Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/paypal-ausgruendung-ebay-soll-massenentlassungen-planen-1412-111112.html    Veröffentlicht: 11.12.2014 14:22    Kurz-URL: https://glm.io/111112

Paypal-Ausgründung

Ebay soll Massenentlassungen planen

Wahrscheinlich um Ebay für einen Käufer attraktiv zu machen, sollen die Betreiber die Entlassung von mindestens 3.000 Beschäftigten planen. Ebay Deutschland will sich dazu nicht äußern.

Ebay soll bei der Abspaltung von Paypal Massenentlassungen für seine Handelsplattform prüfen. Das berichtet das Wall Street Journal unter Berufung auf mehrere unternehmensnahe Quellen. Danach sollen mindestens 3.000 Arbeitsplätze oder zehn Prozent der Beschäftigten die Kündigung bekommen. Ebay Deutschland wollte den Bericht bisher nicht kommentieren.

Der Personalabbau solle nach diesen Überlegungen bereits zum Beginn des Jahres 2015 erfolgen. Ebay Deutschland hat derzeit 1.000 Mitarbeiter.

Betroffen seien hauptsächlich Beschäftigte im Kernbereich der Auktionsplattform Ebay, wo es weniger Wachstum als bei dem Zahlungsabwickler Paypal gibt. Ein unabhängiges Ebay könnte ein interessanter Übernahmekandidat werden, meinen Analysten. Paypal gilt als der Wachstumsbereich von Ebay und konnte im zweiten Quartal 2014 den Umsatz im Jahresvergleich um 20 Prozent steigern.

In einem Interview mit dem Wall Street Journal im vergangenen Monat sagte Devin Wenig, Präsident von Ebay Marketplaces und künftiger CEO des neuen Ebay: "Es wird Veränderungen geben, und das werden wesentliche Veränderungen sein." Auf Nachfragen zu der Art der Änderungen antwortete er nicht.

Ebay gab am 30. September 2014 bekannt, Paypal als ein unabhängiges Unternehmen auszugründen. Beide sollen jeweils als einzelne Firmen an der Börse gehandelt werden. Der Investor Carl Icahn hatte die Loslösung gefordert.

Paypal hat über 152 Millionen aktive Nutzerkonten, der Umsatz wuchs in den vergangenen zwölf Monaten um 19 Prozent auf 7,2 Milliarden US-Dollar. Rund 30 Prozent aller Onlinekäufe in Deutschland wurden 2012 über Paypal bezahlt. Das ergab eine Studie des E-Commerce-Centers (IFH Köln) und der Hochschule Aschaffenburg, die von Paypal und anderen Unternehmen unterstützt wurde. Befragt wurden 1.978 Internetnutzer.  (asa)


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