Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/illegales-streaming-wie-das-system-kinox-to-funktioniert-1410-110111.html    Veröffentlicht: 27.10.2014 11:59    Kurz-URL: https://glm.io/110111

Illegales Streaming

Wie das System Kinox.to funktioniert

Eine kleine Gruppe von Uploadern soll jeweils die ersten Links zu Filmkopien exklusiv an Kinox.to geliefert haben. Die Webseite Tarnkappe berichtet, die jährlichen Einkünfte von Kinox.to lägen bei über zwei Millionen Euro.

Die Filehoster Bitshare, Putlocker und Shared.sx leisten möglicherweise Provisionszahlungen an das Portal Kinox.to für die Vermittlung von Nutzern. Das berichtet die GVU (Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen). Nach deren Erkenntnissen werden die ersten Links zu den frühesten illegalen Kopien nahezu ausschließlich von einer kleinen Gruppe von Uploadern an das Portal gegeben. Dies deute daraufhin, dass diese Personen gleichzeitig auch das Portal unterstützen und finanzieren.

Die Uploader verdienen Geld, indem sie Provisionen von den Filehostern erhalten. Der Uploader kann per 1.000 Streams eines Filmtitels entlohnt werden, oder es gibt eine Provision für den Verkauf von Premium-Accounts zu von ihm beigetragenen Filmkopien.

Am Wochenende wurde von den Ermittlungen der Generalstaatsanwaltschaft Dresden gegen die mutmaßlichen Betreiber von Kinox.to berichtet. Sechs Wohn- und Geschäftsräume in vier Bundesländern wurden durchsucht. Nach Angaben der GVU gibt es Belege, dass die Gruppe auch einen eigenen Werbedienstleister betrieben hat. Die Betreiber stünden auch hinter Movie4k.to, Boerse.sx und Mygully.com.

Geld hätten die Betreiber von Kinox.to mit Abo-Modellen und Online-Werbung eingenommen. Die Webseite Tarnkappe.info berichtet, die jährlichen Einkünfte von Kinox.to lägen bei über zwei Millionen Euro.

Nach Angaben der GVU belegte Kinox.to laut Similarweb am 10. September 2014 Platz 35 in Deutschland und verzeichnet monatlich 23.617.862 Visits aus Deutschland, 3.571.744 aus Österreich und 3.588.554 aus der Schweiz.

Kinox.to liegt demnach auf Servern des Rechenzentrums Akrino, das angeblich auf den Britischen Jungferninseln steht, vermutlich jedoch in Wahrheit in Moskau. Es gebe Hinweise darauf, dass hinter Akrino der russische Internetdienstanbieter Russian Business Network (RBN) steht. Dem RBN werden laut GVU Verbindungen zur organisierten Internetkriminalität vorgeworfen.  (asa)


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