Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/battlefield-hardline-angespielt-new-action-hero-1411-109967.html    Veröffentlicht: 13.11.2014 18:00    Kurz-URL: https://glm.io/109967

Battlefield Hardline angespielt

New Action Hero

Ein Cop zwischen Gut und Böse, eine neue Szenedroge und klassische Battlefield-Action: Golem.de hat zwei Stunden lang die Solokampagne von Battlefield Hardline gespielt und zeigt Gameplay aus den Missionen im Video.

Unser erster Blick in Battlefield Hardline streift über das detailliert gerenderte Armaturenbrett eines Polizeiwagens. Wir befinden uns auf Streife mit Kollegin Khai. Es ist ein feucht-sonniger Abend in Miami, die Umgebung spiegelt sich auf den Straßen, die vom letzten sommerlichen Schauer voller Pfützen sind. Im Hintergrund erspähen wir die Skyline der südöstlichen Metropole der Vereinigten Staaten, dahinter das orange-rote Abendlicht.

Der Egoshooter von Visceral Games gibt uns mehr als genug Zeit, die Szenerie zu genießen. Der Start in das in zehn Episoden unterteilte Soloabenteuer baut sehr viel Atmosphäre auf. Die Autofahrt mit der Kollegin dauert etwa zehn Minuten. Um das Auto herum passiert viel. Die Welt fühlt sich authentisch und lebendig an. Wir fahren an einer Tankstelle vorbei, an zahlreichen Fußgängern, die sich unterhalten, und an ein paar mysteriösen Gestalten, bei denen es sich mutmaßlich um Gangster handelt. Wir haben aber ein anderes Ziel. In der ersten Episode geht es darum, einen gewissen Tyson aufzuspüren und zu befragen. Schließlich dealt dieser mit der neuen Szenedroge Hot Shot - flüssigem Kokain.

Es fängt wieder an zu regnen. Die Bäume des optisch weitläufigen Areals biegen sich im Wind. Die Frostbite-Engine präsentiert auf der Windschutzscheibe abperlende Regentropfen fast so schick wie das Rennspiel Forza Horizon 2. Links von uns wird jemand verhaftet und Khai hält einen kurzen Plausch mit ihren Kollegen. Wenig später kommen wir an unserem Ziel an, einem zweistöckigen Gebäude mit einem verwinkelten Parkplatz. Wir steigen aus und planen das weitere Vorgehen.

Schleichen und die Polizeimarke zücken

An dieser Stelle präsentiert uns Hardline das erste Mal die Möglichkeiten, die uns laut den Entwicklern fast immer im Spiel offenstehen sollen. Entweder ballern wir kreuz und quer alles über den Haufen und gehen hier und da in Deckung. Oder wir schleichen uns ähnlich wie Sam Fisher unbemerkt in den Schatten vorwärts und schalten Gegner leise von hinten aus. Es gibt noch eine dritte Möglichkeit: Auf Knopfdruck reißt unser Held Nick Mendoza nämlich seine Marke in die Luft und schreit lauthals: "Freeze!" (deutsch: "Halt!").

Das funktioniert jederzeit, auch wenn er einer Gruppe von Gegnern gegenübersteht. Allerdings müssen wir dann unsere Waffe temporär immer wieder auf alle Bösewichte richten, um sie in Schach zu halten. Nach einer Weile ergeben sie sich schließlich und wir legen sie in Handschellen (von denen wir übrigens unendlich viele dabei haben). Gelingt uns das Kunststück nicht, zücken unsere Feinde ihre Waffen und fangen an zu schießen.

Guter oder böser Cop?

Verhaftungen, Abschüsse oder erfüllte Missionsziele bringen dem Spieler in Battlefield Hardline Geld, um immer neue Waffen einzukaufen, und genauso viele Erfahrungspunkte. In der aktuellen Version werden die immer einem von zwei Wegen zugeordnet: Durch wilde Feuergefechte werden wir zur sogenannten "Loose Cannon" (unberechenbare Waffe). Schleichen und Festnehmen bringt uns mehr Fortschritt auf dem Weg zum "Perfectionist".

Ob diese beiden Wege auch in der finalen Version so heißen werden, wollten die Entwickler noch nicht sagen. Es könnte auch noch ein Dritter hinzukommen. Wichtig ist dem Team von Visceral Games aber, "dass alle Spielertypen, für das, was sie tun, am Ende gleich stark belohnt werden", wie Produzent Steve Papoutsis im Interview mit Golem.de sagte. Papoutsis erklärte uns außerdem, dass "besonders viel Arbeit in Battlefield Hardline in die Programmierung der künstlichen Intelligenz geflossen ist, da es in den bisherigen Battlefield-Spielen keine Verhaftungen oder komplexen Schleichmanöver gab".

Mission Impossible im Aufzug

Die zweite Mission, die wir anspielen, spielt deutlich später in der Kampagne. Zu viel wollen wir nicht verraten, aber es kommt dazu, dass wir in ein Hochhaus einbrechen müssen, um etwas zu stehlen. Der Held bleibt also kein reiner Cop, sondern schlüpft auch in die Rolle eines Tom Cruise in Mission Impossible und wird vom Jäger zum Gejagten. Vielleicht wechselt er auch komplett die Seiten und wird zum Gangster? Wir wissen es nicht.

An Mission Impossible erinnert uns auch der recht abstruse Einbruchsversuch, bei dem wir erst einen riesigen Wassertank im Hochhaus sprengen, der das Aufzugsystem mit Wasser füllt, woraufhin wir quasi bis ins oberste Stockwerk nach oben schwimmen. Diese wenig konventionelle Art des Einbruchs sorgt für überraschende Unterhaltung und ist sehr ansprechend inszeniert. Alle 10 bis 15 Minuten unterbricht Hardline das Geschehen mit einer interessanten und witzigen Zwischensequenz. Die Dialoge zwischen den Protagonisten sind witzig vertont und alle Charaktere wirken wie aus einem Hollywoodfilm.

Die vielen Kämpfe können wir zu diesem Zeitpunkt mit einem schier endlosen Arsenal von Waffen antreten. In der Nähe der Checkpoints finden sich meistens Waffenschränke, in denen wir die Gadgets wechseln oder andere Waffen auswählen können. Für den Endkampf brauchten wir zum Beispiel ein Nachtsichtgerät, um die Feinde in der Dunkelheit besser sehen zu können. Zu Beginn der Mission wählten wir noch den Enterhaken, um direkt in den zweiten Stock des Hochhauses zu schleichen.

Die Kollegen geben häufig Hinweise, welche Waffen und Gadgets nützlich sein könnten. So laufen wir deutlich häufiger mit unterschiedlichen Gerätschaften und Waffen herum als in vielen anderen Egoshootern. Bei einer kurzen Suchaufgabe kommt der Hinweis, wo wir uns am besten einmal umsehen sollten, auch relativ schnell. Die Entwickler wünschen sich, dass der Spieler stets voranschreitet und im Abenteuer bleibt.

Umfang und Fazit

Insgesamt soll es 32 bekannte Waffen mit vielen verschiedenen Modifikationsmöglichkeiten in Battlefield Hardline geben. Darunter nahezu alle bekannten Varianten aus Counter-Strike wie die P90 oder die MP-5. Besonders gut gefällt uns die Magnum .44, die uns an die TV-Serie Sledge Hammer erinnert.

Den Umfang der Solokampagne beschreibt Produzent Steve Papoutsis so: "Wir haben zehn Episoden im Spiel. Jede Episode sollte den Spieler mindestens zwischen 1,5 bis 3 Stunden unterhalten. Es kommt natürlich auch auf die jeweilige Spielweise an." Wer jeden Winkel im Level erforscht und alle Gegner verhört, verbringt deutlich mehr Zeit in den offen gestalteten Bereichen von Miami und Los Angeles.

Battlefield Hardline soll in der ersten Jahreshälfte 2015 erscheinen. Wir rechnen mit dem Spiel nicht vor April. Der Egoshooter erscheint für Xbox One, Playstation 4 und PC.

Fazit

Der Cop aus Battlefield Hardline hätte auch gut in Stirb langsam, Mission Impossible oder Last Action Hero eine Rolle übernehmen können. Was wir bisher von der Handlung miterleben konnten, hat viel Lust auf mehr gemacht. Die spektakulären, witzigen und zum Teil hanebüchenen Zwischensequenzen sind dabei ein großer Motivationsfaktor. Es ist wie ein Actionfilm zum Mitspielen.

Auch das Gameplay hat uns Spaß gemacht, vor allem das Zücken der Polizeimarke, die Verhaftungen und das Schießen gingen flott von der Hand. Wer Hardline extrem pazifistisch spielen möchte, dürfte das Geschehen mitunter etwas müßig finden. Wir haben beim Anspielen häufig am Ende doch die meisten Gegner mit Waffen bezwungen, da bereits ein Missgeschick beim Schleichen alle Feinde alarmierte. Da half es auch nichts, wenn wir vorher achtmal alles richtig gemacht hatten.

Besonders bei der Präsentation der wilden Actioneinlagen macht Battlefield mit Hardline gegenüber den Solokampagnen von Battlefield 3 und 4 einen deutlichen Schritt vorwärts. Die Handlung scheint wegen der authentischeren, teilweise charmanten Charaktere sehr fesselnd zu werden.  (mw)


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