Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/windows-und-office-microsoft-deutschland-sperrt-50-000-product-keys-1412-110937.html    Veröffentlicht: 03.12.2014 14:44    Kurz-URL: https://glm.io/110937

Windows und Office

Microsoft Deutschland sperrt 50.000 Product Keys

Microsoft Deutschland hat eine große Anzahl von Product Keys gesperrt, die zu Testversionen, Volumenlizenzen für Bildungseinrichtungen oder OEM-Lizenzen für Windows und Office gehören. Sie seien illegal gehandelt worden. Auch PC Fritz wird wieder genannt.

Microsoft Deutschland hat 50.000 Product Keys gesperrt. Wie das Unternehmen am 3. Dezember 2014 bekannt gab, wehrt der Konzern sich so gegen eine neue Art von illegaler Softwarenutzung. Die Aktivierungscodes für Windows oder Office seien als Lizenzen gehandelt worden. Es habe sich aber um zeitlich befristete Lizenzen für Testversionen, um Volumenlizenzen für Bildungseinrichtungen oder OEM-Lizenzen gehandelt, die illegal vertrieben worden seien.

Zudem habe Microsoft mehrere einstweilige Verfügungen gegen Anbieter manipulierter Lizenzen durchgesetzt und zahlreiche Angebote auf Handelsplattformen beenden lassen.

In den vergangenen beiden Jahren seien Hunderttausende gefälschte Datenträger, zumeist Windows-7-Recovery-DVDs, und gefälschte Echtheitszertifikate (COAs) sichergestellt worden. "In Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden konnten eine Vielzahl von betrügerischen Händlern gestoppt und kriminelle Netzwerke zerschlagen werden", sagte Oliver Gronau, Director Software Compliance und Antipiracy bei Microsoft Deutschland. Ein wichtiges Beispiel sei der Fall PC Fritz, der im Januar 2015 in die Hauptverhandlung geht.

Der Verkauf einzelner Product Keys als vermeintliche Lizenzen für Microsoft Windows und Microsoft Office habe dagegen stark zugenommen. Betrügerische Händler müssten "keine gefälschten Datenträger herstellen und importieren lassen und schließen so das Risiko einer Grenzbeschlagnahmung durch den Zoll aus", betonte Gronau. Auch im Fall einer Durchsuchung könnten nur Listen mit Product Keys sichergestellt werden.

Es wurden auch schon manipulierte Windows-Versionen entdeckt, die selbst Schadsoftware enthalten. Wenn Kunden Product Keys zum Schnäppchenpreis erwerben würden, sei der Kaufpreis in jedem Fall verloren, wenn die Fälschung aufgedeckt und der Product Key gesperrt sei. Wenn ein Händler eine Lizenz von Microsoft Office Professional für weniger als 80 Euro anbiete, sei dies verdächtig.  (asa)


Verwandte Artikel:
Always Connected PCs: Vielversprechender Windows-RT-Nachfolger mit Fragezeichen   
(09.03.2018, https://glm.io/133094 )
Windows 7: PC Fritz soll illegale Kopien aus der Ukraine geholt haben   
(26.05.2014, https://glm.io/106741 )
Kein COA: Windows 8 versteckt seine Product Keys recht schlecht   
(27.11.2012, https://glm.io/95959 )
Microsoft: KI-Framework kommt auf Windows-10-Endgeräte   
(08.03.2018, https://glm.io/133217 )
Microsoft: Alle Windows-Insider können künftig Preview-Apps testen   
(15.02.2018, https://glm.io/132788 )

© 1997–2020 Golem.de, https://www.golem.de/