Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/sicherheitssystem-volvo-will-fahrradfahrer-mit-der-cloud-schuetzen-1412-111279.html    Veröffentlicht: 19.12.2014 11:13    Kurz-URL: https://glm.io/111279

Sicherheitssystem

Volvo will Fahrradfahrer mit der Cloud schützen

Die Hälfte aller tödlichen Fahrradunfälle geschieht durch Zusammenstöße mit Autos. Damit beide Verkehrsteilnehmer künftig weniger Unfälle haben, will Volvo sie vernetzen. Dazu wird der Helm aufgerüstet.

Volvo und Ericsson zeigen auf der International Consumer Electronics Show (CES) vom 6. bis 9. Januar 2015 in Las Vegas ein System, das Fahrrad- und Autofahrer miteinander vernetzt. Bei drohenden Kollisionen sollen beide gewarnt werden. Beim Auto wird ein Hinweis im Head-up-Display eingeblendet, beim Fahrrad wird die Technik mit dem Helm realisiert.

Eine Smartphone-App registriert über GPS die Position des Radfahrers und übermittelt sie in die Volvo Cloud des Fahrzeugs. Droht eine Kollision zwischen Auto und Fahrrad, werden beide Fahrer alarmiert. Das soll auch schon passieren, wenn sich der Radfahrer noch im toten Winkel des Autofahrers befindet. Im Radhelm ist eine Warnleuchte eingebaut, die den Radfahrer durch Blinken auf einen drohenden Unfall hinweist.

"Unser City Safety System, das serienmäßig im neuen Volvo XC90 zum Einsatz kommt, erkennt Fahrradfahrer, warnt vor einer drohenden Kollision und leitet bei Bedarf vollautomatisch eine Notbremsung ein. Doch mit cloudbasierten Sicherheitssystemen gehen wir noch einen Schritt weiter und eliminieren tote Winkel, um Unfälle noch effektiver zu verhindern", erklärt Klas Bendrik von Volvo.

Bei dem vorgestellten System handelt es sich um einen Prototyp, der zeigen soll, was technisch realisierbar ist. Ob eine Serienfertigung erfolgt, ist derzeit nicht bekannt. Problematisch dürfte neben der exakten Positionserkennung auch die Weiterleitung der Daten sein: Schließlich muss hier vom Gesamtsystem besonders schnell reagiert werden, damit vor einem Zusammenstoß rechtzeitig gewarnt werden kann.

In Deutschland verunglückten nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 2012 insgesamt 74.776 Fahrradfahrer, 406 davon tödlich. 50 Prozent aller tödlichen Fahrradunfälle passierten bei Zusammenstößen mit Autos.  (ad)


Verwandte Artikel:
Elektromobilität: Ericsson ermöglicht Stromtankabrechnung per Mobilfunk   
(23.02.2012, https://glm.io/89995 )
Drive Me: Volvo macht Rückzieher bei autonomen Autos   
(15.12.2017, https://glm.io/131687 )
Embark: Sattelzug fährt autonom quer durch die USA   
(07.02.2018, https://glm.io/132635 )
Lifebeam Smart: Fahrradhelm mit Pulsmesser aus Militärtechnik   
(07.03.2013, https://glm.io/98040 )
Ericsson-Chef: Wichtigste 5G-Anwendung ist noch unbekannt   
(26.02.2018, https://glm.io/132991 )

© 1997–2018 Golem.de, https://www.golem.de/