Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/cybercrime-trotz-300-cyber-ermittlern-bleibt-aufklaerungsquote-gleich-1501-111415.html    Veröffentlicht: 02.01.2015 15:37    Kurz-URL: https://glm.io/111415

Cybercrime

Trotz 300 Cyber-Ermittlern bleibt Aufklärungsquote gleich

Bayern hat viel Personal, um Kriminelle im Internet zu jagen. Geholfen hat es bisher nicht. Nun ruft der Innenminister nach Vorratsdatenspeicherung mit Speicherfristen von zumindest drei Monaten.

Im Kampf gegen die Internetkriminalität hat Bayern im vergangenen Jahr mehr Personal eingestellt, doch die Aufklärungsquote ist gleichgeblieben. So konnten 2014 bei nur 43 Prozent aller Internetstraftaten die Täter ermittelt werden, damit lag die Quote auf dem Niveau des Vorjahres. Das gab Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am 2. Januar 2015 bekannt. In der Polizeilichen Kriminalstatistik erwartet Herrmann für 2014 bayernweit rund zehn Prozent weniger angezeigte Internetstraftaten, im Jahr 2013 wurden 24.300 gezählt.

Erste Auswertungen zeigten, dass vergangenes Jahr insbesondere Betrugs- und Erpressungsdelikte, aber auch das Ausspähen von Daten abnahmen. Eine Entwarnung könne dennoch nicht gegeben werden. Herrmann sagte: "Wir gehen bei der Cyberkriminalität weiterhin von einem sehr hohen Dunkelfeld aus." Erneut forderte Herrmann eine Vorratsdatenspeicherung mit Speicherfristen von zumindest drei Monaten.

Im Januar 2014 seien ein Cybercrime-Kompetenzzentrum im Bayerischen Landeskriminalamt und Cybercrime-Einheiten bei der Kriminalpolizei eingerichtet worden. "In ganz Bayern haben wir mehr als 300 Spezialisten im Kampf gegen Kriminelle im Netz", sagte der Minister. Es handele sich um spezielle ausgebildete Ermittler in Fachkommissariaten und Mitarbeiter, die sich auf die Auswertung von IT-Beweismitteln spezialisiert hätten. Die zu vollwertigen Polizisten ausgebildeten IT-Spezialisten seien "deutschlandweit einmalig. Nach Ende der Spezialausbildung im Mai 2015 können wir die Zahl der Cybercops auf 47 nahezu verdoppeln." Für die kommenden Jahre plane Herrmann weitere Einstellungen.

Wie Herrmann erklärte, kämen zu den mehr als 300 Cybercrime-Spezialisten zahlreiche weitere Beamtinnen und Beamte bei Dienststellen der Schutzpolizei, die sich um einfache Delikte kümmerten.  (asa)


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