Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/asics-grossbrand-durch-bitcoin-mining-1411-110366.html    Veröffentlicht: 06.11.2014 18:14    Kurz-URL: https://glm.io/110366

ASICs

Großbrand durch Bitcoin-Mining

Ein Großbrand hat eine gesamte Installation zum Minen von Bitcoins vernichtet. Dabei wurden ASICs im Wert von mehreren Millionen US-Dollar zerstört. Verletzt wurde bei dem Feuer in Thailand niemand. Die Mining-Leistung des gesamten Bitcoin-Netzwerks ging um zwei Prozent zurück.

Ein Großbrand hat einen Bitcoin-Mining-Aufbau in der Provinz Samut Prakan in Thailand zerstört. Laut einem Bericht der Zeitung Thai Rath bemerkte ein Mitarbeiter des Gebäudesicherheitsdienstes in der Nacht einen Brandgeruch, kurze Zeit später stand das Gebäude in Flammen. Die Feuerwehr aus der naheliegenden Stadt Samrongnua rückte mit sieben Fahrzeugen an, um den Brand unter Kontrolle zu bringen. Verletzt wurde bei dem Großfeuer niemand.

Die Installation in der Nähe von Bangkok wurde offenbar von einer Gruppe in Thailand niedergelassener Europäer betrieben. Der Vorfall ereignete sich bereits am 14. Oktober. Erst jetzt wurde aber bekannt, dass der Brand durch eine Bitcoin-Installation verursacht wurde.

Hohe Gerätedichte

Im September 2014 hatte ein Mitarbeiter der Firma Spondoolies Tech im Forum bitcointalk.org ein Foto der Installation gepostet, versehen mit dem Kommentar, dass es sich vermutlich um einen Weltrekord bei der Dichte an Mining-Equipment handele. Die verwendeten ASICs vom Typ SP30 werden von Spondoolies Tech hergestellt und kosten pro Stück 3.595 US-Dollar. Die Gruppe, die die Installation betrieb, nennt sich Cowboyminer Mining Cooperative.

Nach Schätzungen dürfte die gesamte Installation mehrere Millionen US-Dollar wert gewesen sein und benötigte fünf Megawatt an Elektrizitätsleistung. Angaben von Spondoolies Tech zufolge waren die Betreiber wohl nicht gegen einen derartigen Schaden versichert.

Hohe Wärmeentwicklung

Das Minen von Bitcoins ist ein zentraler Teil des Protokolls der Kryptowährung. Zur Erstellung von neuem Geld müssen aufwendige Berechnungen von Hashes durchgeführt werden. Anfangs wurde das Minen noch mit Privat-PCs und mit Grafikkarten durchgeführt, inzwischen lohnt sich das aber praktisch nicht mehr. Es gibt einen großen Markt für teure Spezialhardware, die zum Minen eingesetzt wird.

Hardware, die aufwendige Berechnungen durchführt, wird naturgemäß schnell heiß, und es muss für eine ausreichende Kühlung gesorgt werden. Dass beim Bitcoin-Minen Probleme mit Überhitzung auftreten können, ist bekannt. Im Forum von bitcointalk.org gibt es beispielsweise bereits einen Thread, in dem ein Nutzer berichtet, dass er durch das Bitcoin-Minen beinahe sein Haus abgebrannt habe.  (hab)


Verwandte Artikel:
Supercomputer: Atomwissenschaftler bei Bitcoin-Mining erwischt   
(10.02.2018, https://glm.io/132700 )
Fredrik Neij: Letzter Pirate-Bay-Mitgründer verhaftet   
(04.11.2014, https://glm.io/110305 )
Brandgefahr: Akku mit eingebautem Feuerlöscher   
(16.01.2017, https://glm.io/125604 )
Hewlett Packard: Archiv der HP-Gründer fällt Feuer zum Opfer   
(30.10.2017, https://glm.io/130883 )
Brandgefahr: Toshiba ruft 41.000 Satellite-Notebooks zurück (Update 2)   
(03.09.2010, https://glm.io/77691 )

© 1997–2019 Golem.de, https://www.golem.de/