Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/vermoegen-dotcom-verliert-berufung-zu-hollywood-klage-1408-108901.html    Veröffentlicht: 29.08.2014 12:32    Kurz-URL: https://glm.io/108901

Vermögen

Dotcom verliert Berufung zu Hollywood-Klage

Kim Dotcom hat vor einem neuseeländischen Berufungsgericht verloren. Er muss nun doch seine gesamten Vermögenswerte im Inland und Ausland offenlegen. Geklagt hatte die US-Filmindustrie wegen Megaupload.

Kim Dotcom hat vor einem Gericht den Berufungsprozess um die Offenlegung seines Vermögens verloren. Wie Radio New Zealand News berichtet, hat der Court of Appeal den Einspruch der Anwälte des Internetunternehmers abgewiesen. Dotcom-Anwältin Tracey Walker hatte erklärt, es verstoße gegen Dotcoms Recht auf Privatsphäre, diese Angaben vorlegen zu müssen.

Dotcom habe dasselbe Recht auf Privatheit zu seinen Finanzen wie jeder andere Bürger auch, sagte Walker. Doch die Richter am Court of Appeal erklärten, die Herausgabe der Finanzangaben sei ein notwendiger Teil der Beschlagnahmung des Vermögens von Dotcom. Die Liste müsse vorgelegt und an die Anwälte der Film- und Musikindustrie gegeben werden. Die Angaben müssten aber vertraulich behandelt werden. Dotcom will weitere juristische Schritte gegen die Entscheidung prüfen.

Die Auskunft muss beinhalten, welcher Art und Höhe Dotcoms gesamte Vermögenswerte weltweit sind, dabei ist es unerheblich, ob der Besitz im eigenen Namen gehalten wird oder nicht.

Im April 2014 verklagten die sechs Hollywood-Studios 20th Century Fox, Disney, Paramount, Universal, Columbia Pictures und Warner Bros. Megaupload im US-Bundesstaat Virginia. Megaupload habe durch den Verkauf von Premium-Zugängen 150 Millionen US-Dollar und 25 Millionen US-Dollar durch Onlinewerbung verdient, so die Branchenorganisation MPAA (Motion Picture Association of America).

Dotcom habe "sehr substanzielle Zahlungen" an seine Internet Party geleistet und eine Prämie von 5 Millionen US-Dollar für Informationen ausgesetzt, die ihn vor der Abschiebung in die USA bewahren. Deshalb befürchtete die MPAA, dass sie ihre Ansprüche nicht mehr durchsetzen könne.

Wegen des Vorwurfs schwerer Urheberrechtsverletzungen wurde Megaupload auf Betreiben des US-Justizministeriums Anfang 2012 geschlossen.  (asa)


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