Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/alienware-alpha-ausprobiert-fast-lautlose-steam-machine-mit-eigenem-windows-ui-1408-108661.html    Veröffentlicht: 19.08.2014 15:56    Kurz-URL: https://glm.io/108661

Alienware Alpha ausprobiert

Fast lautlose Steam-Machine mit eigenem Windows-UI

Auf der Gamescom hat uns Alienware die eigene Steam-Machine gezeigt, mit installiertem Windows statt SteamOS. Die Linux-Distribution von Valve ist noch nicht fertig, weswegen Microsofts Betriebssystem mit einer für Gamepads angepassten Benutzeroberfläche eingesetzt wird.

Alienware möchte nicht auf Valves Betriebssystem warten und wird seine erste Steam-Machine mit vorinstalliertem Windows ausliefern. Damit das Betriebssystem mit einem Gamepad bedient werden kann, ist ein eigenes User-Interface installiert, das sich stark an dem von der Xbox One und der Playstation 4 orientiert. Im Herbst 2013 kündigte Valve seine eigene Linux-Distribution SteamOS an, doch noch ist sie nicht fertig.

Ein Mockup des Mini-PCs konnten wir uns bereits auf der CES 2014 anschauen. Seitdem hat sich an dem Gehäuse kaum etwas verändert. Das Gerät hat eine quadratische Grundfläche von 20 Zentimetern und ist rund 8 Zentimeter hoch - deutlich kleiner als die Current-Gen-Konsolen. Die angeschrägte Ecke und das Alienware-Logo sind beleuchtet - in der finalen Version wird dies optional sein.

Erstmals zeigt Alienware die Hardware: Das Mainboard soll speziell für den Mini-PC entwickelt worden sein. Als CPU soll je nach Konfiguration ein Dual- oder Quad-Core-Prozessor mit Haswell-Architektur zum Einsatz kommen. Die GPU ist eine Maxwell-Grafikkarte von Nvidia mit 2 GByte Grafikspeicher. Beide sollen keine mobilen Varianten sein, detaillierte Informationen wollte Alienware allerdings nicht nennen. Die zwei DDR3-SODimm-Speicherriegel sind von Werk aus je 4 GByte groß. Als Festplatte dient eine 2,5-Zoll-HDD mit bis zu 2 TByte Speicher. Für schnelleren Speicher kann eine SSD verbaut werden, dazu muss die alte Festplatte demontiert werden. Sie ist leicht zugänglich und nur mit ein paar Schrauben fixiert.

Benchmark-Ergebnisse wollte uns Alienware keine nennen. Dark Souls 2 konnten wir aber auf maximalen Einstellungen ohne Probleme spielen.

Die Luft zur Kühlung der Hardware wird an der Unterseite von zwei Radiallüftern, die hauptsächlich in Notebooks zum Einsatz kommen, angesaugt - Staubfilter gibt es nicht. Zwei Luftkanäle, jeweils einer für CPU und GPU, sollen den Luftstrom lenken und die Kühlung verbessern. Auf der Rückseite wird die warme Luft abgeführt. Die Lüfter sind selbst bei stärkerer Auslastung der Hardware sehr leise.

Vorne sind zwei USB-2.0-Anschlüsse leicht zugänglich, ein SD-Kartenleser fehlt leider. Auf der Rückseite gibt es neben zwei USB-3.0-Anschlüssen auch ein HDMI-Out sowie ein HDMI-In. Ein optischer Audio-Ausgang, eine RJ45-Buchse und der Netzteil-Anschluss sind ebenfalls vorhanden.

Steam-Machine ohne SteamOS

Ursprünglich sollte der Mini-PC mit vorinstalliertem SteamOS ausgeliefert werden. Da die Linux-Distribution aber noch in der Beta ist, hat sich Alienware entschieden, vorerst den Wohnzimmer-PC mit Windows auszuliefern. Um das Betriebssystem Gamepad-tauglich zu machen, installiert Alienware eine eigene Benutzeroberfläche, die der Oberfläche der Current-Gen-Konsolen ähnelt.

Beim Systemstart kann gewählt werden, ob der PC die angepasste Oberfläche oder das normale Windows-System booten soll. Die Konfiguration des PCs kann mit dem Gamepad durchgeführt werden. Die Idee dahinter: Der Mini-PC soll wie eine Spielekonsole keine Maus und Tastatur mehr benötigen und so komfortabler sein. Zahlreiche weitere Funktionen, die jedoch nicht näher benannt wurden, sollen mit einem Update hinzukommen. Aus der angepassten Oberfläche kann Steam im Big Picture Mode geöffnet werden, alternativ kann auch in die normale Windows-Oberfläche gewechselt werden.

Bisher gefällt uns der Mini-PC für das Wohnzimmer gut, besonders die Oberfläche wirkt durchdacht - über ausreichend Leistung verfügt der PC auch. Dark Souls II und kleine Indie-Spiele konnten wir ohne Probleme spielen. Einzig ein Blu-Ray-Laufwerk hätten wir uns noch gewünscht, damit der PC auch den Blu-Ray-Player ersetzen kann.

Im November möchte Alienware den kleinen PC auch in Deutschland ab 500 Euro in der kleinsten Konfiguration anbieten. Im Lieferumfang enthalten ist ein kabelloser Xbox 360 Controller. Wenn SteamOS die Beta verlässt, will Alienware einen Client zum Wechseln des Betriebssystems zur Verfügung stellen.  (sw)


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