Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/verschluesselung-fbi-chef-will-us-buerger-ausspaehen-duerfen-1410-109905.html    Veröffentlicht: 17.10.2014 07:53    Kurz-URL: https://glm.io/109905

Verschlüsselung

FBI-Chef will US-Bürger ausspähen dürfen

Der Leiter der US-Bundespolizei FBI, James B. Comey, lehnt die neuen Verschlüsselungstechnologien ab. Von Tech-Unternehmen wie Apple und Google fordert er, Überwachungsmöglichkeiten für seine Ermittler einzubauen.

Die wachsenden Möglichkeiten zur Kommunikation über das Internet wie auch die zunehmende Verwendung von Verschlüsselungstechnologien mag für viele eine gute Entwicklung sein. Nicht aber für den Chef der US-Bundespolizei, James B. Comey: Er sorgt sich, dass seine Ermittler dadurch "im Dunkeln" blieben und keine Beweise gegen Kriminelle sammeln könnten. In einer Rede an der Brookings Institution in Washington forderte er deswegen freizügigere Regeln fürs Ausspionieren, wie Arstechnica berichtet.

"Es ist denjenigen, deren Aufgabe es ist, unsere Leute zu beschützen, nicht immer möglich, die Beweise zu erlangen, die wir brauchen, um gegen Kriminelle zu ermitteln und Terroranschläge zu verhindern, trotz rechtmäßiger Befugnis", sagte Comey. "Wir haben die rechtliche Befugnis, nach einem Gerichtsbeschluss auf Kommunikation und Informationen zuzugreifen und sie abzuhören. Aber häufig fehlt es uns an den technischen Möglichkeiten dazu."

Seitdem der ehemalige Mitarbeiter des US-Geheimdienstes NSA, Edward Snowden, die übergriffigen Methoden seines früheren Arbeitgebers bekannt machte, stehen die US-Behörden international in der Kritik. Das FBI wehrt sich dagegen: Kinderschänder, Gewalttäter und Extremisten könnten gestoppt werden, wenn die Tech-Unternehmen entsprechende Überwachungsmöglichkeiten in ihre Geräte einbauten, sagte Comey.

Beschwerden bei Apple und Google

Zuvor hatte sich Comey bereits an der Ankündigung, Apple und Google erweiterten künftig die Verschlüsselung in ihren mobilen Betriebssystemen, gestoßen. Die Behörde beschwerte sich bei den Konzernen, was sie sich bei der Verschlüsselung in den mobilen Betriebssystemen iOS und Android dächten. "Was mich beunruhigt ist, dass die Unternehmen mit einer Funktion werben, die es Menschen erlaubt, sich jenseits des Gesetzes zu bewegen", sagte Comey damals.

Apple hat mit seinem Update von iOS auf Version 8 die Verschlüsselung auf seinen mobilen Geräten so umgestellt, dass nur noch der Anwender Zugriff auf seine Daten hat. Zuvor konnte Apple auf Anweisung von Strafverfolgungsbehörden die Geräte noch selbst entsperren. Google kündigte wenig später an, seine Verschlüsselung in Android ab der aktuellen Version L zum Standard zu machen. Der Anwender müsse sich nicht mehr selbst darum kümmern.  (be)


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