Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/test-bioshock-fuer-ios-unterwasserstadt-fuer-die-hosentasche-1408-108874.html    Veröffentlicht: 28.08.2014 13:52    Kurz-URL: https://glm.io/108874

Test Bioshock für iOS

Unterwasserstadt für die Hosentasche

Der Actionklassiker Bioshock läuft jetzt auch auf Smartphones - und macht dabei eine recht gute Figur. Allerdings sorgt die Grafik dafür, dass die Chips und der Akku an ihre Grenzen kommen.

Ein Flugzeugabsturz über dem Meer, ein rettender Leuchtturm auf einer winzigen Insel, und dann fahren wir als Hauptfigur Jack in einem Aufzug in die Tiefe - und kämpfen anschließend in der mysteriösen Artdeco-Unterwasserstadt Rapture. Das alles können wir im Actionspiel Bioshock nun auch auf iPhone und iPad erleben. Publisher 2K Games hat den Klassiker aus dem Jahr 2007 für iOS-Geräte umgesetzt - und zwar ohne größere inhaltliche Änderungen.

Die Entwickler von 2K China haben vor allem die Benutzeroberfläche und die Steuerung an die Hardware angepasst. Unsere Hauptfigur steuern wir grundsätzlich mit zwei virtuellen Analogsticks: Der linke Daumen ist für die Laufrichtung zuständig, der rechte für die Blickrichtung. Wo wir die Finger auflegen, ist weitgehend egal - das Spiel blendet an fast jeder Stelle die beiden Hilfskreise ein, was ziemlich praktisch ist; springen ist übrigens, anders als am PC, generell nicht möglich. Falls mal was schiefgeht: Den Spielstand können wir jederzeit manuell speichern.

Unsere Pistole und die anderen Waffen feuern wir durch das Antippen stets eingeblendeter Symbole ab. Einmal anvisierten Gegnern folgt das Spiel ein Stück weit mit dem Fadenkreuz. Wer mit echten Tasten spielen möchte, kann natürlich auf Smartphone und Tablet zum Made-for-iPhone-(MFi)-Controller greifen. Das erhöht den Komfort und die Präzision in Kämpfen mit Gegnern wie den riesigen Big Daddys deutlich, und kommt damit auch dem Spielspaß entgegen.

Die Grafik entspricht weitgehend dem Original und basiert ebenfalls auf der Unreal-Engine. Einerseits ist es schon beeindruckend, dass die riesige Unterwasserstadt jetzt in so ein kleines Smartphone passt. Andererseits sind viele Details eigentlich nicht mehr zeitgemäß, etwa die teils detailarmen Texturen - wofür aber die spürbar aufwendige Portierung nichts kann. Die Bildrate ist nicht sehr hoch, sie dürfte unter 30 FPS liegen, bleibt aber immerhin durchgehend konstant - echte Ruckler haben wir nicht erlebt.

Akkuverbrauch und Fazit

Die mobile Version von Bioshock ist als Download mit einer Größe von 1,65 GByte für iOS erschienen und kostet rund 14 Euro - dafür gibt es keinerlei Mikrotransaktionen oder sonstige In-App-Angebote. Das Programm läuft nur unter iOS 7.1 und auf neuerer Hardware von Apple: iPad Air, iPad Mini 2, iPad 4, iPhone 5S, iPhone 5C und iPhone 5 - nicht jedoch auf allen älteren Geräten. Laut Entwickler 2K Games ist derzeit keine Umsetzung für Android geplant.

Der Akkuverbrauch ist hoch, wir haben (wegen der vielen dunklen Stellen) meist mit fast ganz aufgedrehter Helligkeit gespielt, dann entspricht etwa auf einem iPhone 5S jede Minute Spiel rund einem Prozentpunkt des Ladestands. Das Spiel erscheint hierzulande mit der englischen Original-Sprachausgabe und deutschen Bildschirmtexten sowie zuschaltbaren Untertiteln. Die USK hatte dem Original eine Freigabe ab 16 Jahren erteilt.

Fazit

Natürlich ist Bioshock auch auf iPad und iPhone ein tolles Actionspiel mit dichter Atmosphäre und einer intelligenten Handlung. Die Steuerung geht plattformbedingt zwar nicht so flüssig von der Hand wie am PC, aber die virtuellen Analogsticks funktionieren ganz gut. Außerdem hat das Programm den Vorteil, dass ziemlich viele Gegner hinter Ecken stehen und sich in Ruhe anvisieren oder per Elektroschock fixieren lassen, um sie dann auszuschalten. Wer Ego-Shooter grundsätzlich nicht gerne mit Touch-Steuerung spielt, sollte aber auch vom mobilen Bioshock die Finger lassen.

Beim Spielen haben wir außerdem mit der zwar sauber umgesetzten, aber leider oft dunklen Grafik gekämpft. Damit wir bei den spiegelnden Displays überhaupt etwas erkennen konnten, mussten wir selbst in dunklen Räumen die Helligkeit voll aufdrehen. Folge: Zusammen mit den offensichtlich unter Volllast arbeitenden Chips wurde selbst die neueste Generation der iOS-Hardware ganz schön warm. Entsprechend schnell war der Akku alle.

Nachtrag vom 28. August 2014, 17:23 Uhr:

Wir haben unseren Test um einen Grafikvergleich zur PC-Fassung erweitert. Die PC-Version wurde auf maximalen Einstellungen in 4:3 aufgezeichnet, die iOS-Fassung auf einem iPad Air.

 (ps)


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