Original-URL des Artikels: https://www.golem.de/news/call-of-duty-angespielt-multiplayer-extremsport-im-exoskelett-1408-108497.html    Veröffentlicht: 11.08.2014 20:00    Kurz-URL: https://glm.io/108497

Call of Duty angespielt

Multiplayer-Extremsport im Exoskelett

Die Gründer und Chefs von Sledgehammer Games haben den Multiplayermodus von Advanced Warfare vorgestellt. Golem.de konnte auf vier Maps ausprobieren, was die ungewohnt vielen Neuerungen bringen.

Die Hydraulik keucht und quietscht, aber das stört uns nicht: Mit einem beherzten Hüpfer katapultieren wir uns rund vier Meter über das Kampfgeschehen - und vermasseln so dem gegnerischen Team einen Abschuss im Multiplayermodus von Advanced Warfare. Die seltsamen Geräusche kommen ebenso wie die Supersprungkräfte von unserem Exoskelett, der wohl wichtigsten Neuerung im nächsten Call of Duty. Entwickler Sledgehammer Games hat dem Hightech-Kampfanzug einen Sound verpasst, der zumindest uns an ein Bolzenschussgerät erinnert und innerhalb des Szenarios sympathischerweise fast schon ein bisschen Retro wirkt.

Das Exoskelett und vor allem den Multiplayermodus des nächsten Call of Duty stellen auf der Gamescom 2014 Michael Condry und Glen Schofield selbst vor. Die Gründer und Chefs des zu Activision gehörenden Entwicklerstudios Sledgehammer Games arbeiten mit ihrem Team seit 2011 an Advanced Warfare. Es ist das erste Call of Duty, das nicht in zwei, sondern in drei Jahren entsteht. Das hat auch im Multiplayermodus spürbare Auswirkungen: So viele Änderungen gegenüber der Vorversion dürfte es innerhalb der Serie schon länger nicht gegeben haben.

Die mit Abstand wichtigste ist natürlich das Exoskelett. Condry und Schofield erzählen, dass der Kampfanzug der Ausgangspunkt für einen Großteil der Neuerungen gewesen sei. Er habe mit seinen Sprungfähigkeiten dazu geführt, dass die Designer beim Entwerfen der Level neue Wege gegangen seien und deutlich mehr in die Höhe gebaut hätten. Er habe aber auch zu einer ganzen Reihe von Perks geführt, die wiederum mehr Spieltempo und neue taktischen Möglichkeiten bedeuteten.

Beim Anspielen auf den vier neuen Maps waren vor allem die höhere Geschwindigkeit und das Plus an flüssiger Bewegung deutlich spürbar - und sehr angenehm. Wir können einfach mal so auf ein garagenhohes Gebäude hopsen, kleine Abgründe überwinden oder uns schnell einen Überblick aus größerer Höhe verschaffen - oder natürlich aus dem Fadenkreus eines Feindes springen. Der Exo-Jump wird in der angespielten Xbox-One-Version einfach mit einem doppelten Druck auf die X-Taste ausgelöst und verbraucht sich nicht, sondern steht sofort nach dem Bodenkontakt wieder zur Verfügung.

Die Entwickler haben einen Trailer gezeigt, in dem damit dann auch deutlich fortschrittlichere Manöver zu sehen sind: Ein Spieler hüpft in die Höhe und macht dann quasi eine Rückwärtsbewegung, um in den Rücken seines Verfolgers zu gelangen. In den gut drei Stunden, in denen wir Advanced Warfare spielen konnten, waren wir allerdings nicht mal ansatzweise in der Lage, derartige Tricks auszuführen.

Tsunami unter der Golden Gate Bridge

Über den Anzug lassen sich nach und nach eine Reihe weiterer Spezialfähigkeiten freischalten: Etwa ein Schild, die Möglichkeit, schneller zu rennen, vorübergehend mehr Gesundheit, eine temporäre Unsichtbarkeit und ein kurzer Hover-Flugmodus. Außerdem gibt es den Boost Slam: So nennen die Entwickler einen besonders kräftigen Nahkampfangriff.

Der Multiplayermodus von Advanced Warfare soll direkt nach dem Start zwölf Modi bieten, darunter Klassiker wie Capture the Flag, Team Deathmatch und Hardpoint. Neu ist eine Spielart namens Uplink, bei der die beiden Teams um einen Ball kämpfen, den sie durch Werfen zu Kameraden und vor allem in eine Energiekugel befördern müssen. Letztlich spielt sich das ganze fast wie die Kampfversion von Handball - uns hat es Spaß gemacht.

Auf der Veranstaltung konnten wir in vier Maps antreten, weitere will Publisher Activision erst später vorstellen. Biolab ist eine Art Forschungslabor in einer Schneelandschaft, Riot ein großes, halb eingestürztes und brennendes Gefängnis in Bagdad. In Ascent treten Spieler in einer Art Weltraumbahnhof an. Die grafisch schönste Karte heißt Defender und spielt direkt unter der Golden Gate Bridge bei San Francisco, unter die die Entwickler eine ausgedehnte Bunkerlandschaft platziert haben - und die gelegentlich von den turmhohen Wellen eines Tsunamis überspült wird.

Die Entwickler haben angekündigt, dass ihr altes Charakter-Generierungssystem "Pick 10" in neuer Form unter dem Namen "Pick 13" aufersteht - und dass Spieler so mehr Möglichkeiten haben, ihr Alter Ego nach eigenen Vorstellungen auszustatten. So sollen etwa 350 Waffen im Spiel sein, darunter auch Energiekanonen. Für das Loot-System hat sich Sledgehammer Games eine neue, nett aufgemachte Präsentationsform namens Supply Drops ausgedacht, die je nach Spieldauer und Erfolgen alle gewonnenen Ausrüstungsteile mit schicken Glitzereffekten präsentiert.

Advanced Warfare soll am 4. November 2014 für Windows-PC, Xbox 360 und One sowie Playstation 3 und 4 erscheinen.  (ps)


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