Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/kaufberatung-worauf-es-bei-einem-notebook-ankommt-1412-110966.html    Veröffentlicht: 16.12.2014 12:04    Kurz-URL: https://glm.io/110966

Kaufberatung

Worauf es bei einem Notebook ankommt

Convertible oder Desktop Replacement, Business- oder Consumer-Gerät, AMD oder Intel, spiegelnd mit Touch oder matt: Es ist schwer, den Überblick auf dem Notebook-Markt zu behalten. Ein Wegweiser.

Die Kaufabsicht ist vorhanden, das Budget festgelegt, aber die Auswahl einfach zu groß: Welches Notebook erfüllt die eigenen Ansprüche und vor allem, worauf gilt es zu achten? Neben dem Preis und dem Betriebssystem ist der Form-Faktor wichtig für die Entscheidung: Der Markt bietet vom nur ein Kilogramm schweren 10-Zoll-Gerät bis hin zum riesigen 18-Zoll-Monster alles.

Das typische Notebook hat einen 15-Zoll-Bildschirm, wiegt zwei bis drei Kilogramm und ist mit günstiger bis teurer Hardware erhältlich. Noch größer sind Desktop Replacements, mobile Workstations und einige Gaming-Notebooks. Solche zumeist kostspieligen Geräte sind dazu gedacht, eine extrem hohe Arbeitsgeschwindigkeit zu erreichen, ohne dass der Nutzer seine Mobilität aufgeben muss.

Im 12- bis 14-Zoll-Segment sind vornehmlich teure Ultrabooks oder auch das Macbook Air vertreten: Solche Geräte sind besonders flach, wiegen meist weniger als 1,5 Kilogramm, verfügen häufig über ein Touch-Display und nutzen stromsparende, aber vergleichsweise schnelle Hardware.

2-in-1-Geräte wie Convertibles und Detachables ähneln Ultrabooks, sind aber vielseitiger: Bei einem Convertible kann das Display gedreht oder umgeklappt werden. Das Gerät dient so als Tablet oder Monitor. Bei einem Detachable sind Bildschirm und Tastatur keine feste Einheit, sondern eine Kombination aus Tablet und Dock.

Anders als bei Ultrabooks verbauen viele Hersteller in Convertibles und Detachables gerne günstige, weniger leistungsfähige Prozessoren statt teurer, sparsamer und schneller Chips. Auch beim Display sowie der Massenspeicher-Ausstattung unterscheiden sich die auf dem Markt erhältlichen 2-in-1-Geräte drastisch.

Wichtig: Ein Business-Ultrabook mag teurer sein als ein Consumer-Convertible, erhält aber in der Regel einen längeren Support für Ersatzteile und Treiber und ist besser verarbeitet. Oft sind auch Docking-Stationen dafür erhältlich. Auch für Firmen relevante Funktionen wie Intels vPro sind zumeist nur bei Business-Notebooks vorhanden.

Soll ein Gerät einige Jahre eingesetzt werden, ist es unserer Ansicht nach ratsam, ein paar Euro mehr zu zahlen.

Prozessor für günstige Geräte

Der Prozessor bestimmt die Arbeitsgeschwindigkeit eines Notebooks. Je schneller der Chip, desto flotter starten Programme, Internetseiten werden zügiger dargestellt und Bild- oder Videobearbeitung sind früher beendet.

Einige Prozessoren kosten im Einkauf weniger als 30 US-Dollar, andere mehrere Hundert US-Dollar, der teils exorbitante Aufpreis schlägt sich jedoch nicht immer in einer spürbar höheren Leistung nieder.

Abgesehen von einigen Auslaufmodellen liefern folgende Prozessortypen die geringste Geschwindigkeit: AMDs E1-, E2-, A4- und A6-Serie (Jaguar-/Puma-basiert) sowie Intels Atom-, Celeron-N2000- und Pentium-N3000-Reihe (Silvermont-basiert). Diese Chips nutzen zwei oder vier Kerne mit geringen Taktraten und einer vergleichsweise leistungsschwachen Architektur.

Um im Internet zu surfen, 1080p-Youtube-Videos zu betrachten, Texte zu verfassen oder PDF-Dokumente zu lesen, sind die genannten Prozessoren flott genug. Mit mehreren offenen (Flash-)Tabs und Musik-Streaming beginnen Notebooks mit solchen Chips sich etwas zäh anzufühlen, da das Gerät sich einen Moment Bedenkzeit nimmt, bevor es auf Eingaben reagiert.

Das ist bei Intels Core-Prozessoren und AMDs A8-, A10- und FX-Modellen (Richland-/Kaveri-basiert) nicht der Fall: Die reagieren im direkten Vergleich auch mit einigen laufenden Programmen fast so flott wie ein ausgewachsener Desktop-Rechner. Am langsamsten sind die Core M, die Core-Versionen mit einem Y- oder U-Suffix und die A6-Modelle von AMD.

Diese Chips sind mit 4,5 bis 17 (und in Ausnahmen 28) Watt sehr sparsam, die geringe Leistungsaufnahme wird aber durch niedrige Taktraten erzielt. Aber Achtung: Ein i7 mit U-Suffix hat anders als i7-Modelle mit MQ- oder HQ-Endung nur zwei Kerne. Es empfiehlt sich bei AMD wie Intel, die genauen Daten in der Produktübersicht oder der Ark nachzuschlagen.



Vorsicht bei teuren CPUs

Generell raten wir zu einem aktuellen Modell, im Falle von AMD also zur A8-/A10-/FX-7000-Reihe mit zwei sogenannten Modulen (vier Integer-Kerne) und bei Intel zu einem Chip aus der Core-i3/i5/i7-4000-Serie (Haswell-Technik) oder einem Core M-5000 (Broadwell-Architektur).

Diese Prozessoren liefern die beste Geschwindigkeit pro Takt und sind besonders effizient, benötigen also weniger Energie für die gleiche Leistung als vorherige Prozessor-Generationen.

Insbesondere bei Intels Core-Modellen mit U-Suffix sind die Preisunterschiede enorm, weswegen sich ein Blick auf die Spezifikationen lohnt. Ein Core i7-4650U ist in der Praxis nicht viel schneller als der i5-4300U, dennoch verlangt Microsoft beim Surface Pro 3 bei ansonsten identischer Hardware 250 Euro mehr.

Volle Desktop-Geschwindigkeit gibt es derzeit nur bei Intel: i3-Prozessoren mit einem M-Suffix und zwei Kernen samt Hyperthreading liefern bereits eine gute Anwendungsleistung für Bild- oder gelegentliche Videobearbeitung. Sie dürften für die meisten Käufer die passende Wahl sein. Kaum flotter sind die Core i5 mit M-Endung, vier Kerne gibt es erst mit einem i7-Modell.

Solche auf MQ oder HQ endenden Prozessoren richten sich an Spieler oder Anwender, die auch in ihrem Notebook eine sehr hohe Rechengeschwindigkeit benötigen.



Integrierte Grafikeinheiten

Jeder halbwegs aktuelle Prozessor besteht nicht nur aus CPU-Kernen, sondern enthält eine integrierte Grafikeinheit. Modelle ohne eine sogenannte iGPU (Integrated Graphics Processing Unit) oder IGP (Integrated Graphics Processor) sind nahezu vollständig aus dem Markt verschwunden.

Heutige integrierte Grafikeinheiten sind ihren Vorgängern hinsichtlich der Fähigkeiten wie auch der Leistung ernorm überlegen und genügen zumeist alltäglichen Ansprüchen.

Schon die iGPU eines Atom- oder E1-Prozessors steuert ein internes oder externes Display mit bis zu 2.560 x 1.600 Pixeln an und beschleunigt 1080p-H.264-Videos in Hardware, etwa auf Youtube oder per Streaming von beispielsweise Netflix. Eine Ausnahme stellen einige Atom-Modelle für Smartphones und Tablets dar, diese sind auf 1.920 x 1.080 oder gar 1.280 x 800 Pixel begrenzt.

Display-Auflösungen oberhalb von 1600p erfordern einen AMD-Prozessor der A-Reihe oder einen von Intels Core-Chips. Welche Pixelmenge jeweils unterstützt wird, zeigt der Quick Reference Guide.

Die Core M beispielsweise unterstützt intern (Embedded-Displayport) wie extern bis zu 3.840 x 2.160 Pixel bei 60 Hz (Displayport). Ein Core i3/i5/i7-4000 mit U-Suffix schafft das nur bei 30 Hz. Bei AMD unterstützen bereits die günstigen Beema-Chips Ultra-HD bei 60 Hz.



GPUs für Spieler und Profis

Rein von der Geschwindigkeit her sind AMDs iGPUs bei ähnlichem Preis überlegen, insbesondere wenn OpenGL oder OpenCL als Schnittstelle verwendet werden. Zumindest die schnellsten integrierten Grafikeinheiten liefern mehr Leistung als viele Low-End-Modelle.

Daher lohnt sich eine zusätzliche dedizierte Grafikeinheit nur dann, wenn diese eine deutlich höhere Geschwindigkeit als eine vorhandene im Prozessor integrierte GPU bietet.

Die R7-Radeon eines FX-7600P etwa ist ein bisschen flotter als eine Geforce GT 740M oder GT 825M sowie eine Radeon HD 8730M oder R7 M260X. Spielern oder Anwendern, die viel Leistung für die Bild- oder Videobearbeitung benötigen, raten wir zu Modellen ab einer Geforce GTX 860M oder Radeon HD 8870M (wichtig: die GDDR5-Version) oder R9 M270X.

Im professionellen Bereich gibt es mobile Workstations mit Firepro- oder Quadro-Grafikeinheiten, die verglichen mit Radeon- und Geforce-Modellen einige Zusatzfunktionen, mehr Videospeicher sowie eine höhere DP-Leistung bieten (doppelte Genauigkeit, FP64).

Workstations und Business-Geräte erhalten seitens der Hersteller meist eine bessere Treiber-Unterstützung, da längst nicht alle Grafikeinheiten mit den gewöhnlichen Catalyst- oder Geforce-Treibern zusammenarbeiten, sondern einige nur proprietäre Hersteller-Software akzeptieren.

Viel Arbeitsspeicher hilft viel

Ohne ausreichend RAM reagiert ein Notebook auf Eingaben quälend langsam, da Daten auf den Massenspeicher - beispielsweise eine Festplatte - ausgelagert werden. Selbst sehr günstige Geräte für unter 250 Euro sind daher mit 2 GByte Arbeitsspeicher ausgestattet. Diese Menge genügt, um Windows 7 oder 8.1 flüssig zu nutzen, sofern nicht viele Programme zugleich geöffnet sind.

Bereits mit einem Browser, einem Messenger, einem E-Mail-Client, einem Antiviren-Programm und mehreren PDF-Dokumenten erreicht der Speicherbedarf des kompletten Systems schnell 3 GByte oder überschreitet diese. Wir raten daher für ein Arbeitsgerät zu einem Minimum von 4 GByte Arbeitsspeicher, da ansonsten zu viele Daten ausgelagert werden müssen.

Sofern das Notebook auch zur (gelegentlichen) Bild- oder Videobearbeitung verwendet werden soll, empfehlen wir 8 GByte Arbeitsspeicher. Selbst bei einem Ultrabook mit vergleichsweise langsamem Prozessor und schwacher Grafikeinheit beschleunigt der verdoppelte RAM die Arbeitsgeschwindigkeit des Gerätes deutlich. Wichtig: Mehr als 4 GByte lohnen sich nur bei einem 64-Bit-Betriebssystem.

Einige Notebooks, vorrangig Gaming- oder Business-Systeme, ermöglichen durch eine Wartungsklappe den Zugriff auf die Speicherbänke. In diesem Fall ist das Gerät aufrüstbar - beispielsweise wenn der Hersteller das Notebook mit 4 statt 8 GByte RAM anbietet.

Ein DDR3L-1600-Speicherriegel in sogenannter SO-DIMM-Bauart für Notebooks kostet sehr wenig: Ein Stick mit 4 GByte Kapazität ist für unter 35 Euro erhältlich.



Dual-Channel-RAM oder aufrüsten

Insbesondere bei Notebooks, bei denen die integrierte Grafikeinheit für Bild- oder Videobearbeitung oder Spiele verwendet werden soll, ist schneller Speicher wichtig. AMD etwa spezifiziert DDR3-2133 für die größten Kaveri-Modelle, im Handel sind aber viele Geräte mit langsamerem DDR3-1600- oder DDR3-1333-Speicher ausgerüstet.

Noch übler sind Systeme mit einem Speicherriegel: Selbst wenn dieser 8 GByte fasst und mit DDR3-2133-Takt läuft, verringert sich die Datentransfer-Rate massiv. Ein modernes Notebook sollte mit mindestens zwei RAM-Modulen ausgestattet sein, da nur so beide Speicherkanäle des Prozessors Daten zur Grafikeinheit schaufeln.

Die Ausnahme stellen leistungsschwache Systems-on-a-Chip dar, die einen statt zwei Speicherkanäle haben. Hierzu zählen AMDs E1-, E2-, A4- und A6-Serie (Jaguar-/Puma-basiert) sowie Intels Atom-, Celeron-N2000- und Pentium-N3000-Reihe (Silvermont-basiert).

Bei diesen Prozessoren, vor allem bei den AMD-Modellen mit der schnelleren Grafikeinheit, kommt es auf den Speichertakt an. Unerheblich für die Geschwindigkeit ist übrigens der Aufbau: Ob Single-Sided oder Dual-Sided, an der Leistung ändert dies nichts.

Double-Rank-Arbeitsspeicher hingegen kann die Datentransferrate steigern.

TN- und IPS-Displays

In praktisch allen Notebooks ist ein TN- oder ein IPS-Panel verbaut (IGZO hingegen ist ein Transistormaterial). Ein Twisted Nematic ist günstiger und steckt meist in niedrigpreisigen Geräten.

Da TN-Panels häufig schneller schalten als Displays mit IPS-Technik, werden sie vereinzelt auch in Gaming-Systemen verwendet. Zu den Vorteilen von In-Plane Switching zählen die kaum vorhandene Blickwinkelabhängigkeit, bei der Farbdarstellung und Kontraste wenig invertieren.

Zwar benötigen IPS-Panels tendenziell mehr Energie als TN-Panels und nicht alle Twisted Nematics sind schlecht. Dennoch raten wir dazu, ein Notebook mit IPS-Panel zu kaufen, da die Vorteile klar überwiegen. Die meisten Hersteller bieten hochpreisige Geräte ohnehin einzig mit einem IPS-Panel an, alternative TN-Displays sind selten.

Allerdings erreichen nur die wenigsten IPS-Panels in mobilen Workstations ansatzweise die für Bildbearbeitung wichtige Prozentabdeckung von Farbräumen wie sRGB oder Adobe RGB. Viel häufiger werden im Handel Geräte mit falscher Farbdarstellung angeboten: Dunklere Töne saufen in Schwarz ab und die Darstellung heller Farben erfolgt mit überhöhtem Kontrast. Wir empfehlen, das Display des neuen Notebooks selbst oder von einem Bekannten kalibrieren zu lassen.

Wer oft unterwegs ist und an Orten mit starken Lichtquellen wie Deckenbeleuchtung oder direkter Sonneneinstrahlung arbeitet, sollte auf die maximale Display-Helligkeit achten. Je stärker die Hintergrundbeleuchtung, desto heller und besser lesbar wird der Display-Inhalt, die Leistungsaufnahme des Displays aber steigt. Unseren Erfahrungen nach sollte die maximale durchschnittliche Helligkeit mindestens 300 cd/m² betragen.

Dieser Wert ist dann besonders wichtig, wenn das Display nicht matt, sondern ein Glare- oder Glossy-Display ist. Bei solchen Bildschirmen wird Umgebungslicht mehr reflektiert denn gestreut. Lampen oder die Sonne spiegeln sich im Display und erschweren dessen Lesbarkeit teils enorm. Je höher die Helligkeit, desto weniger fallen die Reflexionen auf.

Pentile ist nicht immer schlechter

Ob Glare oder matt hat mit dem Panel-Typ nichts zu tun. Da durch eine matte Oberfläche jedoch mehr Licht gestreut wird, verringert sich im direkten Vergleich die Helligkeit, was zu einem etwas geringeren Kontrast führt.

Da ein mattes Display durch zusätzliche Arbeitsschritte aufwendiger herzustellen ist als Glare, sind matte Bildschirme oft bei teuren Geräten oder gegen Aufpreis verfügbar. Ein Touchscreen, wie er beispielsweise bei Ultrabooks seit der Haswell-Generation Pflicht ist, wird fast ausschließlich mit (entspiegelten) Glare-Displays kombiniert.

Hinsichtlich der Bildpunkte halten wir bei einem 11,6-Zoll-Gerät eine Auflösung von 1.366 x 768 Pixeln für sinnvoll. Bei einem Notebook mit 13 bis 15 Zoll empfehlen wir 1.600 x 900 bis 1.920 x 1.080 Bildpunkte. Noch höhere Auflösungen bieten wenige Vor-, aber viele Nachteile: Je mehr Pixel auf ein Display gequetscht sind, desto höher ist die Leistungsaufnahme: Alle Bildpunkte müssen angesteuert und beleuchtet werden.

Um dem entgegenzuwirken, greifen einige Notebook-Hersteller bei Displays mit 3.200 x 1.800 Pixeln auf Panels mit einer RGBW-Pentile-Matrix zurück (wie Lenovo im Yoga 3 Pro). Ein Bildpunkt besteht aus drei Subpixeln und einem weißen, Schriften wirken anders als bei einer RGBG-Pentile Matrix nicht ausgefranst.

Die Hintergrundbeleuchtung kann somit schwächer ausfallen - Pentile bedeutet also nicht immer ein schlechteres Bild. Andere hochauflösende Displays wie das des Razer New Blade nutzen eine noch bessere Lösung in Form der IGZO-Technik mit dünneren TFTs, durch die mehr Licht scheint.



Hohe Auflösungen sinnvoll?

Problematisch ist zumindest unter Linux und Windows, dass beide Betriebssysteme zwar recht gut mit sehr vielen Pixeln skalieren, aber längst nicht alle Programme. Einige Fenster sind mit hohen Auflösungen sehr klein, was das Arbeiten erschwert. Bei Mac OS X sind praktisch alle Apple- und Adobe-Programme angepasst.

Bei Gaming-Notebooks mit 3.200 x 1.800 oder mehr Pixeln besteht das Problem, dass die Bedienoberfläche in Spielen nicht skaliert und daher winzig dargestellt wird. Das größere Dilemma: Selbst die schnellsten Grafikeinheiten wie eine Geforce GTX 980M sind zu langsam, um grafisch aufwendige Spiele nativ mit extremen Auflösungen und hohen Details flüssig zu rendern.

Wer kein externes Display verwendet, muss daher die Einstellungen oder zusätzlich die Auflösung reduzieren. Diese kann pixelgenau mit schwarzen Rändern darstellt werden - bei 1.600 x 900 Bildpunkten auf einem QHD+ Bildschirm wird so aber nur ein Viertel des Displays genutzt.

Alternativ muss die niedrigere Auflösung interpoliert werden, dieses Upscaling verringert die Bildqualität sichtlich.

eMMC, HDD oder SSD?

In jedem Notebook sind eine Embedded Multi Media Card (eMMC), eine Festplatte oder eine SSD verbaut - oder eine Kombination daraus. Eine Embedded Multi Media Card ähnelt technisch einer SD-Karte und ist für Hersteller eine günstige Option, 16 bis 128 GByte fest verlöteten Speicherplatz anzubieten. EMMCs bieten wie SSDs geringe Zugriffszeiten, aber langsame sequenzielle Datentransferraten.

Diese liegen oft unterhalb denen einer Festplatte, da kaum ein Hersteller die eMMC-Schnittstelle mit ausreizt. Embedded Multi Media Cards werden üblicherweise in Tablets, niedrigpreisigen und kleinen Notebooks sowie in Smartphones verbaut. Vorteile haben eMMCs verglichen mit HDDs beim Übertragen von 4K-Blöcken, etwa App-Starts.

Festplatten oder Hard Disk Drives mit rotierenden Scheiben liefern die höchste Kapazität und sind in den meisten Geräten der Standard-Massenspeicher. Sie eignen sich vor allem als sogenanntes Datengrab, also zum Sichern von großen Bildarchiven oder vielen hochauflösenden Videos oder, um darauf Spiele zu installieren.

Der Nachteil von HDDs sind die geringen sequenziellen Datentransferraten, lange Zugriffszeiten, ihre (kaum hörbare) Mechanik und vergleichsweise hohe Leistungsaufnahme. Wir empfehlen mindestens 500 GByte, sofern außer der Festplatte kein Massenspeicher verbaut ist. Geräte mit weniger Kapazität sind ohnehin selten.

Das mit Abstand schnellste Speichermedium sind die lautlosen, aber teureren SSDs (Solid State Drives). Dafür liefern SSDs Datentransferraten von über 500 statt unter 150 MByte pro Sekunde, die Zugriffszeiten sind noch kürzer als bei eMMCs. Windows bootet mit einer SSD deutlich schneller als mit einer HDD. Programme starten und Spiele laden zügiger und auch Bild- sowie Videobearbeitung profitieren.

Selbst wenn wenige oder keine Spiele installiert werden, raten wir zu einer SSD mit mindestens 120 oder besser 250 GByte Kapazität.



Lernende Hybrid-Festplatten

Anstatt eine sehr große, teure SSD oder eine zusätzliche HDD zu verbauen, setzen einige Hersteller Hybrid-Festplatten ein. Sogenannte SSHDs (Solid State Hybrid Drives) kombinieren die rotierenden Platter einer HDD mit einem bei 2,5-Zoll-SSHDs meist 8 GByte großen Flash-Speicher, wie er auch in SSDs steckt.

Der selbstlernende Laufwerk-Controller nutzt diesen als Cache für häufig verwendete Daten. Das beschleunigt den Betriebssystemstart und Programme. Werden viele große Dateien wie Filme von einem Ordner oder einer Partition umkopiert, hilft der Flash-Cache allerdings wenig.

Eine weitere Alternative ist eine interne SSD zusammen mit einer externen Festplatte. Modelle im kompakten 2,5-Zoll-Formfaktor und mit schneller USB-3.0-Schnittstelle sind für 50 Euro erhältlich und eignen sich beispielsweise als Ergänzung zu einem Ultrabook mit kleiner SSD oder als Spielearchiv bei einem Gaming-Notebook.

Viele Geräte, darunter auch einige Ultrabooks, besitzen mehr als nur einen Steckplatz für SSDs oder Festplatten. Häufig ist neben einem SATA-Port Platz für ein mSATA- oder M.2-Laufwerk.

Diese Steckplätze eignen sich gut zum Aufrüsten des Notebooks, sofern der Hersteller dem Kunden durch eine Wartungsklappe den Zugriff ermöglicht.



Feinheiten bei den Schnittstellen

Die Anzahl und die Art der Anschlüsse variieren stark. Kleine Geräte sind nicht zwingend schlechter ausgestattet als sehr große. Zur Basisausstattung gehören unserer Ansicht nach mindestens zwei USB-Anschlüsse, davon einer in der 3.0-Ausführung, ein Kartenleser, ein kombinierter Mikrofon-Audio-Port und ein Ausgang für externe Displays.

Hier gilt es, genauer hinzuschauen: Einige günstige Geräte bieten einzig VGA, deutlich sinnvoller sind HDMI oder Displayport. Oft werden Mini- oder Micro-Versionen verbaut. Passende Adapter kosten nur wenige Euro. Wer seinen 1080p-Fernseher anschließen möchte, dem genügt HDMI 1.2. Für externe Monitore mit 2.560 x 1.600 Pixeln ist HDMI 1.3 erforderlich.

Um ein Ultra-HD- oder 4K-Display mit voller Auflösung bei 60 Hz anzusteuern, braucht es das noch sehr neue HDMI 2.0 oder einen Displayport-1.2-Ausgang. Für bis zu 4.096 x 2.160 Pixel bei 30 Hz reicht eine HDMI-1.4-Schnittstelle.

Ein Blick auf die Positionierung der Anschlüsse hilft, später Probleme zu vermeiden: Ein USB-Port weit vorne rechts am Notebook kann stören, wenn da ein Gerät mit einer Maus verwendet wird. Ärgerlich ist, dass häufig die Information fehlt, wie der Kartenleser intern anschlossen ist. Hängt er an einem USB-2.0- statt 3.0-Port, bremst dieser flotte SD-Karten massiv aus.

Vielen dünnen Geräten wie Convertibles fehlt Gigabit-Ethernet, was wir wenig tragisch finden: Wer nicht auf das integrierte WLAN zurückgreifen möchte, nutzt einfach einen USB-auf-Ethernet-Adapter. Eine Alternative sind Docking-Stationen, die zusätzliche oder am Gerät selbst nicht vorhandene Schnittstellen bieten. Sie werden für Business-Notebooks oft angeboten.

Eingabegeräte bleiben Geschmackssache

Während im Desktop-Bereich Tastaturen mit mechanischen Switches immer beliebter werden, sind im Notebook-Segment Modelle mit Gummimembran (Rubberdome) und geringerer Lebensdauer üblich. Bei fast allen Geräten ist die Chiclet-Anordnung mit Abständen zwischen den Tasten mittlerweile Standard.

Wie die oft sehr flachen Tasten mit kurzem Hubweg ist die Chiclet-Anordnung eine Geschmacks- und Gewöhnungssache. Bei flachen Tasten hilft eine konkave Kappe, um mehr Führung für die Finger zu erhalten. Entsprechende Buttons verbaut Lenovo häufig. Auch Apple nutzt konkave Tasten.

Einige Hersteller positionieren die Fn-Taste links statt rechts neben der Strg-Taste. Bei vielen Geräten ist diese Anordnung im Bios oder UEFI umschaltbar, unter Linux klappt das mit Oberflächen wie Gnome-Shell. Keine Abhilfe gibt es bei Notebooks, bei denen die F-Tasten in die Zahlenreihe integriert sind.

Ein häufiges Ärgernis sind zu klein geratene und im schlechtesten Fall noch ungünstig positionierte Pfeiltasten. Besonders Vielschreiber stört dies, da es schwieriger ist, im Text zu springen oder Wörter zu markieren. Praktisch finden wir hingegen kleine, längliche Erhöhungen auf den Pfeiltasten, wie sie Lenovo verbaut. Eine Hintergrundbeleuchtung ist ebenfalls nützlich.

Die Art des Touchpads und dessen Maße sind wie der Tastaturtyp prinzipiell auch Geschmacks- sowie Gewöhnungssache. Mehr Platz für die Finger schadet nie, ebensowenig dedizierte Maustasten. Bei vielen Touchpads sind diese integriert und geben kaum haptisches Feedback.

Eine Alternative stellt ein Trackpoint (Lenovo) oder Pointing Stick (HP) dar, wie er auch bei einigen Geräten von Toshiba und Fujitsu verbaut ist. Aktuelle 2-in-1-Geräte bieten zudem einen Touchscreen, den wir bei dieser Geräteform auch für sinnvoll halten. Bei aktuellen Ultrabooks ist ein Touchscreen Pflicht, in der Praxis nutzen wir dieses Eingabegerät jedoch selten.

Memory-Effekt ist Geschichte

Empfehlungen zum Akku sind zugegeben schwierig: Mehr Kapazität bedeutet zwar eine längere Laufzeit, erhöht aber die Größe und das Gewicht des Akkus und damit des Notebooks. Prinzipiell sind auswechselbare fest verbauten Akkus vorzuziehen, denn die Energiespeicher altern mit der Zeit, verlieren also Kapazität.

Nach zwei bis drei Jahren läuft das Notebook beispielsweise nur noch gut 5 statt rund 7 Stunden. Wie schnell ein Akku altert, ist von mehreren Faktoren abhängig. Den Memory-Effekt gibt es bei Notebooks schon längst nicht mehr, es ist bei modernen Lithium-Ionen-Akkus kein Problem, sie auch bei noch vorhandener Ladung neu zu betanken. Das sollte aber nur erfolgen, wenn das Notebook wirklich länger ohne Steckdose genutzt wird.

Wenn beispielsweise der Ladestand nur von 80 auf 100 Prozent erhöht wird, nutzt das den Akku genauso stark ab wie eine vollständige Ladung. Der häufige Wechsel zwischen Konferenzraum (Akku) und Schreibtisch (Netzbetrieb) kann einen Akku im Arbeitsalltag bereits in einem Jahr vollständig ruinieren.

Besser ist es also, an den meist genutzten Arbeitsplätzen mehrere Netzteile zu deponieren, und das Notebook so oft wie möglich damit zu nutzen. Sind die Akkus wechselbar, so lohnt es sich auch nicht, sie auf Vorrat zu kaufen.

Die Stromspeicher altern selbst dann, wenn sie nicht verwendet werden, wenn auch weniger stark als im Betrieb. Sinnvoll ist ein Neukauf ohne Not nur dann, wenn die Versorgung mit Ersatzteilen ausläuft.



Teurer Akku-Austausch

Manche Notebooks bieten in der Firmware oder mit einem herstellereigenen Tool für das Betriebssystem die Möglichkeit, einen Grenzwert einzustellen, ab dem geladen wird. Vor allem bei einfachen Notebooks ist das nicht nötig, bei ihnen wird auch schon bei 95 Prozent Ladestand nachgefüllt. Das nutzt den Akku stark ab, so dass man bei diesen Geräten noch mehr auf den Betrieb mit Netzteil achten sollte.

Vor allem bei Business-Geräten gibt es die Möglichkeit, Akkus mit höherer Kapazität als Zubehör zu kaufen. Das ist unserer Meinung nach nur dann sinnvoll, wenn die längeren Laufzeiten häufig benötigt werden. Zwei Standardakkus bieten in der Regel eine höhere Ausdauer, sind aber schwerer als ein größerer Akku.

Bei fest verbauten Akkus besteht für den Kunden kaum eine Möglichkeit, diesen auszutauschen - das kann nur der Hersteller oder ein Fachgeschäft. Apple etwa verlangt je nach Macbook-Typ 130 bis 200 Euro für einen Akkuwechsel.

Bei Business-Notebooks ist die Garantiezeit häufig ein Jahr länger als bei Consumer-Modellen, zudem ist bei Business-Geräten mit austauschbaren Akkus die Wahrscheinlichkeit höher, zu einem späteren Zeitpunkt noch Ersatzteile für das Notebook zu erhalten.



Fazit

Die Vielfalt der Ausstattungsoptionen zeigt: Das eine Notebook, das zu jedem Anwender passt, gibt es nicht. Während der Spieler eher Wert auf hohe Leistung und einen großen Bildschirm legt, bevorzugt ein vielreisender Geschäftsmann eher geringes Gewicht und lange Akkulaufzeiten. Ein Ingenieur oder Softwareentwickler dagegen braucht beides: viel Performance und Mobilität. Daher will die Wahl des ständigen Begleiters oder eines Desktopersatzes wohlüberlegt sein.

Da Notebooks, insbesondere die sehr flachen und leichten Modelle, immer schwerer aufzurüsten sind, ist auf eine sinnvolle Erstausstattung zu achten. Bei CPU und GPU gibt es meist keine Upgrade-Möglichkeiten, und wenn, dann nur mit viel Gebastel. Auch bei RAM oder Festplatte bietet nicht mehr jedes Gerät einen einfachen Zugang zu den Komponenten.

Wer sein Notebook besonders lange nutzen will, sollte auch auf eine Versorgung mit Ersatzteilen - insbesondere Akkus - von mehreren Jahren achten. Das beim Elektronikdiscounter beworbene Schnäppchen kommt dann kaum infrage, denn in der Regel handelt es sich dabei um Consumer-Geräte, die nicht besonders lange unterstützt werden.

Ein Blick auf die teureren, aber über große Zeiträume gepflegten Businessgeräte kann sich auch für den privaten Anwender lohnen.  (ms)


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