Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/intel-pcie-3-0-reicht-fuer-neuen-dual-40gbe-netzwerk-adapter-nicht-1409-109117.html    Veröffentlicht: 09.09.2014 11:05    Kurz-URL: https://glm.io/109117

Intel

PCIe 3.0 reicht für neuen Dual-40GbE-Netzwerk-Adapter nicht

Intels neuer Netzwerkadapter schafft in der Theorie 2 x 40 GBit/s. Doch die Ausstattung des Boards für 40GbE reicht nicht, um beide QSFP-Ports mit voller Geschwindigkeit anzusprechen, wie Intel offen zugibt. Für Kunden bietet der Adapter neben VLAN auch VXLAN und eine geringe Leistungsaufnahme.

Intel hat zwei neue Netzwerkkarten für den Serverbetrieb vorgestellt, die auf dem Fortville-Chip basieren. Dieser Chip ist schon länger für Mainboardhersteller verfügbar, doch erst jetzt bietet Intel auch eigene Netzwerkkarten an. Er war auch eine zeitlang im ARK von Intel gelistet, ist derzeit aber nicht mehr dort zu sehen. Der Chip wird in 28-nm-Technik gefertigt. Intel selbst produziert den Chip jedoch nicht, sondern überlässt das TSMC.

Intels 40GbE-Lösung wird zunächst auf Servermainboards als integrierter Chip (LOM) verfügbar sein, so Intel. Die separaten Netzwerkkarten (Intel Ethernet Converged Network Adapter x710 und xl710) folgen später. Der 40GbE-Chip gehört zur Grantley-Plattform, zu der auch Intel Haswell-EP- Xeon mit bis zu 18 Kernen gehört.

Intel will mit SDN-Angeboten an die Netzwerkausrüster

Intel will mit seinem neuen Angebot auch im Bereich des Software Defined Networking (SDN) mitspielen und positioniert die Plattform auch für Mobilfunkanbieter, die ihre Dienste stärker virtualisieren und sich weg von auf ASICs basierten Netzwerkkomponenten entfernen wollen (NfV, Network Functions Virtualization).

Mit einer 40-GbE-Netzwerkkarte können, wie der Name es andeutet, 40 GBit pro Sekunde über die Netzwerkleitungen transferiert werden. Typischerweise hat ein Serveradapter zwei dieser Ports. Doch 80 GBit/s kann die neue Karte nicht erreichen, wie Intel bei der Vorstellung zugab. Das Limit liege bei etwa 50 GBit/s in der Praxis, so Intel. Grund ist eine Design-Entscheidung. Intel wollte lieber nur einen PCIe-x8-Slot verwenden. Das hat einerseits Kosten-, andererseits Praxisgründe. PCIe-x16-Slots sind nicht so üblich wie PCIe-x8-Slots. Wer tatsächlich 80 GBit/s durch Koppeln von 40GbE-Anschlüssen braucht, dem empfiehlt Intel den Einsatz zweier Karten. Der zweite QSFP-Port auf der Karte ist aus Redundanzgründen integriert.

Auch als Quad-10GbE-Adapter zu gebrauchen

Für die Außenanbindung gibt es Platz für QSFP-Module. Üblicherweise werden Glasfasertransceiver eingesetzt, da die Reichweite über Kupfer schon bei 10GbE unangenehm kurz ist. Für kurze Switch-zu-Switch-Verbindungen sind QSFP-zu-QSFP-Kabel aber nicht ungewöhnlich. Die Netzwerkkarte wird später per Softwareupdate in der Lage sein, pro QSFP-Anschluss (Q steht für Quad) viermal 10 GbE separat bereitzustellen. Das soll noch bis zum Ende des Jahres möglich sein.

Intel betont die niedrige Leistungsaufnahme des Netzwerkadapters. Die liegt typischerweise bei 3,6 Watt. Wer sich Hoffnungen macht, die Technik irgendwann in Notebooks zu sehen, wird allerdings sehr lange warten müssen. Selbst 10GbE ist in Notebooks noch nicht angekommen, obwohl die internen SSDs längst schneller als Gigabit-Ethernet sind. Per Thunderbolt angebundene 10GbE-Adapter gibt es zwar, doch die sind sehr groß und erst recht nicht stromsparend genug für den mobilen Einsatz.

VXLAN soll Konfiguration erleichtern

Softwareseitig unterstützt Intels neuer Netzwerkadapter VXLAN. Damit werden Netzwerke virtualisiert. Allerdings soll die Konfiguration schneller gehen als eine VLAN-Konfiguration, die erst einmal durch das Netzwerk durchkonfiguriert werden muss. VXLAN kapselt hingegen unterschiedliche Netzwerke und schickt diese durch die Switches. Nach außen hin ist eine VXLAN-Netzwerkkarte nur über eine IP-Adresse ansprechbar. Eine entsprechende Gegenstelle kann die VXLAN-Pakete auswerten und intern die Daten an die korrekten virtuellen Maschinen über die virtuellen Switches schicken. Derartig gekapselte Ethernet Frames sollen laut Intel auch die Leistung verbessern. In SDN/NFV-Szenarien vereinfachen sie das Bereitstellen von Angeboten.

Für Anwender, die 40GbE benötigen und gleichzeitig kryptographische Arbeiten im Datenstrom durchführen müssen, bietet Intel zusätzlich einen Quickassist Server Adapter 8950 an. Der große Adapter der Serie schafft bis zu 50 (SSL) und 43 (IPSec) GBit/s, so Intel. Er soll die CPU als spezialisierter Adapter entlasten und auch für 40GbE genug Leistung bieten, kostet aber 770 US-Dollar extra. Als integrierte Lösung gibt es den Communication Chipset 89xx. Beide Lösungen sind schon seit Ende 2013 verfügbar.

Einen 25GbE-Adapter hat Intel übrigens noch nicht angekündigt. 25GbE ist seit kurzem standardisiert. Die Entwicklung werde aber beobachtet, so Intel. Insbesondere als ein Viertel des 100GbE-Standards sieht das Unternehmen sinnvolle Einsatzzwecke, so dass ein Adapter irgendwann angeboten werden soll.  (ase)


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