Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/akademy-2014-kde-plasma-team-sucht-nach-einer-vision-1409-109114.html    Veröffentlicht: 09.09.2014 15:00    Kurz-URL: https://glm.io/109114

Akademy 2014

KDE-Plasma-Team sucht nach einer Vision

Das Entwickler-Team der Plasma-Oberflächen von KDE diskutiert auf der Akademy die Zukunft des Projekts. Die Entwickler suchen nach einer übergreifenden Vision, deren Ausarbeitung wohl aber noch dauern wird.

Mit der Veröffentlichung von Plasma 5 haben die Entwickler der KDE-Oberflächen zu großen Teilen komplett neue Technologien umgesetzt, das eigentliche Konzept des Desktops bis auf Design-Verbesserungen aber nicht groß verändert. In einer informellen Diskussion auf der Akademy in Brno sammelte das Team einige Wünsche und Ideen, aus denen eine Vision für die Arbeitsfläche entstehen soll.

Einig scheint sich das Team darüber, die mit Plasma 5 begonnene Technik der einheitlichen Shell beizubehalten, die sich an verschiedene Formfaktoren anpassen kann. Das heißt, die Tablet-Oberfläche Active sowie das Media Center sollen weiter Bestandteil der Community-Anstrengungen bleiben.

Immerhin portiert das Team gerade beide Oberflächen auf die KDE Frameworks 5, und in Zusammenarbeit mit der Visual Design Group entsteht sogar eine neue Nutzerführung für das Media Center. Den unterschiedlichen Nutzungsszenarien für Computer will das Team also weiterhin gerecht werden.

Übergreifenden Funktionen und Minimalismus

Zudem diskutierten die Anwesenden, wie sich die Arbeitsabläufe der Nutzer verbessern lassen. Neben offensichtlichen Funktionen, etwa der Unterstützung von Sprachen, die von rechts nach links gelesen werden oder keine europäischen Alphabete verwenden, sollen aber auch viele kleine und häufig genutzte Funktionen in der Shell untergebracht werden.

Dazu gehört die Vorschau auf Bilder oder andere Dateien, die sich theoretisch anwendungsübergreifend einbinden lassen sollten. Die dafür bisher verwendete Technik KParts ist derzeit nicht in einer QML-Umgebung einsetzbar, doch Plasma verwendet für die Oberflächen fast ausschließlich QML.

Langfristig könnten sich die Entwickler wohl darauf einigen, dass die Shell den Nutzer so wenig wie möglich stört und in den Hintergrund tritt. Gleichzeitig sollte die Shell dennoch einige wichtige Informationen bereitstellen. Der Wechsel in die eigentliche Anwendung, die weitere Details bereitstellt, sollte zudem nahtlos möglich sein.

Noch hat sich das Team nicht auf eine eindeutige Vision geeinigt, und der Prozess dahin wird wohl noch einige Zeit in Anspruch nehmen. Trotzdem ruft der Designer Jens Reuterberg die Beteiligten dazu auf, ehrgeizige und zukunftssichere Ziele zu entwickeln. Die Beschränkungen der X11-Welt sollten dabei keine Rolle spielen, vielmehr solle Wayland in vielen Bereichen eine Hilfe sein, meint KWin-Entwickler Martin Gräßlin.  (sg)


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