Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/xperia-z3-und-z3-compact-im-test-gewohnt-wasserdicht-und-ausdauernd-1410-109639.html    Veröffentlicht: 07.10.2014 07:00    Kurz-URL: https://glm.io/109639

Xperia Z3 und Z3 Compact im Test

Gewohnt wasserdicht und ausdauernd

Sony hat mit dem Xperia Z3 wieder recht schnell ein neues Topsmartphone vorgestellt und gleichzeitig auch ein neues Compact-Smartphone präsentiert. Golem.de hat im Test nach Unterschieden zu den Vorgängermodellen gesucht.

Sony hat mit dem Xperia Z3 nach nur knapp einem halben Jahr den Nachfolger des Xperia Z2 vorgestellt. Unterschiede zum Vorgänger sind - wie beim Z2, das ebenso kurz auf den Vorgänger folgte - eher im Detail zu finden. Zu den Stärken der Geräte gehört wieder die Akkulaufzeit, wie sich im Test gezeigt hat.

Gleichzeitig mit dem Xperia Z3 hat Sony mit dem Xperia Z3 Compact auch einen Nachfolger des Xperia Z1 Compact präsentiert - eines der wenigen verkleinerten Topgeräte, die auch mit Tophardware ausgestattet sind. Da hier der Abstand zum ersten Modell knapp ein Jahr beträgt, fallen die Änderungen beim Prozessor, dem Display und dem Arbeitsspeicher stärker ins Gewicht.

So ist die Bildschirmgröße beim neuen Modell von 4,3 auf 4,6 Zoll gestiegen - ohne das Gehäuse größer zu machen: Wie das des Xperia Z1 Compact misst es 127 x 64,9 mm, mit 8,6 mm ist das Gerät etwas dünner. Beim Gewicht hat Sony 8 Gramm eingespart, die im Alltag selbst im direkten Vergleich nicht auffallen. Das Design hat Sony etwas verändert: Die gerade abgeschliffenen Ränder wurden durch runde Kanten aus Kunststoff ersetzt.

Xperia Z3 Compact mit Kunststoffrand

Diese sollen robuster als beim Vorgänger sein, fallenlassen sollte man das Z3 Compact aber dennoch eher nicht. Die neuen Kunststoffränder mögen bei Stürzen praktischer sein, da sie eher etwas nachgeben als Metall. Besser gefallen hat uns allerdings das Metall-Finish des Xperia Z1 Compact, auch wenn die Verschlussklappen beim neuen Modell unauffälliger gestaltet sind.

Die Displayauflösung hat Sony bei 1.280 x 720 Pixeln belassen, was beim vergrößerten Triluminos-Display zu einer Pixeldichte von knapp 320 ppi führt - das Xperia Z1 Compact hatte noch 341 ppi. Bildschirminhalte werden bei dieser Bildschirmgröße dennoch ausreichend scharf dargestellt, auch kleine Schrift ist gut lesbar. Erst wenn wir wirklich genau hinschauen, erkennen wir Treppeneffekte bei den einzelnen Buchstaben.

Das Display ist wie auch das des Xperia Z3 blickwinkelstabil - den Fehler des schlechten Displays vom Xperia Z hat Sony nicht wiederholt. Das Xperia Z3 hat Sony größenmäßig wie den Vorgänger Xperia Z2 bei 5,2 Zoll belassen, die Auflösung liegt unverändert bei 1.920 x 1.080 Pixeln. Dies führt auch beim neuen Modell zu scharfen Bildschirminhalten. Bei den Farben und der restlichen Darstellung können wir keinen Unterschied zum Xperia Z2 erkennen.

Xperia Z3: Abgerundete Ränder und schönere Klappen

Das Xperia Z3 ist mit einer Gehäusegröße von 146 x 72 x 7,3 mm in etwa so groß wie das Xperia Z2, das mit 8,2 mm jedoch noch etwas dicker ist. Die Grundzüge des Designs hat Sony belassen, allerdings liegt das neue Smartphone aufgrund der komplett abgerundeten Ränder besser in der Hand als der Vorgänger. Besser gefallen uns auch die jetzt viel unauffälliger gestalteten Klappen, die die Anschlüsse vor eindringendem Wasser schützen.

Kamera immer noch mit Aquarelleffekt

Auch die Hauptkamera hat Sony bei beiden Geräten verglichen mit den Vorgängern technisch unverändert gelassen: In beiden arbeitet die bekannte 20,7-Megapixel-Kamera mit einer Anfangsblende von f/2.3 und Exmor-RS-Sensor. Dank Digitalkameratechnik sollen auch bei den neuen Modellen die Bilder rauschfreier als bei anderen Smartphones sein und auch bei dunkleren Umgebungen gute Bilder gelingen.

Von der allgemeinen Bilddarstellung können wir bei beiden neuen Smartphones keinen Unterschied zu den Vorgängern erkennen. Die Belichtung ist ausgewogen, die Farben natürlich und eher dezent. Der Weißabgleich passte bei unseren Testfotos in der Regel, der Kontrast ist etwas niedrig. Ärgerlich finden wir auch beim Xperia Z3 und Z3 Compact, dass wir im manuellen Modus bei einer Bildqualität von über 8 Megapixeln keine Bildprogramme wie HDR- oder Sport-Modus wählen können.

Intelligenter Modus weiterhin mit 8 Megapixel

Auch die Qualitätsbegrenzung von 8 Megapixel beim intelligenten Modus hat Sony leider beibehalten. Dieser Modus erkennt Bildsituationen automatisch und erstaunlich gut, lässt sich aber nicht mit 20 Megapixeln nutzen. Bei diesen Kleinigkeiten hätten wir uns Verbesserungen gewünscht.

Nicht verbessert hat Sony leider auch die Detailschärfe: Insgesamt wirken sowohl die Fotos des Xperia Z3 als auch die des Z3 Compact scharf, feine Details wie Blätter werden allerdings wie bei den Vorgängern ohne jegliche Struktur geradezu vermatscht dargestellt. Bäume wirken daher auch bei den neuen Smartphones wie aus einem impressionistischen Gemälde entsprungen. Andere Smartphones leisten hier eine bessere Detailzeichnung, etwa das Lumia 930, das Samsung Galaxy S5 oder die beiden neuen iPhones 6 und 6 Plus.

Das Xperia Z3 kann wie sein Vorgänger ebenfalls Videos in 4K-Auflösung aufnehmen. Dies ist jetzt auch mit dem Xperia Z3 Compact möglich, das Z1 Compact beherrschte nur Full-HD-Videoaufnahmen. Beide neuen Sony-Smartphones haben wie ihre Vorgänger wieder einen dedizierten Kamera-Knopf, mit dem die Kamera-App gestartet werden kann und Fotos aufgenommen werden können. Leider startet wie bei den vorigen Modellen wieder nur der intelligente Modus, wenn wir die Kameraanwendung über den Auslöser starten.

Prozessor mit 2,5 statt 2,3 GHz

Sony hat beim Xperia Z3 wieder einen Snapdragon-801-Prozessor verbaut, allerdings wird jetzt das Modell mit 2,5 GHz statt mit 2,3 GHz verwendet. Dementsprechend gering sind die Unterschiede in der Leistung - wir können keinen Unterschied zum Xperia Z2 feststellen. In den Menüs lässt es sich ruckelfrei navigieren, auch anspruchsvolle Spiele laufen flüssig.

Die Benchmark-Ergebnisse zum Xperia Z2 sind nahezu identisch: Im Single-Test des Geekbench 3 erreicht das Xperia Z3 966 Punkte, der Vorgänger schaffte 925 Punkte. Im Multimodus stehen den 2.722 Punkten des Xperia Z2 jetzt 2.760 Zähler gegenüber. Verbessert hat sich das Ergebnis beim Icestorm-Unlimited-Test des 3D-Mark-Benchmarks (17.827 zu 16.015 Punkte). Beim Grafik-Benchmark GFX Bench kommt das Xperia Z3 auf fast die gleichen Werte wie sein Vorgänger.

Die Größe des Arbeitsspeichers wurde beim Xperia Z3 mit 3 GByte beibehalten, der interne Speicher ist weiterhin 16 GByte groß. Ein Steckplatz für eine Micro-SD-Speicherkarte ist vorhanden. Das Gehäuse ist jetzt nach IP65 und IP68 staubdicht und vor Wasser geschützt; Sony hat die Schutzklasse also noch einmal verbessert. Das Smartphone sollte jetzt bis zu 30 Minuten lang eine Tiefe von 1,5 Metern schadlos überstehen.

Xperia Z3 Compact mit Snapdragon 801

Beim Z3 Compact wurde das SoC zumindest auf dem Papier etwas deutlicher aufgewertet: Anstelle des Snapdragon 800 mit 2,2 GHz arbeitet jetzt auch im verkleinerten Modell ein Snapdragon 801 mit 2,5 GHz. Beide SoC-Modelle sind sich allerdings auch recht ähnlich, so dass kaum eine Leistungssteigerung vorhanden ist: Beim Single-Test des Geekbench 3 kommt das Xperia Z3 Compact auf 993 Punkte, der Vorgänger auf 925 Zähler. Im Multi-Test liegen beide Geräte mit 2.832 und 2.898 Punkten nah beieinander. Auch im Icestorm-Unlimited-Test des 3D-Mark-Benchmarks liegen beide Compact-Geräte mit über 19.000 Punkten fast gleichauf.

Etwas verbessert haben sich die GFX-Werte: Im T-Rex-Test schafft das neue Modell einen Offscreen-Wert von 27,2 fps, das Xperia Z1 Compact schaffte hier nur 23 fps. Im anspruchsvolleren Manhattan-Test schafft das Z3 Compact 11,8 fps, das Z1 Compact 9,1 fps. Einen Unterschied in der Leistung zum Xperia Z1 Compact können wir nicht feststellen: Menüs laufen genauso flüssig, auch anspruchsvolle Spiele ruckeln nicht.

Der Arbeitsspeicher ist mit 2 GByte so groß wie beim ersten Compact und damit weiterhin etwas kleiner als beim großen Modell. Der eingebaute Flash-Speicher ist ebenfalls unverändert 16 GByte groß. Auch hier ist ein Steckplatz für Micro-SD-Karten bis zu einer Größe von 128 GByte vorhanden.

Erhöhter Wasserschutz

Auch das Xperia Z3 Compact ist - jetzt nach IP65 und IP68 - staubdicht und vor Wasser geschützt. Wie beim Xperia Z3 schließt das neben dem Schutz vor Spritzwasser eigentlich auch den Schutz vor dauerhaftem Eintauchen in. Sony limitiert dies aber in der Produktbeschreibung auf bis zu 30-minütiges Eintauchen bis zu einer Tiefe von 1,5 Metern. Dank des gesonderten Kameraauslösers am rechten Rand der Smartphones können auch unter Wasser Bilder aufgenommen werden.

Sowohl das Xperia Z3 als auch das Z3 Compact unterstützen Quad-Band-GSM, UMTS und LTE. WLAN beherrschen die Smartphones nach 802.11a/b/g/n, Bluetooth läuft in der Version 4.0, ein GPS-Modul mit Glonass-Unterstützung und ein NFC-Chip sind eingebaut.

Für beide neuen Smartphones steht Android in der aktuellen Version 4.4.4 alias Kitkat zur Verfügung, worüber Sony seine eigene Benutzeroberfläche installiert. Diese gefällt uns wie bei den vorigen Geräten sehr gut: Zum einen sieht das Interface gut aus, zum anderen verfügt es über einige nützliche Extrafunktionen wie die kleinen Zusatz-Apps. Hier können Anwendungen wie der Taschenrechner, der Browser oder der Kalender als frei verschiebbare und skalierbare Fenster über der aktuell genutzten App verwendet werden.

Playstation-Spiele per Remote Play übertragen

Neu ist die Möglichkeit, Spiele von der Playstation 4 per Remote Play auf die Smartphones zu übertragen. So können Spiele statt auf dem Fernseher auf dem Smartphone weitergespielt werden, etwa wenn die Mitbewohner etwas anderes schauen möchten. An beide neuen Xperias können die Controller der PS4 gekoppelt werden, über eine Halteklammer wird das Smartphone darauf fixiert.

Die Übertragungsfunktion wird über die Playstation-App des Xperia Z3 und Z3 Compact gestartet, hier gibt es den Menüpunkt "Mit der PS4 verbinden". Aktuell kann der Service jedoch noch nicht genutzt werden, da Sony den Dienst erst im November 2014 starten wird - einen Test wird Golem.de nachreichen.

Gute Akkulaufzeiten

In unserem Akkulaufzeittests machen beide neuen Xperias wie ihre Vorgänger eine sehr gute Figur: Ein 1080p-kodiertes Video können wir auf dem Xperia Z3 mit seinem 3.100-mAh-Akku sieben Stunden lang anschauen, bis der Akku leer ist. Das Xperia Z3 Compact hält aufgrund des kleineren, weniger hoch auflösenden Displays sogar 7,5 Stunden durch - trotz mit 2.600 mAh Nennladung kleinerem Akku.

Bei alltäglicher Nutzung mit Facebook, E-Mail, im Internet Surfen und ab und an Spielen halten beide Smartphones deutlich über einen Tag lang durch. Wird der Stromsparmodus verwendet, kommen wir bei bewusst sparsamer Nutzung auf zwei Tage.

Verfügbarkeit und Fazit

Das Xperia Z3 kostet im Onlinehandel aktuell um die 600 Euro. In Sonys Onlineshop kann das Smartphone für 650 Euro bestellt werden. Das Xperia Z3 Compact kostet im Onlinehandel im günstigsten Fall aktuell um die 465 Euro, bei Sony direkt 500 Euro.

Fazit

Aufgrund von Sonys mittlerweile halbjährlichem Veröffentlichungszyklus seiner großen Topsmartphones fällt es auch beim Xperia Z3 schwer, deutliche Unterschiede zum Vorgänger auszumachen. Zweifellos ist Sony wieder ein Smartphone mit Hardware der Oberklasse, sinnvollen Funktionen und einem gut gestalteten und hochwertig verarbeiteten Gehäuse gelungen. Eine wirkliche neue Knallerfunktion fehlt uns aber; das Xperia Z2 war bei seiner Veröffentlichung immerhin eines der ersten Smartphones mit 4K-Videoaufnahmefunktion. Auch im Vergleich zur Konkurrenz kann sich das Xperia Z3 kaum absetzen.

Das Xperia Z3 wirkt diesbezüglich wie sture Modellpflege. Der Prozessor, das Display, die Kamera, die Benutzeroberfläche - alleine bezogen auf die Kernkomponenten gibt es kaum sinnvolle Gründe, statt des Xperia Z2 das neue Gerät zu kaufen. Und es ist nicht so, dass beispielsweise die Kamera nicht durchaus noch etwas Optimierung benötigen würde - die matschigen Details stören uns schon seit dem Xperia Z.

Auch der erhöhte Wasserschutz dürfte für den Normalanwender vernachlässigbar sein - ob ich mein Smartphone in 1 Meter oder 1,5 Meter Tiefe tauchen kann, ist eher unerheblich. Lediglich bei der Akkulaufzeit kann das Xperia Z3 Maßstäbe setzen: Die Laufzeit wurde deutlich verbessert und gehört mit zur längsten bei den derzeitigen Topgeräten.

Beim Xperia Z3 Compact ist der Gesamteindruck besser: Zwar finden sich hier trotz der Prozessoraktualisierung keine nennenswerten Leistungssteigerungen, dafür hat Sony an anderer Stelle entscheidende Verbesserungen vorgenommen. In erster Linie betrifft das den Bildschirm, der vergrößert wurde, ohne das Smartphone insgesamt größer zu machen. Auch hier überzeugt die lange Akkulaufzeit.

Das Xperia Z3 Compact ist dem Vorgänger Xperia Z1 Compact deutlich stärker vorzuziehen als das Xperia Z3 seinem Vorgänger Z2. Der Preisunterschied zwischen dem ersten und dem neuen Compact liegt aktuell bei ungefähr 135 Euro - durchaus vertretbar für das größere Display und den neuen Prozessor. Das Xperia Z3 ist aktuell allerdings um 150 Euro teurer als das Xperia Z2; hier empfinden wir den Preisunterschied bei der gebotenen Leistung als zu gering, um einen Kauf zu empfehlen.  (tk)


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