Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/appliedmicro-arm-chip-mit-64-kernen-fuer-160-watt-server-1408-108582.html    Veröffentlicht: 14.08.2014 13:44    Kurz-URL: https://glm.io/108582

AppliedMicro

ARM-Chip mit 64 Kernen für 160-Watt-Server

Mit dem X-Gene 3 will AppliedMicro ein SoC für Server entwickeln, das in der Zahl der Kerne für ARM-Architekturen Maßstäbe setzt. Statt geringstem Strombedarf steht eine besonders dicht gepackte Zahl von Kernen mit hohem Takt im Vordergrund.

Im Jahr 2015 will das Unternehmen AppliedMicro erste Muster seines neuen SoC "X-Gene 3" an Serverhersteller ausliefern. Vorgestellt wurde das Design auf der Konferenz Hotchips, wie PC World berichtet. Der X-Gene 3 mit bis zu 64 Kernen soll dabei dem noch 2014 erwarteten X-Gene 2 nachfolgen, der auf 16 Kerne kommt.

Alle X-Genes arbeiten mit der Architektur ARMv8, wie es beispielsweise auch beim mit nur zwei Kernen versehenen Tegra K1 Denver von Nvidia der Fall ist. Während dieser Chip aber durch die bei anderen Unternehmen schneller erfolgte Integration von mehr Kernen - neben AppliedMicro bietet auch Cavium ARM-64-Multicores an - vorerst nur für Mobilgeräte vorgesehen ist, passt der X-Gene 3 nur ins Serverumfeld.

Dafür sind ECC-Speicher und 10-Gigabit-Verbindungen für Ethernet direkt auf dem Chip integriert. Der Takt für jeden Kern soll bis zu 3 GHz betragen, was zusammen mit Speicher und Netzwerk die Leistungsaufnahme pro 64-Kern-System auf bis zu 160 Watt treibt. Zur Strukturbreite macht AppliedMicro noch keine Angaben, der X-Gene 2 soll jedenfalls mit 28-Nanometer-Technik hergestellt werden. Anhand der Entwicklung bei Auftragsherstellern wie TSMC sind für den X-Gene 3 wohl mindestens 22 Nanometer zu erwarten. Zu Preisen machte AppliedMicro noch keine Angaben.

Derart hoch integrierte Server-SoCs sind vor allem für Systeme vorgesehen, bei denen viele unabhängige virtuelle Maschinen exklusiv auf einem oder mehreren Kernen laufen sollen. Das ist von Vorteil, wenn diese VMs nicht immer gleich belastet sind. Beispielsweise kann ein Webhoster damit stark und wenig frequentierte Webseiten auf demselben System unterbringen. Die ARM-Architektur ist dabei nützlich, weil sie vor allem im unbelasteten Zustand immer noch deutlich sparsamer als x86, Power oder Sparc ist.  (nie)


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