Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/microsoft-ein-bisschen-webrtc-im-internet-explorer-1410-110145.html    Veröffentlicht: 28.10.2014 14:57    Kurz-URL: https://glm.io/110145

Microsoft

Ein bisschen WebRTC im Internet Explorer

Aufbauend auf WebRTC und weiteren Techniken möchte Microsoft Echtzeitkommunikation im Internet Explorer einbauen. Damit könnte Skype in den Browser wandern.

Microsoft wird das Object RTC (ORTC) API for WebRTC in dem Browser Internet Explorer umsetzen, wie das Unternehmen mitteilt. ORTC baut in Teilen auf der WebRTC-Spezifikation auf, jedoch legt die Spezifikation keine Formate oder Protokolle zur Medienübertragung fest. Vielmehr werden mit ORTC APIs für Javascript-Objekte definiert, die als Sender, Empfänger und Transport bezeichnet und über verschiedene Eigenschaften und Parameter kontrolliert werden können. Das soll es Webentwicklern erlauben, Funktionen in ihren Javascript-Anwendungen umzusetzen, für die bei der Verwendung von WebRTC Teile der Browser-Quellcodes verändert werden müssten.

Die Spezifikation ist in Zusammenarbeit von Microsoft und Google sowie vielen weiteren Unternehmen in einer W3C-Community-Arbeitsgruppe entstanden und soll entsprechend frei implementiert werden können. Zudem arbeitet Microsoft eigenen Aussagen zufolge daran, einen Teil der ORTC-Objekte und Methoden in WebRTC 1.0 unterzubringen, um einen Übergang zu ORTC zu vereinfachen, das Microsoft als WebRTC 1.1 bezeichnet.

In seiner Umsetzung von ORTC plant Microsoft, zunächst H.264 als Videocodec anzubieten, da dieser am weitesten verbreitet ist und durch Hardware unterstützt wird. Für die Audiounterstützung soll auf Opus, G.722, und G.711 zurückgegriffen werden. Die Verwendung weiterer Codecs sei zudem möglich, falls durch technische Entwicklungen künftig bessere zur Verfügung stünden.

Zusätzlich zu den Webtechniken will Microsoft dafür sorgen, dass die Interoperabilität zwischen Webbrowsern und "Kommunikationsendpunkten wie SIP-basierten Voice-over-IP, 'öffentlichen Telefonnetzen', und 'Systemen für Videokonferenzen'" gestärkt wird. Darüber hinaus deutet Microsoft etwas zurückhaltend an, dass es eventuell möglich werden wird "den Internet Explorer zu öffnen und einen Skype-Anruf zu tätigen".  (sg)


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