Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ericsson-freies-webrtc-framework-fuer-native-client-software-1410-109604.html    Veröffentlicht: 02.10.2014 16:16    Kurz-URL: https://glm.io/109604

Ericsson

Freies WebRTC-Framework für native Client-Software

Ericsson Research stellt ein freies Framework zur Unterstützung von WebRTC bereit. Dieses nutzt H.264 oder VP8, basiert auf Gstreamer und unterstützt auch Android und iOS. Für Letzteres steht ein ebenfalls freier Beispiel-Browser bereit.

Open WebRTC ist ein von Ericsson Research als freie Software veröffentlichtes Framework, mit dem Client-Anwendungen für das Kommunikationsprotokoll geschrieben werden können. Die Software kann einerseits als Backend für einen Browser genutzt werden. Andererseits sollen damit auch native Anwendungen für Mobilbetriebssysteme implementiert werden können.

Um die Fähigkeiten der Bibliotheken zu demonstrieren, veröffentlicht das Unternehmen die Beispielanwendung Bowser ebenfalls unter einer freien Lizenz. Bowser sei tatsächlich nicht viel mehr als eine UI-Schicht, die auf Open WebRTC aufbaut und steht sowohl für iPhones als auch für iPads zum Download in Apples App Store bereit. Anders als bei mobilen Browsern üblich, erlaubt Bowser die Manipulation des Video-Elements durch die Verwendung von CSS und Javascript, was verschiedene Steuerungen und Ansichten ermöglicht.

Zusätzlich zu einer Vielzahl meist kleinerer externer Bibliotheken verwendet Open WebRTC hauptsächlich das Gstreamer-Framework zur Verarbeitung und Darstellung der multimedialen Daten. Zur Videoübertragung kann sowohl VP8 als auch H.264 verwendet werden. Für Letzteres, das eigentlich lizenzpflichtig ist, greift das Entwickler-Team auf den Code von Ciscos OpenH264 zurück, das ursprünglich für die Verwendung in Mozillas Firefox frei zur Verfügung gestellt wurde.

Zwar wird die Bibliothek als kompatibel zu den Implementierungen in Firefox und Chrome beschrieben, das Team räumt aber ein, noch nicht sämtliche Funktionen des Standards zu unterstützen, wie etwa die Datachannel. Hinzu kommen soll ebenfalls die Unterstützung für H.265, alias HEVC, sowie die Überführung des Codes in ein Framework für OS X und iOS.

Open WebRTC gibt es außer für iOS und Android auch für Linux-Distributionen und Mac OS X. Eine Portierung auf Windows ist in Planung. Der Code steht unter einer BSD-Lizenz zum Download über Github bereit.  (sg)


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