Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/preisvergleich-ergebnisse-in-preissuchmaschinen-nicht-zuverlaessig-1409-108944.html    Veröffentlicht: 01.09.2014 16:20    Kurz-URL: https://glm.io/108944

Preisvergleich

Ergebnisse in Preissuchmaschinen nicht zuverlässig

Im Test haben mehrere Preisvergleichsdienste immer wieder denselben Shop als Sieger angezeigt und auf nicht verfügbare Topangebote verwiesen. Als einzige Preissuchmaschine hat Google/Shopping in den Ergebnislisten keine Angebote von Amazon und Marketplace angegeben.

Preissuchmaschinen haben eine hohe Fehlerquote von rund 25 Prozent. Das hat eine Stichprobe der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen ergeben, die am 1. September 2014 vorgelegt worden ist. Untersucht wurden Billiger, Evendi, Guenstiger, Idealo, Google/Shopping, Kelkoo, Meta-Preisvergleich und andere.

Bei jeder vierten Anzeige stimmten Produktpreis oder Versandkosten nicht mit den Angaben auf der Seite des Händlers überein. Bis zu 87 Euro machte die Differenz bei Meta-Preisvergleich im schlimmsten Fall aus. Artikel waren oft nicht vorrätig, oder auf den ersten Plätzen wurden andere Modelle als die gesuchten angezeigt. Mit zwei Fehlern am zuverlässigsten arbeitete Idealo, besonders viele Fehler machten bei jeweils 30 Vergleichen Evendi (10) und Google (11).

Kelkoo wirbt mit "über 60 Millionen Angeboten in 12 Ländern". Doch bei zehn Suchanfragen listete das Portal siebenmal nur einen einzigen Shop. Dies war zudem oftmals der teuerste Anbieter, oder es konnte derzeit nicht geliefert werden.

Mit massiven Mängeln bei der Sortierung ihrer Trefferlisten fielen zwei Anbieter auf: Meta-Preisvergleich und Evendi. Diese Portale sind nach Ansicht der Verbraucherzentrale nur bedingt brauchbar.

Beim Onlinekauf setzen sich die Gesamtkosten aus Produktpreis und Versandkosten zusammen. Oft zeigte die Preissuche die Gesamtkosten nicht an, der Nutzer musste die Informationen umständlich aus den Ergebnislisten heraussuchen und berechnen. Hier fielen besonders Meta-Preisvergleich und Idealo negativ auf. Google zeigte in den Ergebnislisten im Gegensatz zur Konkurrenz kein Angebot von Amazon und Marketplace an.

Die Suchmaschinen mussten bei dem Test fünf unverbindliche Preisempfehlungen (UVP) von Elektrogeräten unterbieten. Blu-ray-Recorder und Bodenstaubsauger fanden sie im Netz um bis zu 40 Prozent preiswerter. Im Schnitt ließen sich 30 Prozent sparen.

Bei fünf zufällig ausgewählten Prospekt-Sonderangeboten von Euronics und Expert, Marktkauf, Mediamarkt und Medimax gelang es nur Google und Meta-Preisvergleich, ein Angebot zu unterbieten. Drei erzielten hier einen Gleichstand. Bei Waschmaschinen und GPS-Geräten scheiterten die meisten Preissuchmaschinen deutlich: bisweilen um zwölf Prozent.

Billiger.de konnte bei sechs der zehn verglichenen Produkte den günstigsten Preis ermitteln, Meta-Preisvergleich und Idealo gelang das viermal.

Den Titel "Schlechtester beim Best-Preis-Vergleich" erhielt Kelkoo. Sechsmal stand der Betreiber mit seiner Top-Empfehlung am Ende des Testfeldes. Je dreimal waren Google und Preis.de die schlechtesten.

Immer wieder zeigten mehrere Preisvergleichsdienste denselben Shop als Sieger an. Bei einem Kaffeeautomaten war dies in acht der neun getesteten Suchmaschinen der Fall. Es gab auch das andere Extrem: So wiesen die neun Portale für einen Blu-ray-Recorder acht unterschiedliche Bestpreise aus.  (asa)


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