Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/pi-top-laptop-mit-raspberry-pi-aus-dem-3d-drucker-1409-109398.html    Veröffentlicht: 23.09.2014 11:58    Kurz-URL: https://glm.io/109398

Pi Top

Laptop mit Raspberry Pi aus dem 3D-Drucker

Einen günstigen Laptop auf Raspberry-Pi-Basis hat eine Gruppe von Entwicklern aus London gebaut. Der Prototyp des Pi Top stammt aus dem 3D-Drucker. Der Rechner soll in Kürze als Bausatz erhältlich sein.

Das Raspberry Pi ist ein vollwertiger Computer. Er könnte also auch als tragbarer Rechner eingesetzt werden, hat sich eine Gruppe von fünf Designern aus London gedacht und einen Laptop um den Raspberry Pi herum gebaut.

Pi Top heißt der Laptop. Kernstück des Rechners ist die aktuelle Version des Raspberry Pi, das Model B+, das seit Juli auf dem Markt ist. Der Rechner hat einen 13,3 Zoll (knapp 34 cm) großen hochauflösenden Bildschirm mit LED-Rückbeleuchtung und einer Auflösung von 1.366 x 768 Pixeln, einen Akku, dessen Laufzeit die Entwickler mit sechs bis acht Stunden angeben, sowie eine Laptop-Tastatur mit Trackpad. Neben den Schnittstellen des Raspberry Pi hat der Pi Top noch WLAN. Das Betriebssystem ist Rasbian.

Gehäuse aus dem 3D-Drucker

Das Gehäuse haben die fünf mit dem 3D-Drucker aufgebaut. Dazu haben die Entwickler einen Rostock Max V2 von See Me CNC eingesetzt, einen etwa 1 Meter großen Deltadrucker. Ein solcher 3D-Drucker besteht aus drei senkrechten Schienen, an denen der Druckkopf mit einem Gestänge aufgehängt ist, so dass er über der Arbeitsplattform schwingen kann.

Eine Arbeit für Geduldige: Zwei Wochen habe es gedauert, bis das aus mehreren Teilen bestehende Laptop-Gehäuse fertig war, schreibt das Team im 3D-Druck-Forum von Reddit. Die Druckzeit habe 160 Stunden betragen. "Es gab eine Menge Schwierigkeiten mit einem so großen Teil." Die größte war, eine Tragstruktur zu bauen, die den mechanischen Belastungen standhält, denen ein Laptop ausgesetzt ist.

Lehrangebot für Pi-Top-Nutzer

Ziel des Projekts ist es nicht nur, einen Bausatz für einen günstigen Rechner zu schaffen, sondern auch dessen Nutzer dazu zu bewegen, ihre Fähigkeiten auszubauen. Dazu wollen die Entwickler offensichtlich auch ein Lehrangebot bereitstellen, in dem Anfänger und Fortgeschrittene lernen können, wie sie mit dem 3D-Drucker umgehen, Platinen entwerfen oder eigene Produkte entwickeln und bauen.

Die Laptop-Erbauer müssen jedoch nicht ihren 3D-Drucker knapp eine Woche lang heißlaufen lassen: Das Pi-Top-Team plant eine Crowdfunding-Kampagne für den Pi Top. Das Gehäuse der Pi-Top-Bausätze, die darüber angeboten werden, wird im Spritzgussverfahren hergestellt. Das hat auch den Vorteil, dass die Oberfläche glatter sein wird als die des 3D-gedruckten Gehäuses.

Einen Termin für die Kickstarter-Kampagne gibt es noch nicht.  (wp)


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