Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/geheimmission-im-all-militaerdrohne-x-37b-nach-langzeiteinsatz-gelandet-1410-109935.html    Veröffentlicht: 19.10.2014 12:55    Kurz-URL: https://glm.io/109935

Geheimmission im All

Militärdrohne X-37B nach Langzeiteinsatz gelandet

Nach einem fast zweijährigen geheimen Erprobungseinsatz im All ist die US-amerikanische Weltraumdrohne X-37B sicher wieder gelandet. Damit endete der dritte und längste Raumflug einer X-37.

Fast zwei Jahre lang ist das unbemannte Raumfahrzeug X-37B Orbital Test Vehicle (OTV) im All gewesen. Jetzt ist der unbemannte Gleiter nach Angaben der US-Luftwaffe auf dem Luftwaffenstützpunkt Vandenberg bei Santa Barbara in Kalifornien gelandet.

Das Ziel des Einsatzes der Raumdrohne war geheim. So schwieg die Luftwaffe beharrlich darüber, welche Nutzlast das Raumfahrzeug mitführte. Experten spekulierten, die X-37B könne auch zum Einsammeln feindlicher wie eigener Satelliten eingesetzt werden oder habe Spähgeräte an Bord. Andere sehen in ihr nur ein Gerät zum Entwickeln automatisch gesteuerter Raumfähren.

Die Luftwaffe bezeichnet das Gefährt als Experimentalgleiter zur Erprobung von Leit-, Navigations- und Kontrollsystemen, Avionik, automatischer Landung und Systemen zum Rückholen von Weltraumexperimenten auf die Erde. Der vierte Einsatz soll im kommenden Jahr beginnen. Am 11. Dezember 2012 war das von Boeing entwickelte Raumfahrzeug zu seiner dritten Mission gestartet. Das Gefährt erinnert an die ausgemusterte bemannte Raumfähre Space Shuttle, ist mit nicht einmal neun Metern Länge aber deutlich kleiner. Das Startgewicht soll bei fünf Tonnen liegen - kaum ein Zwanzigstel des Space Shuttles, das Platz für die Piloten und alle lebenswichtigen Geräte benötigt. Das Militär veröffentlichte Fotos von der Landung des Raumschiffes und der anschließenden Wartung. Männer mit Ganzkörper-Schutzanzügen sind darauf im Einsatz zu sehen.

Die Entwicklung der X-37 begann Ende der neunziger Jahre bei der Raumfahrtagentur Nasa, doch nach dem Absturz der Raumfähre Columbia 2003 übernahm das Militär das Projekt. Die weiterentwickelte Version X-37B kann die Erde in fast 1.000 Kilometern Höhe umkreisen und deutlich mehr als ein Jahr im All bleiben - jetzt waren es sogar fast zwei. Die Raumdrohne landet nicht ferngesteuert, sondern automatisch.  (sha)


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