Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/dragon-age-angespielt-helden-im-matsch-1408-108561.html    Veröffentlicht: 14.08.2014 17:30    Kurz-URL: https://glm.io/108561

Dragon Age angespielt

Helden im Matsch

Schnell mal ein paar Soldaten retten, haben sie gesagt. Die spielbare Quest von Dragon Age Inquisition entpuppte sich dann aber als Herausforderung, bei der das Kampfsystem mit Vielfalt glänzen konnte.

Igitt! So haben wir uns das nicht vorgestellt: Statt bei Sonnenschein durch eine prächtige Stadt zu marschieren und von den Bürgern mit Ehrengesängen empfangen zu werden, hat uns beim Anspielen von Dragon Age Inquisition auf der Gamescom 2014 der Heldenalltag eingeholt. Und das heißt: Wir sollen in einem düsteren, matschigen, sumpfigen Tal mit unzähligen Feinden ein paar Soldaten retten. Immerhin sind wir nicht allein unterwegs, sondern mit einem Team aus vier erfahrenen (und von Entwickler Bioware hochgelevelten) Kriegern und Magiern.

Eine echte Hauptfigur gibt es dabei nicht, stattdessen können wir jederzeit von Held zu Held wechseln. Beim Laufen durch die Welt sehen wir den Recken von hinten - und zwar genau in der Bildschirmmitte, womit Inquisition angenehmerweise auch dem derzeitigen Trend zum seitwärts gedrückten Alter Ego den Rücken zukehrt.

Solcherart laufen wir also bei strömendem Regen auf halb befestigten, halb vom Sumpfwasser überschwemmten Wegen in Richtung einer kleinen Markierung auf der Minimap: das "Auge der Inquisition", die für das jeweils aktuelle Ziel steht. Die außerhalb von Kämpfen stets aufrufbare Übersichtskarte kennt übrigens noch gut zwei Dutzend weitere Symbole, von Nebenquests über Lagerfeuer zum Ausruhen bis zu Schnellreisestationen.

Irgendwann stehen wir mit unseren Begleitern bei finsterer Nacht in brusthohem Wasser, als die Sache noch ungemütlicher wird: Wir werden angegriffen. Und zwar von Skelettkriegerzombies - jedenfalls sehen die menschenähnlichen Gegner so aus. Der erste Kontakt mit dem Kampfsystem zeigt, dass Inquisition wie der Dragon-Age-Erstling Origins erneut zwei Modi bietet. Zum einen können wir uns in Echtzeit auf den nächstbesten Feind stürzen, ihn per Tastendruck ins Visier nehmen und mit einem Standardangriff oder einem etwas komplexeren Manöver attackieren.

Wahlweise dürfen wir aber auch wieder zum jederzeit pausierbaren Taktikmodus greifen. Dann sehen wir das Geschehen von oben, können die Zeit anhalten und jedem Mitglied unseres Heldentrupps genaue Befehle erteilen: Erst soll der Magier einen Flächenzauber wirken, dann der Krieger mal ordentlich reinhauen, und der Heiler die Gesundheit seiner Kollegen wieder auffrischen.

Automatische Angriffe

Gegen die - zugegebenermaßen nicht sonderlich starken - Feinde haben die Kameraden, deren Kontrolle der Computer übernommen hat, einen erstaunlich starken Eindruck hinterlassen. Gerade die Magier scheinen sehr gut darin zu sein, mit Flammenwänden und Energiebällen im Eiltempo unter den Gegnerscharen aufzuräumen.

Auch der alte Rollenspieler-Faulpelz-Trick funktioniert bestens: also mit einer Figur zu einem Gegner laufen, die direkte Steuerung eines anderen Helden übernehmen und zusehen, wie der gerade verlassene Held nun mit den KI-Algorithmen unseren Job erledigt.

Uns haben vor allem die Kämpfe im taktischen Übersichtsmodus gefallen. Allerdings schien uns die Kamera etwas zu dicht über dem Boden zu hängen. Auf eine entsprechende Nachfrage bei Bioware, ob sich das manuell ändern lasse, kam die Antwort, dass die Designer derzeit generell überlegten, sie etwas höher zu positionieren.

Beim Anspielen auf der Gamescom 2014 haben wir die - trotz gewollter Tristesse - prächtig anzusehende PC-Version mit einem Gamepad der Xbox 360 gespielt. Eine echte Tastatur- und Mausbedienung wäre uns lieber gewesen, aber immerhin hat uns so die neu belegte rechte Triggertaste gefallen, mit der wir das Geschehen in der Übersicht ganz einfrieren oder langsam ablaufen lassen können.

Die eigentliche Quest haben wir in unserer gut 50 Minuten langen Anspiel-Session übrigens nicht gelöst. Das lag vor allem daran, dass wir zu viel Zeit damit verbracht haben, links und rechts vom Wegesrand Siedlungen und Dörfer zu untersuchen und zu kämpfen. Spätestens im fertigen Spiel retten wir dann aber hoffentlich doch die entführten Soldaten.

Dragon Age Inquisition befindet sich derzeit in der Endphase der Entwicklung. Bioware ist mit Feintuning - etwa der Kamera - sowie dem Fixen von Bugs beschäftigt. Das Spiel soll am 20. November 2014 für Windows-PC, Xbox 360 und One sowie für Playstation 3 und 4 erscheinen.  (ps)


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