Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/stellenmarkt-mehr-sicherheitsexperten-und-entwickler-gesucht-1411-110438.html    Veröffentlicht: 10.11.2014 15:00    Kurz-URL: https://glm.io/110438

Stellenmarkt

Mehr Sicherheitsexperten und Entwickler gesucht

Die NSA-Affäre und die Berichte über Cyberangriffe wirken sich auf die Nachfrage nach Sicherheitsexperten aus. Auch Spezialisten für Cloud Computing und Big Data haben gute Jobchancen.

In Deutschland werden derzeit rund 41.000 IT-Spezialisten gesucht. Damit sei die Zahl der offenen Stellen im Vergleich zum Vorjahr um rund fünf Prozent gestiegen, teilte der IT-Branchenverband Bitkom am Montag in Berlin mit. Demnach sind in IT- und Telekommunikationsunternehmen derzeit 16.500 Stellen unbesetzt. Bei diesen sogenannten Anwenderbranchen fänden sich weitere 24.500 unbesetzte Stellen. "Wir haben - von Ausnahmejahren in der Wirtschafts- und Finanzkrise abgesehen - nahezu konstant einen ungedeckten Fachkräftebedarf von rund 40.000 IT-Experten", sagte Bitkom-Präsident Dieter Kempf.

Für die Studie wurden laut Bitkom mehr als 1.500 Geschäftsführer und Personalverantwortliche von Unternehmen aller Branchen befragt. Mehr als jedes zweite ITK-Unternehmen (54 Prozent) habe angegeben, dass aktuell ein Mangel an IT-Spezialisten herrsche. 42 Prozent erwarteten sogar, dass sich der Fachkräftemangel in Zukunft weiter verschärfen werde. "Wenn nicht genügend Fachkräfte vorhanden sind, besteht die Gefahr, dass Arbeit ins Ausland verlagert wird. Das bedeutet aber auch, dass Innovationskraft verloren geht", sagte Kempf.

NSA-Affäre und Cyberattacken wirken sich aus

Die meisten unbesetzten Stellen in der ITK-Branche finden sich der Studie zufolge bei den Anbietern von Software und IT-Dienstleistungen. Hier gebe es alleine 14.200 offene Positionen. Weitere 1.700 IT-Experten würden von Herstellern von Hardware und Unterhaltungselektronik gesucht, 600 von Anbietern von Telekommunikationsdiensten. Wie im Vorjahr suchen fast drei Viertel der ITK-Unternehmen (71 Prozent) nach Softwareentwicklern. Bei ihnen sind vor allem Fähigkeiten rund um Cloud Computing (53 Prozent) und Big Data (44 Prozent) gefragt, gefolgt von Kenntnissen im Bereich Social Media (34 Prozent) sowie zur Programmierung von klassischen Webpräsenzen (28 Prozent) und Apps beziehungsweise mobilen Webseiten (26 Prozent).

Hinter den Softwareentwicklern folgen laut Bitkom bei den gesuchten Berufsbildern mit deutlichem Abstand Anwendungsbetreuer und Administratoren, die von rund jedem fünften Unternehmen (21 Prozent) nachgefragt werden, sowie IT-Berater (18 Prozent). Deutlich gestiegen ist der Bedarf an Projektmanagern (von 4 auf 15 Prozent) sowie IT-Sicherheitsexperten (von 3 auf 15 Prozent). "Der Bedarf an IT-Sicherheitsexperten steigt. Hier spiegelt sich die Debatte der vergangenen Monate über Abhörmaßnahmen der Geheimdienste, Industriespionage und die zahlreichen Berichte über Cyberattacken deutlich wider", sagte Kempf.

Anwender suchen mehr Entwickler

In der Anwenderbranche entfalle rund die Hälfte der freien Stellen auf Administratoren und Anwendungsbetreuer (51 Prozent). Der Anteil der gesuchten Softwareentwickler sei im Vergleich zum Vorjahr von 9 auf 15 Prozent gestiegen. "Der steigende Bedarf an Softwareentwicklern in den Anwenderbranchen zeigt, dass sich die Digitalisierung in der gesamten Wirtschaft derzeit beschleunigt", sagte Kempf. Ebenfalls häufig gesucht würden IT-Berater (12 Prozent) und IT-Sicherheitsexperten (9 Prozent).

Angesichts des hohen Bedarfs an IT-Experten bekräftigte der Verband seine Forderung nach einem Pflichtfach Informatik in der Sekundarstufe I. "Wir müssen bei unseren Kindern ansetzen und schon in der Schule das Interesse an der Informatik und anderen technischen Berufen wecken", sagte Kempf.  (fg)


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