Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/oeffentliche-verwaltung-massiver-mailausfall-bei-der-stadt-muenchen-1412-111083.html    Veröffentlicht: 10.12.2014 15:20    Kurz-URL: https://glm.io/111083

Öffentliche Verwaltung

Massiver E-Mail-Ausfall bei der Stadt München

Die städtischen E-Mail-Dienste seien tagelang nicht benutzbar gewesen, sagt OB Reiter der Münchner Abendzeitung. Beim Limux-Projekt kann der Fehler allerdings nicht liegen.

Der Mailserver der Stadt München sei "tagelang nicht erreichbar" gewesen, hat der Münchner Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) der Abendzeitung gesagt. Schuld sei ein kompletter Serverausfall "in den vergangenen Tagen", entsprechend verärgert zeigt sich Reiter. Der Fehler ist aber sehr wahrscheinlich nicht bei dem Limux-Projekt zu finden.

Von dem Ausfall seien mehr als 20.000 Mitarbeiter der Stadt betroffen gewesen. Reiter selbst sei zudem in wichtigen Entscheidungen schriftlich nur per SMS erreichbar gewesen. Diese Situation könne Reiter nicht akzeptieren, schließlich müsse es "technische Möglichkeiten geben, das zu verhindern".

Als "Misstrauensvotum gegen Limux" oder die städtischen IT-Abteilungen möchte Reiter seine Äußerungen aber nicht verstanden wissen. Doch angesichts der jährlichen Ausgaben in dreistelliger Millionenhöhe für die IT-Dienste erwarte der OB eine größtmögliche Qualität und könne "mit der zweitbesten Lösung nicht zufrieden sein".

Groupware-Migration läuft bereits

Das Limux-Projekt, bei dem die Stadt München einen Großteil ihrer Computerarbeitsplätze auf ein Linux-System umgestellt hat, betrifft nicht die E-Mail-Infrastruktur und ist von dieser eher unabhängig. Kritik an dem Dienst äußerte zum Amtsantritt auch der zweite Bürgermeister Münchens, Josef Schmid (CSU), der zu lange auf sein Dienst-Smartphone habe warten müssen. Dies war jedoch auf die notwendige sicherheitstechnische Integration des iOS-Geräts zurückzuführen.

In dem Projekt Migmak (Migration Mail- und Kalender-System) wechselt die Stadt München derzeit unter anderem mit Hilfe von Kolab auf die von dem Unternehmen angebotene freie Groupware-Lösung. Ob der Ausfall im Zusammenhang mit dieser Maßnahme steht oder andere Ursachen hat, ist derzeit nicht bekannt.

Wir haben die Pressestelle der Stadt um eine Stellungnahme gebeten.  (sg)


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