Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/schenker-xmg-p505-im-test-flaches-gaming-notebook-mit-ueberraschender-gtx-970m-1410-109809.html    Veröffentlicht: 14.10.2014 12:01    Kurz-URL: https://glm.io/109809

Schenker XMG P505 im Test

Flaches Gaming-Notebook mit überraschender GTX 970M

Schenker kombiniert beim XMG P505 Haswell- und Maxwell-Technik mit einer flotten SSD: Die Spielegeschwindigkeit des Gaming-Notebooks überzeugt - zumindest wenn der Stromstecker angeschlossen ist.

Passend zu Nvidias neuer Maxwell-Generation hat Schenker das XMG P505 vorgestellt: Das Gaming-Notebook basiert auf dem P651SE-Barebone von Clevo und ist eines der leistungsstärksten Geräte seines Typs, denn der 15,6-Zöller ist nur rund 2,5 cm hoch und wiegt gerade einmal 2,5 kg.

Anders als beispielsweise dem Razer New Blade steht dem Schenker XMG P505 deutlich mehr Platz zur Kühlung der verbauten Komponenten wie dem Haswell-Vierkern-Prozessor und der Maxwell-Grafikeinheit zur Verfügung. Das nutzt der Hersteller außerdem für bis zu vier SSDs oder Festplatten, darunter sogar Samsungs XP941 und maximal 32 GByte DDR3-Speicher.

Bei dem uns von Schenker zur Verfügung gestellten Vorserienmuster des XMG P505 gibt es noch unfertige Elemente wie zu große Spaltmaße und eine nicht aktive WLAN-Karte, Verarbeitung und Materialwahl des Clevo-Barebones überzeugen aber. Ein Großteil des Gerätes, beispielsweise die Handballenablage, besteht aus Aluminium statt aus Kunststoff. Die Verwindungssteifheit ist hoch, der Displayrahmen ist - wie oft bei Notebooks - leicht zu verbiegen.

Hinsichtlich der Anschlüsse gibt es bei Schenker mehr als beim Durchschnitt: Auf der rechten Seite befinden sich ein Kopfhörerausgang, ein Mikrofoneingang, ein optischer S/PDIF, zwei USB-3.0-Ports, Ethernet-LAN, der Kartenleser, ein SIM-Schacht und eine Öse für ein Kensington-Schloss.

Links sind zwei Mini-Display-Ports, ein HDMI-Ausgang und ein weiterer USB-3.0-Anschluss sowie ein Teil der Belüftungsschlitze. Auf der Rückseite pustet die Kühlung einen Großteil der heißen Luft hinaus, hier sitzt ein kombinierter USB-3.0-/eSATA-Port, auch das Netzteil wird hinten angeschlossen.



Umfangreiche Ausstattung

Schenker verbaut ein Chiclet-Keyboard mit zweistufig dimmbarer Hintergrundbeleuchtung, was insbesondere Spieler fürs Halbdunkel zu schätzen wissen. Der Anschlag der vergleichsweise weit auseinanderliegenden Tasten im Standard-Layout ist eher hart bei geringem Hub, woran wir uns schnell gewöhnten. Praktisch: Mit der Fn + F1 ist das Touchpad inklusive Fingerabdrucksensor abschaltbar, sofern eine Maus genutzt wird.

Das für ein 15,6-Zoll-Gerät sehr große Touchpad hat einen durchschnittlich guten Reibungswiderstand, gelegentlich funktionierte die Fingererkennung nicht. Gesten für die Bedienung und Funktionen wie Scrollen sind praktisch, prinzipiell gefallen uns auch die dedizierten Maustasten. Deren Druckpunkt ist schwammig, gerade für Spiele wäre hier eine straffere Rückmeldung besser gewesen.

Unser Schenker XMG P505 ist mit Intels 7260-NIC ausgestattet, bietet also ac-WLAN. Außerdem verbaut sind der Core i7-4870HQ, 16 GByte DDR3L-Arbeitsspeicher, eine 256 GByte fassende Crucial-SSD mit Windows 8.1 als 64-Bit-Version und ohne Bloatware, eine 750-GByte-Festplatte und eine Geforce GTX 970M.

Das matte IPS-Display spiegelt nur wenig und löst mit 1.920 x 1.080 Pixeln auf, die durchschnittliche maximale Helligkeit beträgt mäßige 257 cd/m². Schenker bietet das XMG P505 optional auch mit UHD-Auflösung an, also mit 3.840 x 2.160 Pixeln. Da die verbaute Geforce-Grafikkarte jedoch Downsampling unterstützt, empfinden wir das 1080p-Display als die bessere (und sparsamere) Wahl.

Die Kühlung ist unter Last deutlich hörbarer, mit Headset aber nicht störend. Schenker sollte jedoch die Lüftersteuerung überarbeiten, da diese die drei verbauten Propeller zeitweise plötzlich für einige Sekunden hochdreht. Wer auf dem XMG P505 spielt, nutzt am besten einen Tisch - für die Oberschenkel wird es auf Dauer zu heiß. Die Handballenablage ist nach einer Stunde spürbar wärmer, jedoch nicht unangenehm.

Benchmarks mit CPU-Problem

Die verbaute Geforce GTX 970M nutzt die Maxwell-Architektur und bietet 1.280 Shader-Einheiten mit einem Basistakt von 924 MHz - praktisch liegen aber durchgehend die 1.038 MHz Boost an. Der 3 GByte große GDDR5-Speicher hängt an einem 192-Bit-Interface und taktet mit 2,5 GHz. Die Grafikkarte hält ihre Frequenzen auch im Akkubetrieb, wir erreichten in Spielen zudem nicht mehr als 57 Grad Celsius.

Ganz anders der Core i7-4870HQ: Theoretisch sollte dieser auf allen Kernen einen Turbo von 3,5 GHz erreichen. In unseren Tests pendelte der Takt jedoch zwischen der Basis von 2,5 GHz und 3,0 GHz - bei hohen 80 Grad Celsius im Netzbetrieb an der Steckdose. Zudem hat Schenker im Akkubetrieb bewusst die Frequenz zugunsten der Laufzeit und einer längeren Akkulebensdauer reduziert, wie uns der Produktmanager bestätigte.

Läuft das Notebook ohne Stromkabel, drosselt der Prozessor seinen Takt auf magere 1,45 GHz und nach längerer Laufzeit sogar auf 0,75 GHz. CPU-lastige Spiele wie Crysis 3 und Diablo 3 ruckeln daher stellenweise massiv (unter 20 fps), auch die Leistung in typischen Benchmarks sinkt drastisch - schade.

Dafür überrascht die Geforce GTX 970M mit hoher Geschwindigkeit: Verglichen mit der Geforce GTX 870M, wie sie beispielsweise im Razer New Blade steckt, steigt die Geschwindigkeit unseren Messungen zufolge um durchschnittlich 47 Prozent. So legt Tomb Raider um 27, Crysis 3 um 39, Thief um 61 und der Graphics Score des 3DMark Fire Strike um 62 Prozent zu.

Sofern keine extremen Kantenglättungsmodi wie SSAA hinzugeschaltet werden, laufen daher alle aktuellen Spiele in 1080p flüssig.

Auch Cryteks aktueller Titel Ryse bereitet dem Schenker XMG P505 keine Probleme: Mit maximalen Details und aktiviertem Temporal Anti-Aliasing erreicht das Notebook auch in den späteren, sehr fordernden Waldabschnitten noch rund 30 fps. Dank der Crucial-SSD sind die Ladezeiten zudem kurz.

Selbst wenn der Battery Boost auf 30 Bilder pro Sekunde eingestellt ist, hält das Schenker XMG P505 in Spielen nicht viel länger als gut anderthalb Stunden durch - und das, obwohl der Core i7-4870HQ massiv drosselt.

Fazit und Verfügbarkeit

Das Schenker XMG P505 lässt sich über den Webshop des Herstellers beziehen. Die Basiskonfiguration mit Core i7-4710HQ, Geforce GTX 970M, 4 GByte RAM und 500-GByteFestplatte ist ab 1.379 Euro erhältlich.

Fazit

Unser Vorserienmuster des Schenker XMG P505 ist ein schnelles und dennoch nur rund 2,5 cm flaches Gaming-Notebook. Die Ausstattung ist mit 8 GByte Arbeitsspeicher, einer 256 GByte fassenden Crucial-SSD und einer zusätzlichen 750-GByte-Festplatte zeitgemäß. Die Vielzahl an Schnittstellen - vom obligatorischen USB bis hin zum optischen S/PDIF - gefällt uns gut und ist durchdacht.

Ist das Schenker XMG P505 an eine Steckdose angeschlossen, so überzeugt die Geschwindigkeit des Hardware-Doppels bestehend aus Core i7-4870HQ und Geforce GTX 970M: Insbesondere die neue Nvidia-Grafikeinheit schlägt ihre Vorgängerin GTX 870M überraschend deutlich, selbst Titel wie Cryteks Ryse laufen in 1080p mit maximalen Details flüssig.

Die derzeit etwas sprunghafte Lüftersteuerung dürfte Schenker mit einem UEFI-Update verbessern, die CPU-Leistung im Akkubetrieb hingegen ist Absicht: Der Core i7-4870HQ taktet hier nur mit 1,45 GHz und bremst daher einige Spiele massiv aus oder sorgt gar für kaum spielbare Bildraten.

Wer sich das XMG P505 jedoch als leicht zu transportierendes Gaming-System zulegen möchte, der trifft mit dem nur 2,5 kg schweren Notebook eine gute Wahl. Wir empfehlen hier, den Core i7-4710HQ beizubehalten.  (ms)


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