Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/rappor-google-schuetzt-nutzer-beim-datensammeln-1411-110259.html    Veröffentlicht: 03.11.2014 08:11    Kurz-URL: https://glm.io/110259

Rappor

Google schützt Nutzer beim Datensammeln

Mit einem neuen Open-Source-Projekt will Google Daten über Chrome sammeln, ohne dabei die Privatsphäre der Nutzer zu verletzen. Garantieren kann der Konzern das aber nicht.

Google sucht nach neuen Wegen, Daten über seine Nutzer zu sammeln, ohne zu sehr in deren Privatsphäre einzudringen. Ein neues Open-Source-Projekt namens Rappor (randomized aggregatable privacy-preserving ordinal response) sammelt Daten nach einem Zufallsprinzip, ohne dass sich daraus Informationen über individuelles Nutzerverhalten ableiten ließen.

Kern des Ansatzes ist es, dass die Daten innerhalb anderer Daten versteckt werden. Rappor erlaube es so, "den Datenwald zu analysieren, ohne sich die einzelnen Bäume angucken zu können", erklärte Google-Manager Úlfar Erlingsson in einem Blogpost. Die individuellen Daten würden schon unkenntlich gemacht, bevor sie bei Google ankämen. Das Ergebnis seien "sehr hohe Garantien für die Privatsphäre". Der Konzern forderte andere Software-Anbieter auf, Rappor ebenfalls in ihre Anwendungen einzubauen. "Die Software gibt den Kunden wieder Kontrolle über ihre Daten", heißt es in dem Post.

Google testet die Methode nach eigenen Angaben derzeit in seinem Chrome-Browser. Die Software sammle unter anderem Daten darüber, welche Seiten Nutzer als Startseite verwendeten, so dass Google besser auf Malware reagieren könne, die die Homepage von Nutzern manipuliere. Derzeit haben nach Google-Angaben rund 14 Millionen Nutzer der Datensammlung zugestimmt.

Auch randomisierte Daten lassen Rückschlüsse zu

Die Teilnehmer wurden laut Google ausgewählt aus Nutzern, die ihrem Browser gestatten, Daten an Google zu senden. In der ersten Homepage-Studie ergaben sich laut Google bei 14.000 Nutzern 8.616 verschiedene Startseiten. Dabei machten rund 50 Seiten fast 85 Prozent aller Startseiten aus.

Nutzerdaten helfen Unternehmen wie Google, Rückschlüsse zu ziehen auf Absturzursachen, beliebte Software-Features, die Folgen von Design-Änderungen für das Nutzerverhalten oder den Erfolg eines neuen Betriebssystems. Üblicherweise werden die Daten jedoch nicht anonymisiert verschickt, sondern erst im Anschluss von den jeweiligen Firmen anonymisiert.

Die Technologie, der sich auch Rappor bedient, gibt es bereits seit Jahrzehnten. Bislang war das Problem aber, dass sich auch nach einer großen Zahl an Antworten auf dieselbe Frage Rückschlüsse auf einzelne Personen ziehen ließen. Laut Google umgeht Rappor dieses Problem weitgehend. Gleichzeitig warnt der Konzern in seinem Post, dass auch randomisierte Daten nach einer bestimmten Zeit Muster aufzeigten.  (be)


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