Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/security-sicherheitsluecke-in-mac-os-x-10-10-entdeckt-1411-110265.html    Veröffentlicht: 03.11.2014 11:25    Kurz-URL: https://glm.io/110265

Security

Sicherheitslücke in Mac OS X 10.10 entdeckt

In Mac OS X 10.10 und 10.8.5 befindet sich eine Sicherheitslücke, die die Übernahme des gesamten Systems ermöglicht. Details hat ihr Entdecker noch nicht veröffentlicht - in Absprache mit Apple.

Apple hat mit dem Entdecker einer gefährlichen Sicherheitslücke in Mac OS X 10.10 und 10.8.5 eine Vereinbarung getroffen: Er darf erst im Januar 2015 Details zu dem Fehler veröffentlichen. Emil Kvarnhammar geht daher davon aus, dass Apple die von ihm gemeldete Schwachstelle ernst nimmt. Möglicherweise werde bis dahin ein Patch veröffentlicht, sagte Kvarnhammar der Techworld Sweden.

<#youtube id="fCQg2I_pFDk"> Kvarnhammer nennt seine Lücke "Rootpipe". Über sie soll ein Angreifer auch ohne Passworteingabe eine Shell mit Root-Rechten erlangen können. Mit ihr soll die Sudo-Funktion umgangen werden können. Mit vorangesetztem Sudo lassen sich im Terminal Admin-Befehle ausführen, die allerdings normalerweise ein Passwort verlangen. Der Sicherheitsexperte bei dem schwedischen Unternehmen Truesec hatte die Lücke zunächst in Mac OS X 10.8.5 entdeckt. Mit wenigen Modifikationen lasse sie sich auch in der aktuellen Version 10.10 alias Yosemite nutzen. In Mac OS X 10.9 funktioniert der Angriff hingegen nicht.

Der Sicherheitsexperte Kvarnhammer hatte die noch unbekannte Lücke kurz nach seiner Entdeckung bei Apple gemeldet, das üblicherweise zurückhaltend auf solche Einreichungen reagiert. "Zur Sicherheit unserer Kunden veröffentlicht, bespricht oder bestätigt Apple keine Sicherheitslücken, bis es sie vollständig untersucht oder einen Patch veröffentlicht hat", heißt es auf der Webseite des Unternehmens.

Die von Kvarnhammer geratenen Maßnahmen gegen die Lücke bleiben wohl auch deshalb vage und möglicherweise sogar sinnlos. Anwender sollten ihrem Benutzerprofil die Admin-Rechte entziehen, denn standardmäßig erteile Mac OS X den Benutzern fast vollständige Privilegien, sagte er. Ohne sie müssten Anwender beispielsweise stets das Admin-Passwort eingeben, wenn sie neue Software installieren oder Updates einspielen wollen. Dazu sollten Anwender einen zweiten Benutzer einrichten, der weiterhin Admin-Rechte hat, und unter diesem ihrem eigentlichen Konto diese Rechte entziehen. Außerdem rät Kvarnhammer Benutzern, die Festplattenverschlüsselung unter Mac OS X zu nutzen. Das hilft allerdings nicht, wenn sich der Angreifer Zugriff auf das System verschafft hat, denn im laufenden Betrieb sind dann persönliche Daten ohnehin zugänglich. Der Einsatz von Verschlüsselung kann aber nicht schaden, vor allem für den Fall, dass ein Gerät gestohlen wird.  (jt)


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