Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/gehackt-facebook-messenger-enthaelt-versteckte-geldsendefunktion-1410-109648.html    Veröffentlicht: 06.10.2014 14:59    Kurz-URL: https://glm.io/109648

Gehackt

Facebook Messenger enthält versteckte Geldsendefunktion

Der ungeliebte Facebook Messenger enthält bereits Code, um Geld an Kontakte zu senden. Facebook will sich nicht dazu äußern, wann die Funktion freigeschaltet wird.

Der Informatik-Student Andrew Aude von der Stanford University hat eine noch nicht öffentliche Funktion zum Geldsenden an Freunde im Facebook Messenger entdeckt. Das berichtet das Onlinemagazin Techcrunch. Aude hat bei Twitter gezeigt, dass er das Tool Cycript einsetzte.

Die noch nicht freigeschaltete Zahlfunktion lässt dem Bericht zufolge Überweisungen zu und ähnelt in der Funktionalität dem Versenden eines Fotos mit dem Messenger. Nutzer können ihre Bankkartendaten dafür hinterlegen. Über eine PIN-Code-Abfrage soll die Überweisung gesichert werden. Anfragen zu der Funktion hat Facebook nicht beantwortet.

Unklar ist, ob Facebook eine Gebühr erheben will oder die Bezahlfunktion nutzen wird, um die bei vielen Nutzern ungeliebte App aufzuwerten. Facebook hatte David Marcus zum Chef des Bereiches Messenger gemacht, der zuvor Chef von Paypal war. Damit konkurriert das weltgrößte soziale Netzwerk mit Anbietern wie Square Cash, Venmo, Dwolla, Paypal oder Worldremit. Über Worldremit ist ein Aufladen des Mobilfunkguthabens von Nutzern in anderen Ländern über deren Rufnummer möglich.

Bereits im vergangenen Monat hatte der IT-Security-Experte Jonathan Zdziarski über Payment-Code im Facebook Messenger Software berichtet.

Aude sagte Techcrunch, er habe Cycrypt genutzt, um in den Code auf einem iPhone mit Jailbreak zu schauen. In seinem Experiment habe Facebook nichts über seine Überweisungen im Newsfeed publiziert. Die Bezahlfunktion habe nur mit einer Bankkarte, nicht aber mit einer Kreditkarte oder Kontodaten funktioniert.

Facebook-Chef Mark Zuckerberg hatte bei Bekanntgabe der Ergebnisse für das zweite Quartal 2014 bereits angekündigt, dass es für den Messenger "in einiger Zeit" eine Bezahlfunktion geben werde. Es sei aber "noch sehr viel Grundlagenarbeit zu leisten", für die sich das Unternehmen die nötige Zeit nehmen werde.

Im April 2014 wurde berichtet, dass Facebook in Irland eine Erlaubnis bekommen wollte, um einen Zahlungs- und Geldtransferdienst anzubieten. Wenn Facebook die Genehmigung erhielte, gälte der Zahlungsdienst automatisch in der gesamten Europäischen Union (EU).  (asa)


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