Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/microsofts-neues-betriebssystem-auf-windows-8-folgt-windows-10-mit-startmenue-1409-109551.html    Veröffentlicht: 30.09.2014 20:32    Kurz-URL: https://glm.io/109551

Microsofts neues Betriebssystem

Auf Windows 8 folgt Windows 10 mit Startmenü

Eine Plattform, eine Produktfamilie und ein Store: Das wird das nächste Windows bieten. Das heißt aber nicht etwa Windows One oder Windows 9, sondern Windows 10. Wie erwartet kehrt damit das alte Startmenü aus Windows-7-Zeiten wieder zurück.

Microsoft hat erstmals die kommende Windows-Version vorgestellt. Anders als bisher vermutet wird sie nicht Windows 9 oder Windows One heißen, sondern Windows 10. Wie erwartet gibt es wieder ein Startmenü, und die Charms-Leiste sowie der bildschirmfüllende Startbildschirm bleiben bestehen.

Mit Windows 10 will Microsoft vor allem auch die Windows-7-Nutzer begeistern und zu einem Wechsel animieren. Nach wie vor ist Windows 8 nicht sonderlich verbreitet, die meisten Windows-Maschinen laufen noch mit Windows 7. Deswegen wurde das Startmenü wieder in das System integriert. Dies hatte Microsoft schon auf der Build 2014 angekündigt, ohne allerdings Details zu nennen.

Das neue alte Startmenü kommt inklusive einer Schaltfläche für das Ausschalten des Rechners. Neu ist dafür die Integration der Modern-UI-Apps in das Startmenü. Damit haben sich die Vorabberichte bestätigt. Die Modern-UI-Apps, früher bekannt als Metro-Apps, lassen sich vom Startmenü aus aufrufen.

Im Startmenü sind die Kacheln in drei unterschiedlichen Größen zu sehen, so dass trotz des traditionellen Startmenüs auch die neuen Apps sofort zugänglich sind. Das geschieht in einer touchscreenfreundlichen Größe. Zudem können die Kacheln als Live Tiles ausgelegt sein, zeigen also aktuelle Informationen wie etwa das Wetter, ohne dass die App aufgerufen werden muss.

Die Apps selbst starten nun auch in Fenstern. Das soll Maus- und Tastaturnutzern helfen, besser mit den Apps umzugehen. Zudem vereinfacht dies die Handhabung von Apps parallel zu herkömmlichen Windows-Programmen. Dafür gibt es zusätzlich noch eine Task View, mit der die unterschiedlichen Programme und Apps verkleinert in einer Übersicht zu sehen sind. Auch mehrere Desktops werden unterstützt sowie neue Funktionen, um Fenster zu sortieren.

Auch die Suche kommt wieder an die alte Stelle

An die übliche Stelle des Startmenüs ist auch die Suche zurückgekehrt, die den Funktionsumfang von Windows 8.1 bietet. Damit durchsucht sie nicht nur lokale Inhalte, sondern versucht auch über das Internet Inhalte zu finden. Es ist wohl ein Eingeständnis an die vielen Tastatur-Benutzer, damit diese suchen können, ohne den Desktop verlassen zu müssen.

Die Charms-Leiste verschwindet nicht

Entsprechend hat Microsoft auch an die gute alte Kommandozeile gedacht. Microsoft bietet nun die Möglichkeit, Inhalte per Steuerungstaste und der Taste V in die Kommandozeile einzufügen. Microsoft verbessert zwar schon länger immer wieder die Kommandozeile, etwa mit der vergleichsweise neuen Powershell, doch an einigen Komfortfunktionen mangelte es immer noch.

Entgegen erster Gerüchte wird Microsoft die Charms-Leiste (Windows-Taste und C) auf der rechten Seite beibehalten. Es gibt anscheinend genug Touchscreen-Nutzer, die sich seit Windows 8 daran gewöhnt haben, und denen will Microsoft die Funktion weiter bieten. Deswegen gibt es für Touchscreen-Anwender auch weiterhin einen Startbildschirm: mit Live-Kacheln, aber auch einer Taskleiste und einer kleinen Auflistung von herkömmlichen Programmen.

Microsoft will Unternehmenskunden in allen Kategorien erreichen

Egal ob Smartphone, Tablet oder Rechner: Microsoft will alle Nutzer mit seiner Windows-10-Plattform erreichen und setzt dabei auf eine Vereinheitlichung der Plattform. Das fällt unter den Begriff One Converged Plattform. Damit ist gemeint, dass Microsoft etwa einen Store für Applikationen anbietet. Die Umbauten dafür wurden teilweise schon auf der Windows-8-Plattform begonnen. Auch die Verteilung von Sicherheitsrichtlinien und die Verwaltung von Geräten in Unternehmen soll vereinheitlicht werden. Das gilt auch für die Ersteinrichtung der Geräte oder den Windows Store speziell für Unternehmen, der nur die internen Apps umfasst.

Geplant ist zudem eine Verbesserung der Sicherheit. Angriffe auf die Plattformen Windows Phone oder Windows RT sind allerdings ohnehin kaum vorhanden. Es geht also vor allem darum, Windows auf x86-Basis besser abzusichern. Doch diese Verbesserungen gelten dann auch für Plattformen, die noch nicht mit Schadsoftware im großen Stil angegriffen werden. Für Phishing und Datendiebstahl sind auch die anderen Plattformen anfällig, da der Angriff auf den Nutzer erfolgt. Microsoft verspricht zudem einen sichereren Datentransport, auch wenn die Daten etwa mit USB-Sticks transportiert werden.

Vorschau von Windows 10 über das Windows Insider Program

Eine Technical Preview von Windows 10 soll für Desktop- und Notebook-Nutzer in Kürze verfügbar sein. Angeboten wird die unter preview.windows.com im sogenannten Windows Insider Program. Die Vorabversion wird laut Microsoft regelmäßig durch neue Builds aktualisiert und beinhaltet noch einige experimentelle Funktionen. Details dazu liegen noch nicht vor und werden bei Bedarf ergänzt.

Interessanterweise soll danach eine Server-Version folgen, die Unternehmen testen können. Diese müssen dann nicht mehr auf ihrem Server mit dem Startbildschirm hantieren. In solchen Profiumgebungen sind berührungsempfindliche Bildschirme sehr selten, weswegen die Windows Server 2012 und 2012 R2 so manchen System Administrator irritierten.

Für Endanwender wird erst später mehr an Neuerungen präsentiert. Erst 2015 werden also etwa Tablet-Benutzer erfahren, was sich für sie ändert. Windows 10 soll im Laufe des Jahres 2015 ausgeliefert werden. Details zur Verbreitung der Plattform über Geräteklassen fehlen noch.

Anscheinend wird aber auch das Smartphone-Betriebssystem von Microsoft Windows 10 genannt, und Windows RT würde demzufolge auch unter diesen Namen fallen. Prinzipiell soll Windows 10 Geräte mit Displaygrößen von 4 Zoll bis 80 Zoll unterstützen. Informationen zu Preisen gibt es noch nicht.  (ase)


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