Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/grafikschnittstelle-kein-directx-12-fuer-windows-7-1411-110548.html    Veröffentlicht: 14.11.2014 10:47    Kurz-URL: https://glm.io/110548

Grafikschnittstelle

Kein DirectX 12 für Windows 7

Windows 7 außen vor: Die kommende Grafikschnittstelle DirectX 12 wird nicht für das ältere Betriebssystem veröffentlicht. Stattdessen soll es für Nutzer von Radeon-Grafikkarten eine Alternative geben.

AMDs Spiele-Chef Richard Huddy hat bestätigt, dass DirectX 12 nicht für Windows 7 verfügbar sein wird. Als Alternative benennt der Chief Gaming Scientist die Mantle-Schnittstelle des Grafikkartenherstellers, die zumindest in Teilbereichen schon heute ähnliche Vorteile bietet, wie sie DirectX 12 haben soll.

Die Ankündigung kommt wenig überraschend, denn schon Direct3D 11.2 ist nur für Windows 8 verfügbar. Windows 7 unterstützt maximal Direct3D 11.1, und das nicht in vollen Umfang. Spieler, die DirectX 12 nutzen möchten, müssen daher auf Windows 10 umsteigen. Ob Windows 8.1 die Schnittstelle ebenfalls erhält, hat Microsoft noch nicht bekanntgegeben.

Das DX12-API setzt WDDM 2.0 (Windows Display Driver Model) voraus, während Windows 8.1 derzeit nur WDDM 1.3 unterstützt. Für Windows 7 ist einzig das WDDM 1.1 verfügbar, weswegen hier Teile von Direct3D 11.1 fehlen und Direct3D 11.2 nicht angeboten wird.

Unsere Vermutung: Windows 8.1 dürfte das Feature-Set von Direct3D 11.3 unterstützen, nicht aber den Low-Level-Aspekt von DX12.

DirectX 12 ähnelt vom Feature-Set her Direct3D 11.3, allerdings ist die Spezifikation des API noch nicht abgeschlossen. Für DirectX 12 und Direct3D 11.3 müssen Grafikkarten Rasterizer Ordered Views, Typed UAV Load, Volume Tiled Resources sowie Conservative Raster unterstützen.

Rasterizer Ordered Views verbessern beispielsweise die Order Independent Transparency, also das Rendering von transparenten Objekten ohne CPU-Sortierung. Hinzu kommt die API-Unterstützung von Megatextures (Volume Tiled Resources) in Form von Voxeln, also dreidimensionalen Ressourcen.

DirectX 12 ist anders als DX11 eine Low-Level-Schnittstelle, die wie Mantle den CPU-Overhead reduziert. Das ermöglicht höhere Bildraten, wenn der Prozessor limitiert - etwa in Dragon Age Inquisition oder Civilization Beyond Earth.

Dices/Electronic Art's Frostbite-, Oxide Games' Nitrous-Engine und Epic Games' Unreal Engine 4 sollen künftig DirectX 12 unterstützen, das haben die Entwicklerstudios bereits im März 2014 angekündigt.

Die neue Schnittstelle soll für Windows-Geräte (PCs, Tablets, Smartphones) und die Xbox erscheinen, erste Spiele erwartet Microsoft Ende 2015.  (ms)


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