Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/airbus-a340-mit-lebensverlaengerung-und-moegliches-aus-fuer-den-a380-1412-111117.html    Veröffentlicht: 11.12.2014 16:54    Kurz-URL: https://glm.io/111117

Airbus

A340 mit Lebensverlängerung und mögliches Aus für den A380

Flugzeughersteller Airbus erwägt Medienberichten zufolge, die Produktion des A380 einzustellen. Der A350 verzögert sich zudem, dafür soll es für den eigentlich nicht mehr zeitgemäßen Airbus A340 ein Upgrade geben.

Mehreren Berichten zufolge denkt Airbus über die Einstellung der Produktion des Airbus A380-800 nach. Eine ursprünglich geplante verlängerte Version wird vermutlich nicht hergestellt werden. Allerdings hat ein Teil der Airbus-Führungsriege dies dementiert und eine Verfügbarkeit des verlängerten A380 betont, irgendwann.

Ohne Bestellungen wird Airbus den A380-800 sicher nicht weiterproduzieren können: Der Bedarf an extrem großen Großraumflugzeugen ist bei den Fluggesellschaften anscheinend gedeckt. Der A380 wird in manchen Medien sogar als Flop bezeichnet. Bisher wurden laut Orderliste 318 Maschinen bestellt und 147 ausgeliefert. Neue Bestellungen gab es in den letzten Jahren kaum noch.

Dieses Absatzproblem bei besonders großen Maschinen hat auch Boeing. Die Boeing 747-8i, die derzeit aktuelle Version des Jumbo Jets des amerikanischen Flugzeugbauers, findet fast keine Abnehmer. Größter Betreiber ist laut der offiziellen Abfrageanwendung die Lufthansa mit derzeit 15 von insgesamt 25 ausgelieferten Maschinen. Sonst gibt es kaum Fluggesellschaften, die diesen Flugzeugtyp einsetzen. Sie sind eher an der deutlich erfolgreicheren Frachterversion (B747-8F) interessiert. Auf dem Passagiermarkt hat sich Airbus mit dem A380 gegen Boeing durchgesetzt, wenn auch nicht so erfolgreich wie erhofft. Die alte 747-400 wird langsam bei den Gesellschaften ausgemustert.

Kleine Langstreckenjets sind zur Konkurrenz für große Flugzeuge geworden

Allerdings sorgt auch ein anderer Trend dafür, dass so große Maschinen nicht mehr gebraucht werden. Boeings Dreamliner 787-8 und 787-9 und Airbus' A350XWB-1000 ermöglichen zunehmend wirtschaftlichen Direktverkehr unter Umgehung der großen Drehkreuze. Viele Fluggesellschaften binden so auch weit entfernte kleinere Flughäfen ein.

Die neuen Flugzeugtypen arbeiten auf der Langstrecke trotz geringer Kapazität wirtschaftlich. Zudem braucht es dank ETOPS auf den meisten Langstrecken über Ozeane nur noch zwei Triebwerke. Boeing macht sich und Airbus mit der B777 und der kommenden 777X mit bis zu 400 Sitzplätzen somit selbst Konkurrenz.

Eines der Opfer der neuen Luftfahrttrends ist Airbus' A340. Dieser Typ, in Form des A340-600 bis zur 747-8i das längste Passagierflugzeug, wird nicht mehr produziert und durch den kleineren A350XWB und A330neo ersetzt. Airbus plant nun aber, noch im Einsatz befindliche A340-Maschinen für die Zukunft neu auszurüsten. Wie Aero berichtet, wird es zusätzliche Lebensdauerverlängerungsmaßnahmen geben, die Betreiber auf Wunsch einbauen lassen können. Dazu gehört eine erweiterte Sitzplatzzulassung, damit die Flugzeuge im Betrieb wirtschaftlicher werden. Das größte Modell A340-600 soll bis zu 475 Plätze haben können und damit rentabler als ein Jumbo der Reihe 747-400 sein.

Verzögerungen gibt es beim A340-Nachfolger

Airbus' A350 wird die alten 340er Maschinen nicht so schnell ersetzen. Eigentlich sollte dieser Flugzeugtyp von dem Erstkunden Qatar Airways noch dieses Jahr auf einer Strecke nach Frankfurt am Main eingesetzt werden. Doch bisher konnte Airbus die Maschine nicht an Qatar Airways übergeben. Gründe für die Verzögerung wurden bisher nicht genannt.  (ase)


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