Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/schrei-vor-glueck-zalando-bekam-35-millionen-euro-staatliche-subventionen-1408-108797.html    Veröffentlicht: 25.08.2014 16:12    Kurz-URL: https://glm.io/108797

Schrei vor Glück

Zalando bekam 35 Millionen Euro staatliche Subventionen

Zalando genießt die höchste staatliche Förderung im Einzelhandel. Der wegen schlechter Arbeitsbedingungen bekannte Modeversender findet "das Ding ganz normal".

Zalando bekam in den vergangenen Jahren Fördermittel in Höhe von insgesamt 35 Millionen Euro bewilligt. Das berichten die Wirtschaftswoche und das ZDF-Magazin Frontal 21. Damit sei der Onlinemodehändler einer der größten Subventionsempfänger im deutschen Einzelhandel.

Die Gesamtsumme kommt vom Bund und aus den Ländern Berlin, Brandenburg und Thüringen. So bewilligte das Land Thüringen für die Ansiedlung des Zalando-Logistikzentrums in Erfurt staatliche Fördermittel in Höhe von 22,4 Millionen Euro. Das Land Berlin stellte Zalando zwischen 2010 und 2013 laut Zuwendungsdatenbank Investitionszuschüsse und Projektförderungen von 10,6 Millionen Euro zur Verfügung. Das Land Brandenburg genehmigte nach Angaben des Wirtschaftsministeriums 2,5 Millionen Euro für ein Logistikzentrum in Brieselang im Havelland.

Ein Teil der Subventionen ging nach Angaben von Zalando vom Bund über die Länder an das Unternehmen. Es handelt sich dabei um GRW-Mittel (Gemeinschaftsaufgabe Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur), 2013 sei das Unternehmen "der größte Empfänger" solcher Fördermittel im Versandhandel gewesen, teilte das Bundeswirtschaftsministerium der Wirtschaftswoche und Frontal 21 mit. Von der Gesamtsumme sollen aber bisher nur 16,4 Millionen Euro ausgezahlt worden sein, erklärt Zalando.

Zalando-Sprecher Boris Radke sagte Golem.de: "Die 35 Millionen Euro haben wir schon immer offen kommuniziert. Der umsatzstärkste Anbieter mit dem höchsten Arbeitsplatzwachstum erhält, wenn er halbwegs clever ist, logischerweise auch die meisten Förderungen." Zalando habe in den vergangenen Jahren mehrere 100 Millionen Euro investiert und in Deutschland über 7.000 Arbeitsplätze geschaffen. Dementsprechend sei "das Ding ganz normal."  (asa)


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