Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/yoga-tablet-2-mit-windows-8-1-im-test-wie-die-android-variante-aber-ein-winziges-bisschen-besser-1412-111317.html    Veröffentlicht: 27.12.2014 14:00    Kurz-URL: https://glm.io/111317

Yoga Tablet 2 mit Windows 8.1 im Test

Wie die Android-Variante, aber ein winziges bisschen besser

Lenovos Tablet mit dem dicken Akku-Wulst gibt es jetzt auch mit Windows 8.1. Es ist fast identisch mit der Android-Variante - eine kleine Verbesserung macht das Tablet aber zum besseren Arbeitsgerät.

Das Tablet mit dem dicken Wulst gibt es nun auch als Variante mit Windows 8.1 und Bing: Technisch und auch optisch ist das Lenovo Yoga Tablet 2 mit der bereits von Golem.de getesteten Android-Variante identisch. Als Prozessor kommt ein Bay-Trail-T-System-on-a-Chip (SoC) von Intel zum Einsatz. Das Besondere ist der große Akku. Durch eine kleine Verbesserung ist die Windows-Variante aber das bessere Arbeitsgerät.

Das charakteristische Gehäusedesign der Yoga-Tablets hat Lenovo auch bei der Windows-Version beibehalten - einzig die schwarze Gehäusefarbe ist neu, die Varianten mit Android sind silbern. Im runden Zylinder an der Längsseite befindet sich der Akku. Dort ist auch der ausklappbare Standfuß angebracht, mit dem das Tablet bequem aufgestellt werden kann. Dank einer Aussparung im um 180 Grad klappbaren Fuß kann das Tablet auch an einen Haken gehängt werden - etwa in der Küche, um beim Kochen Rezepte vom Tablet abzulesen.

Am Zylinder ist das Windows-Tablet 21 mm dick, an der dünnsten Stelle nur 7 mm. Mit 690 Gramm ist es relativ schwer - Android-Geräte wie das Sony Xperia Z2 Tablet und Samsungs Galaxy Tab 4 10.1 wiegen 440 und 490 Gramm. Durch den veränderten Schwerpunkt des Tablets lässt es sich aber angenehm in der Hand halten und das hohe Gewicht fällt nicht auf.

Die Verarbeitung ist wie gewohnt gut. Das Kunststoffgehäuse fühlt sich angenehm an. Manchmal knackst es aber bei etwas stärkerem Druck auf die Rückseite.

Mit Micro-HDMI-Ausgang und Tastaturcover zum Arbeitsgerät

Technisch ist die Windows-Variante mit der Android-Version fast identisch: Das 10,1-Zoll-Display löst mit 1.920 x 1.080 Pixeln auf, ist mit einer durchschnittlichen maximalen Helligkeit von 345 cd/qm ausreichend hell und besitzt eine gute Farbdarstellung. WLAN unterstützt das Tablet nach 802.11 a/b/g/n. Ein Bluetooth-4.0- und GPS-Modul sind ebenfalls verbaut.

Die interne eMMC ist 32 GByte groß und langsam. Die Übertragungsraten von 167,1 MByte/s beim Lesen und 70,84 MByte/s beim Schreiben sind nicht sehr gut. Ein Micro-SD-Kartenschacht ist vorhanden.

Auch Intels SoC Atom Z3745, dessen vier Kerne mit jeweils 1,33 GHz takten, ist das gleiche Modell wie in der Android-Variante. Zusammen mit dem 2 GByte großen Arbeitsspeicher liefert es ausreichend Leistung für Office-Arbeiten und das Abspielen von Multimediainhalten. Zum Spielen oder Bearbeiten von Fotos reicht die Leistung aber kaum aus.

Sehr praktisch ist der Micro-HDMI-Ausgang - diesen besitzt die Android-Variante nicht. Das Tablet kann damit an ein Display angeschlossen werden, was das Arbeiten am Schreibtisch erleichtert, denn längeres Arbeiten mit einem kleinen Display macht keinen Spaß.

Das mitgelieferte Tastaturcover wird magnetisch am Tablet befestigt. Die Verbindung baut die Tastatur über Bluetooth auf und nicht über elektrische Kontakte am Tablet. Das Cover besitzt einen eigenen Akku und muss über den Micro-USB-2.0-Port geladen werden - der Akku hielt mehrere Tage durch.

Auf dem Schoß sehr wackelig

Die Tasten haben einen deutlichen Hubweg, einen sehr weichen Anschlag und federn stark - ein gewöhnungsbedürftiges Schreibgefühl. Längere Texte konnten wir dennoch gut tippen, sofern das Tablet auf einem Tisch stand. Das Tippen auf dem Schoß ist nämlich sehr wackelig, das magnetisch befestigte Cover stabilisiert kaum.

Besonders gut gefallen hat uns die Akkulaufzeit. Wir konnten mit dem Tablet länger surfen, Texte schreiben und Videos schauen als mit den meisten anderen Notebooks. Erst nach etwas mehr als elf Stunden musste das Tablet wieder geladen werden. Das Laden dauert leider sehr lange. Nach sechs Stunden war unser Testgerät wieder komplett aufgeladen.

Im Powermark Productivity-Test erreichte das Tablet ebenfalls eine sehr gute Laufzeit von 10 Stunden und 41 Minuten bei einem Rest-Akku von 17 Prozent. Das Surface Pro 3 erreichte 6,5 Stunden - für ein Windows-Tablet ist auch das ein guter Wert.

Verfügbarkeit und Fazit

Das Lenovo Yoga Tablet 2 ist im Online-Handel ab 400 Euro erhältlich. Das Bluetooth-Tastaturcover wird mitgeliefert. Eine Variante mit LTE-Modul für mobiles Internet kostet rund 50 Euro mehr.

Fazit

Das Lenovo Yoga Tablet 2 ist ein gutes Tablet - das stellten wir bereits im Test der Android-Variante fest. Die Verarbeitung ist gut, das ungewöhnliche Gehäusedesign oftmals praktisch. Durch den Ständer kann das Tablet bequem auf einen Tisch gestellt werden, durch den dicken Wulst hält man das Tablet gemütlich in der Hand.

Auch das Display ist ausreichend hell und hat eine ordentliche Farbdarstellung. Der Prozessor reicht für Alltagsaufgaben aus, der Speicher könnte aber etwas schneller sein. Ansonsten empfanden wir den Micro-HDMI-Ausgang als praktisch - die Android-Variante besitzt diesen nicht.

Im Test hat uns die gute Akkulaufzeit gefallen. Das Tablet hält auch im Office-Betrieb länger durch als die meisten Notebooks. Die gute Akkulaufzeit bestätigt auch der Powermark-Akku-Benchmark: Fast elf Stunden hielt es im Productivity-Test aus.

Ob man nun eher zur Android- oder zur Windows-Variante greifen sollte, ist Geschmacksache. Beide sind sehr gute Tablets, die wir empfehlen können.  (sw)


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