglich, wie uns Jeff mit zwei Samsung 840 Pro erneut demonstriert.

Als einer der ersten großen Hersteller zeigt MSI auf der CES 2015 mehrere Mainboards und ein GT72-Notebook mit USB-Stecker Typ C. Das X99A Gaming 9 Ack und das Z97A Gaming 6 sollen im ersten Quartal 2015 in den Handel kommen. Beim Zubehör wie externen Festplatten sieht es mau aus, was wenig wundert: Selbst für aktuelle SSDs reicht USB 3.0 noch aus, erst im RAID mit mehreren braucht es eine schnellere Anbindung.

Nachrüstkarten für USB 3.1 haben zudem ein Problem: Sie erfordern für volle Geschwindigkeit einen PCIe-4x-Slot, da AMD wie Intel derzeit nur 2.0-Lanes aus dem Chipsatz herausführen. Erst die Skylake-Sockel-1151-Generation mit den PCHs der 100er-Serie wechselt auf PCIe 3.0, hier würde dann ein kleiner 1x-Slot ausreichen. Natives USB 3.1 gibt es bei Skylake nicht. Besser sieht es bei Sockel 2011-3 schon heute aus, hier knabbert sich eine Nachrüstkarte jedoch 3.0-Lanes von der CPU und damit für Grafikkarten ab, ebenfalls nicht ideal.

Ein Vorreiter könnte allerdings Apple werden: Statt Thunderbolt soll das nächste Macbook Air mit USB 3.1 ausgestattet sein - das würde wahrscheinlich die Verbreitung von entsprechendem Zubehör kräftig beschleunigen. Wir halten dieses USB-3.1-Gerücht für wenig glaubwürdig, wenngleich der Anschluss sowohl Bild als auch Ton übertragen und das Macbook aufladen könnte.  (ms)


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