Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/ios-8-apple-entfernt-zugriff-auf-daten-durch-dritte-1409-109319.html    Veröffentlicht: 18.09.2014 09:44    Kurz-URL: https://glm.io/109319

iOS 8

Apple entfernt Zugriff auf Daten durch Dritte

Unter iOS 8 haben nur noch die Besitzer eines iPhones Zugriff auf ihre persönlichen Daten. Apple habe keine Möglichkeit mehr, diese Daten auszulesen, heißt es in den neuen Datenschutzbestimmungen. Strafverfolgungsbehörden sind wenig begeistert.

Bislang konnte Apple im Falle eines Durchsuchungsbefehls auch die persönlichen Daten eines beschlagnahmten mobilen Geräts auslesen. Mit einem Update auf iOS 8 ist das nicht mehr möglich, schreibt Apple in seinen aktualisierten Datenschutzbestimmungen. Es gebe jetzt keine Möglichkeit mehr, den eingegebenen Passcode zu umgehen. Ein Zugriff durch Strafverfolgungsbehörden auf persönliche Daten in der iCloud ist aber weiterhin möglich. Apples Schritt sei "problematisch", sagte ein ehemaliger FBI-Mitarbeiter der Washington Post.

Mit der Eingabe eines Passcodes unter iOS 8 werden alle persönlichen Daten mit einem eigenen privaten Schlüssel codiert. Ohne dieses Passwort kann auch Apple künftig nicht mehr auf die Daten auf mobilen Geräten zugreifen, erklärt der iPhone-Hersteller in einem Blogeintrag. Daher könne Apple auch Durchsuchungsbefehlen von Strafverfolgungsbehörden nicht mehr nachkommen. Damit seien Fotos, Nachrichten samt Anhängen, E-Mails, Kontaktdaten, Verbindungsverläufe, iTunes-Inhalte, Notizen und Erinnerungen geschützt. "Es ist für uns technisch unmöglich, richterlichen Anordnungen nachzukommen, um Daten von Geräten auszulesen."

Laut Apple erhalte der Konzern die meisten Durchsuchungsbefehle für beschlagnahmte Geräte. Nur sieben Prozent der richterlichen Anordnungen beträfen den Zugriff auf ein Konto bei Apple. Benutzer müssen jedoch oftmals selbst verhindern, dass Daten unerwünscht in der iCloud landen. In den Voreinstellungen werden sie dort synchronisiert. Verliert ein Anwender sein Passwort, sind Daten jedoch unwiderruflich verloren, wenn es kein Backup in Apples Onlinespeicher gibt.

Während Christopher Soghoian von der ACLU Apples neue Richtlinien begrüßt, äußerte sich der ehemalige FBI-Mitarbeiter Ronald Hosko gegenüber der Washington Post beunruhigt. Apples Schritt trage zu der zunehmenden Verdunklung bei, die mit der verbreiteten Verwendung von Verschlüsselung einhergehe. Das erschwere zunehmend die Arbeit der Strafverfolgungsbehörden.

Apple steht auch Microsoft bei. Der Windows-Hersteller streitet vor US-Gerichten um die Herausgabe von Daten eines Kunden, dessen E-Mails auf europäischen Servern gespeichert sind. Apple hat bei Gericht eine sogenannte Amici Curiae eingereicht. In der Stellungnahme legen Apple und weitere US-Konzerne dar, warum ein Recht auf Durchsuchung von Auslandsservern den US-Firmen große Probleme bereiten könnte.  (jt)


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