Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/imac-mit-retina-5k-angeschaut-eine-lupe-koennte-helfen-1410-109907.html    Veröffentlicht: 17.10.2014 15:00    Kurz-URL: https://glm.io/109907

iMac mit Retina 5K angeschaut

Eine Lupe könnte helfen

Apples neuer iMac bietet bei einer Diagonalen von 27 Zoll eine Auflösung von mehr als 5.000 Pixeln in der Breite. Für Fotografen und Video-Cutter ist das sehr praktisch. Die können sich ihre Bilder nämlich mit vielen Details anschauen und trotzdem noch Werkzeuge etwa um ein 4K-Video legen.

Mit 5.120 x 2.880 Pixeln ist der iMac 27 mit Retina-5K-Display der erste Mac, der 5K-Inhalte darstellen kann. Wir konnten uns das während der Vorstellung des iMac kurz anschauen. Eine direkte Verwendung der Geräte erlaubte Apple nicht. Wir haben den neuen iMac also nicht ausprobieren, sondern nur anschauen können. Das Unternehmen konzentrierte die Präsentation auf typische Szenarien, bei denen das Display zur Geltung kommt: Fotobearbeitung und -betrachtung sowie die Handhabung von 4K-Videoinhalten.

In diesen Situationen sieht das neue Display sehr gut aus. Einzelne Pixel konnten wir selbst mit leichter Kurzsichtigkeit nicht ausmachen. Wer noch auf kurze Distanz fokussieren kann - also vorwiegend Nutzer mit jungen Augen - hat vielleicht eine Chance, als Normalsichtiger die einzelnen Pixelstrukturen zu erkennen. Leider gab es keine Bildinhalte ohne Kantenglättung. In Echtzeit gerenderte Grafiken zeigen ohne Kantenglättung auch auf Hoch-DPI-Displays noch sichtbare Treppeneffekte. OS X arbeitet im Betriebssystem aber komplett mit Kantenglättung, und das Bild wirkt überall äußerst scharf in der Darstellung. Das gilt für Videos, Fotos und auch kleinste Menüelemente.

Auf Nachfrage zeigte uns Apple auch die unterschiedlichen Retina-Modi. Wie schon beim Macbook Pro Retina gibt es fünf Stufen der Darstellung, die sich insbesondere auf Anwendungen auswirken, die nicht für Retina-Displays vorbereitet sind - von der gröbsten Stufe, die die Augen nicht so anstrengt, bis zur feinsten Stufe, die ein gutes Sehvermögen voraussetzt. Native Retina-Anwendungen wie Final Cut zeigen natürlich trotzdem mehr Inhalte, wenn etwa ein Video dargestellt wird, während die Oberfläche etwas grober und damit bedienbarer und trotzdem sehr scharf in der Darstellung bleibt. Apple zeigte dies mit einem auf 91 Prozent herunterskalierten 4K-Video. Das Display bietet mit seinen über 14 Megapixeln trotzdem genug Platz, um die Werkzeuge des Schnittprogramms weiter anzuzeigen. Ein Vorschaumonitor kann entfallen. Der Fotograf als zweite Zielgruppe kann hingegen wie in alten Zeiten auch mal zur echten Lupe greifen, um Bildinhalte zu beurteilen.

Die Geschwindigkeit ließ sich noch nicht beurteilen. Die Skalierungen, die das Betriebssystem vornimmt, um die einzelnen Retina-Stufen darzustellen, kosten bei alten Systemen mitunter viel Leistung. Die Verwaltung eines 5K-Displays ist deutlich aufwendiger als etwa die eines Macbook Pro. Das hat als 15-Zoll-Modell gerade einmal 2.800 x 1.880 Pixel anzusteuern, also rund 5 Megapixel. Die 14,75 Megapixel des iMac sind sehr viel anspruchsvoller, allerdings hat der iMac auch mehr Platz für schnellere Hardware im Gehäuse. Bei den Demonstrationen von Apple zeigten sich zumindest keine Probleme bei der Darstellung, die auf zu hohe Hardwareanforderungen hindeuten würden.

Mit dem 5K-Angebot ist der iMac nicht nur in der Welt der Macs derzeit konkurrenzlos. Prinzipiell können aber auch andere 5K-Displays verkaufen, denn der Displayport-Standard für 5K-Displays ist seit Mitte September 2014 fertig. Dass das nicht so einfach ist, zeigt aber auch der Umstand, dass Apple noch kein separates 5K-Display angekündigt hat. Damit ist der iMac ausgerechnet den teuren Mac Pro überlegen, die aber dafür mehr Rechenleistung bereitstellen. Auch der 5K-iMac kann keine separaten 5K-Displays ansteuern. Nach außen sind laut Datenblatt nur 3.840 x 2.160 Pixel möglich.  (ase)


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