Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/galaxy-note-edge-im-hands-on-das-erste-smartphone-mit-sinnvoll-gebogenem-display-1409-108983.html    Veröffentlicht: 03.09.2014 15:30    Kurz-URL: https://glm.io/108983

Galaxy Note Edge im Hands On

Das erste Smartphone mit sinnvoll gebogenem Display

Mit dem Galaxy Note Edge hat Samsung ein Smartphone mit einem über den Rand reichenden Display vorgestellt. Technisch ist das Galaxy Note Edge baugleich mit dem Galaxy Note 4 - bringt aber dank des speziellen Bildschirms eine Reihe von Vorteilen in der täglichen Nutzung, wie Golem.de feststellen konnte.

Samsung hat auf der Ifa 2014 das Galaxy Note Edge vorgestellt. Es ist eine technisch identische Variante des Galaxy Note 4 - mit einem bedeutenden Unterschied: Das Display geht über den rechten Rand hinaus und ist über diesen hinweg gebogen. Dadurch ergeben sich neue Anwendungsmöglichkeiten.

Ein solches Smartphone hatte sich bereits länger angekündigt: Bereits auf der CES 2013 präsentierte Samsung einen entsprechenden Prototyp, der dem jetzigen Galaxy Note Edge zum Verwechseln ähnlich sieht. Im August 2014 ließ sich der südkoreanische Hersteller ein entsprechendes Design schützen. Mit dem Galaxy Round hatte Samsung zuvor bereits ein Smartphone mit gebogenem Display veröffentlicht.

Der über den Rand gebogene Teil des Displays ist nicht nur eine einfache Fortführung des Bildschirms, sondern verfügt über ein eigenes Bedienkonzept. Die Anzeige ist unabhängig vom Hauptbildschirm und kann verschiedene Informationen anzeigen. So können beispielsweise zusätzliche App-Verknüpfungen, das Wetter, Kursinformationen oder eine Leiste mit kleinen Hilfs-Apps eingeblendet werden.

Diese sind immer durch einen Wisch nach unten über die Leiste erreichbar und bieten unter anderem eine Taschenlampe oder ein einblendbares Lineal. Die anderen Informationen sind durch horizontales Blättern aufrufbar und können in einem separaten Menü ausgewählt werden.

Neben diesen Funktionen im Startbildschirm von Android können in bestimmten Anwendungen auch Bedienelemente oder Informationen angezeigt werden. Im Video-Player werden die Bedienelemente wie Wiedergabetaste, Fortschrittsbalken oder Lautstärkeregelung nicht mehr im Display über dem angesehenen Video eingeblendet, sondern außerhalb des Sichtfeldes im Rand-Display. Erhält der Nutzer während des Betrachtens eine neue Systembenachrichtigung, wird auch diese dort angezeigt. Bei der Kamera-App wird der Auslöseknopf im Rand-Display eingeblendet.

Intuitives Rand-Display

Ist der Bildschirm des Galaxy Note Edge ausgeschaltet, erscheint auf dem Rand-Display eine kleine Uhr, wenn wir in der Mitte mit dem Finger hin und her wischen. Das ist nachts praktisch, das Smartphone dient dann als Nachttischuhr. Samsung will ein SDK zur Verfügung stellen, damit das Rand-Display von App-Programmierern für ihre eigenen Anwendungen genutzt werden kann.

Die Bedienung des Displays an der Seite empfanden wir von Anfang an als sehr intuitiv. Der ungewohnte rechte Rand fühlte sich gleich gut an, was auch an der technischen Umsetzung liegt: Der nach unten gebogene Teil hat trotz eines steileren Betrachtungswinkels die gleiche Farb- und Kontrastwiedergabe wie der Hauptbildschirm.

Technisch gesehen entspricht das Galaxy Note Edge dem neuen Galaxy Note 4, allerdings ist der Bildschirm etwas weniger hoch - dafür aber dank des gebogenen Displays breiter und mit 1440p genauso hochauflösend. Zudem wird das Galaxy Note Edge ausschließlich in einer Version mit einem Snapdragon 805 erscheinen. Das Edge-Modell hat ebenfalls einen Digitizer und verfügt über die gleichen neuen Stiftfunktionen wie die Note-4-Variante. Auch die Kamera, der Pulssensor und der Fingerabdruckscanner sind identisch.

Fazit

Mit dem Galaxy Note Edge bringt Samsung im Grunde das beste Argument gegen das ebenfalls auf der Ifa 2014 vorgestellte sehr gute Galaxy Note 4: Beide Geräte sind baugleich, das Galaxy Note Edge bietet aber dank des hervorragend umgesetzten gebogenen Displays einen zusätzlichen Mehrwert.

Die Informationen und neuen Bedienmöglichkeiten, die der Display-Rand bietet, empfanden wir in unserem Test als nützlich. Die Bedienung ist intuitiv und von Samsung gut umgesetzt: Schnell haben wir uns an das zusätzliche Display und seine Einbindung gewöhnt.

Gleichzeitig verfügt das Galaxy Note Edge über den neuen verbesserten Digitizer und die anderen Vorzüge des Galaxy Note 4 - wie etwa den hochauflösenden Bildschirm und die neuen Stiftfunktionen. Aufgrund des gebogenen Displays wird das Galaxy Note Edge aber teurer sein als das Galaxy Note 4. Genaue Preise nannte Samsung bisher nicht, aber der Hersteller machte bereits klar, dass die Edge-Variante mehr kosten wird. Wer den Aufpreis nicht scheut, findet im Galaxy Note Edge das bessere Gerät.  (tk)


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