Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/gemeinsamer-brief-telekom-will-oeffnung-von-whatsapp-erzwingen-1411-110379.html    Veröffentlicht: 07.11.2014 09:56    Kurz-URL: https://glm.io/110379

Gemeinsamer Brief

Telekom will Öffnung von Whatsapp erzwingen

Whatsapp, Facebook und Google sollen ihre Dienste öffnen, so dass Nutzer ihre Daten austauschen und kommunizieren können, wie es Netzbetreiber über Roaming erlauben. Das fordern Telekom, Vodafone und Telefónica.

Die Deutsche Telekom gehört zu einer Gruppe von Netzbetreibern und -ausrüstern, die Whatsapp und Facebook zu einer Öffnung zu anderen Diensten zwingen wollen. Das berichtet die Rheinische Post unter Berufung auf einen Brief der Firmenbosse an den neuen EU-Kommissionspräsidenten Jean-Claude Juncker. Die EU-Kommission soll Internetkonzerne wie Google, Apple oder Facebook regulieren.

Unterzeichnet haben den Brief Telekom-Chef Tim Höttges und Vittorio Colao, Vorstandsvorsitzender des Vodafone-Konzerns. Auch die Chefs von Telecom Italia, Telefónica, Liberty, Orange, Telenor und Teliasonera sowie die Netzwerkausrüster Ericsson und Alcatel-Lucent haben den Brief unterschrieben.

Die neue Regulierung würde den Internetkonzernen verbieten, geschlossene Kommunikationssysteme zu betreiben. Sie müssten ihre Systeme so öffnen, wie Netzbetreiber sich mit Roaming für Sprachtelefonie oder SMS verbinden. Die Kommission müsse die "Transparenz und Offenheit von Kommunikationsplattformen, Betriebssystemen und Suchmaschinen sicherstellen, damit europäische Nutzer über Plattformen hinweg kommunizieren und frei wählen können."

Die Unternehmen fordern von der EU-Kommission auch, "Asymmetrien zwischen den Richtlinien für Investoren in die europäische Infrastruktur und denen für globale Internetkonzerne" abzubauen. Es dürfe nicht länger sein, dass Google oder Facebook in Europa Milliarden Euro mit Diensten verdienten, die den europäischen Konzernen wegen des hohen Datenschutzniveaus verboten seien. Dahinter steckt auch die Forderung, dass die US-Konzerne, die mit Werbung in ihren Diensten in Europa Milliarden verdienen, sich an den Kosten für den Netzausbau beteiligen sollten.  (asa)


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