Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/alcatel-lucent-5-milliarden-euro-vom-staat-fuer-vectoring-und-g-fast-1410-109924.html    Veröffentlicht: 17.10.2014 16:38    Kurz-URL: https://glm.io/109924

Alcatel-Lucent

5 Milliarden Euro vom Staat für Vectoring und G.Fast

Schnelles Internet auf dem Land könne über das bestehende Kupferkabel und DSL in die Haushalte kommen. "Wenn die Standardisierung gelingt, dann werden wir Ende des nächsten Jahres 300 MBit/s über Kupfer anbieten können", erklärt der Netzwerkausrüster Alcatel-Lucent über G.fast.

Eine staatliche Förderung von zunächst fünf Milliarden Euro für den Breitbandausbau in ländlichen Gebieten hat Wilhelm Dresselhaus, Chef von Alcatel-Lucent Deutschland, vor dem IT-Gipfel in Hamburg vorgeschlagen. Das berichten die VDI Nachrichten. Damit meint der Netzwerkausrüster offenbar Vectoring und G.Fast.

Von den Kosten von 20 Milliarden Euro für die Versorgung der verbliebenen 20 Prozent auf dem Land mit schnellem Internet sollte "ein Viertel dieser Summe im Rahmen einer öffentlichen Förderung durch Länder und Bund zur Verfügung gestellt werden", schlägt Dresselhaus vor, dessen Unternehmen in dem Bereich aktiv ist und an Aufträge kommen will.

Alcatel-Lucent erklärte, dass auch über die vorhandene Struktur schnelles Internet auf dem Land angeboten werden könne. "Wenn die Standardisierung gelingt, dann werden wir Ende des nächsten Jahres 300 MBit/s über Kupfer anbieten können", verspricht Dresselhaus. "Wichtig ist: Wir haben eine Infrastruktur in der Erde liegen, und die gilt es jetzt zu nutzen. Damit meine ich alle Techniken", betonte der Deutschland-Chef. Von einer Entscheidung über Glas, Kabel, Kupfer oder Mobilfunk müsse man sich befreien. "Wir sollten den Breitbandausbau mit allen verfügbaren Technologien vorantreiben."

G.Fast ist eine Technologie, die 1 GBit/s über Kupferkabel ermöglichen soll. Es kommen wesentlich höhere Frequenzen für die Übertragung der Daten zum Einsatz: Das heute handelsübliche VDSL2 der Deutschen Telekom nutzt beispielsweise Frequenzen bis 17 MHz, bei G.Fast sind Frequenzen bis 212 MHz im Gespräch.

Die Länge der Kupferleitungen für G.Fast darf aber höchstens 250 Meter betragen. Auf kurzen Distanzen sind Kupferleitungen sehr leistungsfähig, neigen aber bei hohen Datenraten dazu, sich gegenseitig zu stören. Diese Störungen werden mit Vectoring, also durch Berechnung eines Kompensationssignals, weitgehend eliminiert. Da es bei G.Fast zu sehr hohen Datenraten kommt, ist dafür eine sehr hohe Rechenleistung notwendig. Wie das auf dem Land funktionieren soll, ist jedoch unklar.  (asa)


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