Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/google-chrome-entfernt-sslv3-in-kommenden-versionen-1411-110273.html    Veröffentlicht: 03.11.2014 15:07    Kurz-URL: https://glm.io/110273

Google

Chrome entfernt SSLv3 in kommenden Versionen

Als Reaktion auf die Poodle-Lücke will nun auch Google in seinem Chrome-Browser auf die Verwendung von SSLv3 verzichten. Zunächst soll das Fallback, später die gesamte Protokollversion entfallen.

Wie bereits zu erwarten war, wird Google in seinem Chrome-Browser SSL Version 3 (SSLv3) in einem zweistufigen Vorgehen komplett deaktivieren, schreibt der Entwickler Adam Langley. Damit reagiert das Team auf die Poodle genannte Sicherheitslücke in dem alten SSL. Begonnen werden soll dieser Prozess mit Chrome 39, das noch in diesem November erscheinen soll.

Mit der kommenden Version des Browsers soll zunächst ein Fallback verhindert werden, also das erzwungene Downgrade auf SSLv3, falls keine andere Version verfügbar ist. Dieser Wechsel des Protokolls hin zu einer älteren Version betreffe jedoch sowieso nur fehlerhafte HTTPS-Server. Nutzer werden bei einem missglückten Fallback über die Fehler entsprechend informiert.

Eine Verbindung zu einem Server, der ausschließlich SSLv3 anbiete, soll mit Chrome 39 aber noch möglich sein. Die Anwender werden darüber aber mit einer gelben Anzeige über dem Verschlüsselungssymbol in der Adresszeile informiert. Für die übernächste Version 40, die vermutlich um den Jahreswechsel herum erscheint, soll aber ganz auf die Benutzung von SSLv3 verzichtet werden.

Allerdings behalten sich die Entwickler vor, auf eventuelle Kompatibilitätsprobleme zu achten, so dass vielleicht noch mit leichten Verzögerungen bei der Umsetzung des Plans zu rechnen sein könnte. Um die Verwendung von mindestens TLS 1.0 zu erzwingen, etwa um Server zu testen, können Chrome-Nutzer die Kommandozeilenoption --ssl-version-min=tls1 nutzen. Diese und die Option SSLVersionFallbackMin, die die kleinste Protokollversion festlegt, auf die der Browser zurückspringen darf, sollen mit Chrome 40 auch einfacher via about:flags festgelegt werden können.

Noch wird der Code zur Client-Unterstützung von SSLv3 nicht aus Chrome entfernt, dies werde aber mittelfristig geschehen. Der für Ende November geplante Firefox 34 wird ebenfalls SSLv3 nicht mehr verwenden.  (sg)


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