Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/cinavia-hersteller-digitale-wasserzeichen-auch-fuer-schon-verschluesselte-filme-1409-108961.html    Veröffentlicht: 02.09.2014 11:56    Kurz-URL: https://glm.io/108961

Cinavia-Hersteller

Digitale Wasserzeichen auch für schon verschlüsselte Filme

Verance, der Hersteller des DRM-Systems Cinavia, hat ein neues Patent erteilt bekommen. Es beschreibt, wie Filme auch über verschiedene Verbreitungswege geschützt werden können. Dabei ist es nicht nötig, eine schon bestehende Verschlüsselung zu brechen.

Dem Unternehmen Verance ist in den USA ein neues Patent erteilt worden, worauf Torrentfreak hinweist. Die Erfindung ist seit Mitte Juli 2014 geschützt, angemeldet wurde sie bereits 2006. Offenbar dauerte die Prüfung der über 15.000 Worte langen Beschreibung recht lange. Verance beruft sich auch auf zahlreiche andere Erfindungen, der Ansatz zum DRM-Schutz von Filmen ist jedoch ziemlich neu.

Das Unternehmen beschreibt nämlich, wie sich schwer entfernbare Wasserzeichen auch bei bereits verschlüsselten Inhalten nachträglich aufbringen lassen. Damit können beispielsweise Fernsehsender das schon von Studios verschlüsselt angelieferte Material nochmals mit einer Kennung versehen. Diese digitalen Wasserzeichen, die unter dem Namen Cinavia schon seit 2012 Teil des Blu-ray-Standards sind, können beim Wiedergeben von Kopien erkannt werden. Im Fall von Blu-ray-Playern wird durch Cinavia dann nach einiger Zeit ein Warnhinweis eingeblendet und der Ton abschaltet.

Es geht also nicht um einen Schutz vor dem Kopieren, sondern darum, die Kopien für die Nutzer wertlos bis ärgerlich zu machen. Da mit dem neuen Verfahren immer wieder neue Wasserzeichen angebracht werden können, ist es auch möglich, die Quelle einer Kopie - etwa eine TV-Aufzeichnung - später zu identifizieren. Auch die sogenannte "analoge Lücke", oft genutzt durch das Abfilmen von Inhalten, soll so für die Filmbranche weniger gefährlich werden. Wie auch schon bei Cinavia überleben die Wasserzeichen diese Methoden und auch mehrfache Wandlung und Neukompression des Materials nämlich.

Allerdings bleibt kein DRM-Verfahren für alle Zeit sicher. Cinavia beispielsweise kann seit einigen Monaten mit speziellen Programmen beim Kopieren von originalen Blu-ray-Discs entfernt werden; ebenso ist es mit solchen Tools möglich, die Wasserzeichen aus einer bereits bestehenden Kopie herauszurechnen. Die so entstehenden Dateien lassen sich dann ohne Einschränkungen nutzen.

Das wird wohl auch das neue Patent nicht mehr verhindern können. Vielmehr können nun die verschiedenen Verbreitungswege eindeutig gekennzeichnet werden. Das könnte auch dazu führen, dass Schwarzkopierer nach einer Fülle von verschiedenen Wasserzeichen suchen müssen, denn das Verfahren lässt sich auch mehrfach nacheinander anwenden.  (nie)


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